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DNB AM: Welche Tech-Aktien besser als Apple performen könnten

Nach Ansicht von Mikko Ripatti, Senior Sales Portfolio Manager bei DNB AM, sollten Investoren bei Apple Gewinne mitnehmen und in andere Titel investieren, die günstiger und aussichtsreicher sind. Aber auch der gute, alte Telekom-Sektor könnte vor seiner Wiederentdeckung stehen.

Mikko Ripatti, Senior Sales Portfolio Manager bei DNB Asset Management
Mikko Ripatti, DNB Asset Management
© DNB Asset Management

Mikko Ripatti, Senior Sales Portfolio Manager bei DNB Asset Managemen, äußert sich in einem aktuellen Kommentar u.a. optimistisch für den Telekomsektor. Das liegt daran, dass manche Marktakteure befürchten, dass der dieses Segment zur Value-Falle werden könnte. Denn die Aktienperformance ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben, während die Gewinnprognosen nur wenig überzeugen.

Stabile Cash Flows haben in Krisenzeiten ihre Meriten
Das Gegenteil sei laut Ripatti der Fall: Erweitert man den Blick von drei auf sechs Monate, dürfte dieser Subsektor am wenigsten von Prognose-Änderungen nach unten betroffen sein. Mit einer Abwärts-Anpassung von vier Prozent steht dieser Subsektor bereits jetzt besser da als andere Bereiche des Technologie-Sektors.

Basierend auf diesen niedrigen Erwartungen bedürfe es keiner besonderen Überraschungen mehr, um eine Outperformance zu generieren. "Auch aufgrund ihrer guten Geschäftsmodelle bieten Telekomtitel signifikantes Aufholpotenzial. Künftig dürften sie nicht mehr mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von zehn, sondern eher über 25 bewertet werden", erklärt Ripatti.

Abenteuerlich hohe Bewertungen
Deutlich zu teuer ist hingegen der Software & Services-Sektor mit teils abenteuerlichen Kurs-Gewinn-Verhältnissen. Berücksichtigt man die Aktienoptionen als Teil der Kompensation der Führungskräfte, liegen sie häufig zwischen 60 und 100, was Ripatti zufolge eine deutliche Untergewichtung dieses Subsektors nahelegt.

"Nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate ist viel heiße Luft im Markt – was langfristig nicht gut gehen kann. Apple ist ein Beispiel für einen Titel, den Anleger derzeit nicht im Portfolio haben müssen. Die Aktie ist in diesem Jahr um mehr als 70 Prozent gestiegen, während die Prognosen für den Gewinn je Aktie nur um ein Prozent angehoben wurden. Das Betriebsergebnis (EBIT) liegt auf dem gleichen Niveau wie 2015", warnt Ripatti.

Finger weg von gehypten Aktien
Zusätzliche Wertschöpfung im App-Business sei eher unwahrscheinlich, weil es sich vor dem Hintergrund der Coronakrise um den perfekten Sturm gehandelt hat. Zugleich wird laut Ripatti  der 5-G-Wiederbeschaffungszyklus vor dem Hintergrund eines von einem hohen Sättigungsgrad gekennzeichneten Marktes überbewertet. "Nicht zuletzt ist Apple sehr stark vom chinesisch-amerikanischen Handelskrieg betroffen.  Trotz der fehlenden fundamentalen Wertschöpfung wird die Apple-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33 auf Basis der für das kommende Jahr prognostizierten Gewinne gepreist" erklärt Ripatti.

Samsung ist wesentlich günstiger
Um das Thema Big Tech zu spielen, müssten sich Anleger nicht in Titeln engagieren, die gerade die Schlagzeilen bestimmen und entsprechend hoch bewertet ist. Ein Beispiel sei der südkoreanische Smartphone-Zulieferer Samsung, die mit einem cash-adjustierten Kurs-Gewinn-Verhältnis von zehn bei Wachstum von fünf Prozent gehandelt wird.

Gaming ist ein Zukunftstrend
Auch der Gaming-Sektor könnte die Wertentwicklung der Big Techs übertreffen. Mehrere strukturelle Wachstumstreiber prägen diesen Sektor:

So unterschätzt der Markt die Margen und überschätzt die Zyklizität. Zugleich dürfte das zunehmende Streaming den adressierbaren Markt erweitern, während die digitale Distribution die Margen der Anbieter positiv beeinflusst. Japanische Branchenvertreter verfügen gegenüber ihren US-Pendants über großen Aufholbedarf. Darüber hinaus sind sie sehr günstig bewertet und konnten mit starken Ergebnissen überzeugen. Aussichtsreich ist neben Sony und Nintendo auch der Hersteller von Videospielen und Mangas, Square Enix.

Ein deutliches Aufholpotenzial bergen auch Vishay Intertechnology, Tomtom und Arrow Electronics dank ihres Exposures zum Automobilsektor. Hersteller von Komponenten für autonomes Fahren und Elektroautomobile sind grundsätzlich interessant geworden, weil sie säkulares Wachstum mit günstigen Bewertungen vereinen.

China-Risiken durch indirekte Anlagen reduzieren
Investoren, die in China investieren wollen, sollten ihr Augenmerk auf stark unterbewertete Titel wie Lenovo legen. Das Gezerre um die chinesische Video-App Tiktok zeigt exemplarisch, dass es politische Risiken gibt, die ins Kalkül einfließen müssen und daher äußerst günstige Bewertungen erforderlich sind, um diesen Werten Attraktivität zu verleihen. "Indirekt mit entsprechend weniger Risiken am Wachstum in China partizipieren können Anleger mit Unternehmen wie Nintendo und Square Enix, deren China-Geschäft von dem jüngst abgeschlossenen Deal mit dem Internetriesen Tencent erheblich profitieren dürfte", erklärt Ripatti abschließend. (aa)

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