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DJE sieht im Software-Sektor Chancen, trotz Disruptionsrisiken

Das Strategie-Team von DJE beobachtet und bewertet die Märkte laufend nach fundamentalen, monetären und markttechnischen Kriterien. Die Aktienmärkte in Europa hellen sich demnach im Juli auf – auch die USA zeigten sich robust.

Der Vermögensverwalter DJE sieht derzeit Risiken im Halbleitersektor und die Möglichkeit einer Korrektur. 
Der Vermögensverwalter DJE sieht derzeit Risiken im Halbleitersektor und die Möglichkeit einer Korrektur. © Gorodenkoff / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Europa holt auf, die USA bleiben robust: Die Sommerpause fällt aus
  • Software-Sektor: Chancen durch Kapitalrotation aus dem Halbleiter-Sektor
  • Risiken für Software-Disruption noch nicht abschließend beurteilbar
  • Von sinkenden Zinsen könnten Gold und Immobilien profitieren

Mit Blick auf den Juli bleibt der Grundton beim Vermögensverwalter DJE konstruktiv. Das Gesamtbild spreche weiterhin für ein freundliches Kapitalmarktumfeld. Zinssenkungen erschienen in den USA wie auch in Europa derzeit wahrscheinlicher als Zinserhöhungen, eine Rezession sei nicht in Sicht und die Gewinnrevisionen zeigten sich positiv. Auch saisonal sei das Umfeld nicht ungünstig. Vor allem für die erste Julihälfte spreche die Statistik eher für stabile bis freundliche Märkte.

Derzeit sieht das Strategie-Team von DJE Chancen im Bereich der Software-Unternehmen, die innerhalb des Technologiesektors wieder stärker in den Blick rücken könnten. Sollte Kapital aus dem Halbleiterbereich in andere Technologiebereiche rotieren, könnte dies Softwaretiteln zugutekommen, erwartet DJE.

Risiken im Halbleiter-Sektor
So ist der Halbleiter- und KI-Infrastruktursektor aus Sicht von DJE derzeit mit Risiken behaftet: Kurzfristig bleibe das Risiko einer Korrektur im Halbleiterbereich bestehen. Der Markt diskutiere zunehmend, ob die extreme Knappheit bei Rechenleistung nachlässt und ob sich der Kapazitätsbedarf durch technologische Fortschritte verändern könnte. Ein Risiko bestehe insbesondere darin, dass der Gewinnhöhepunkt im Halbleiterbereich bereits in den Jahren 2027 oder 2028 erreicht werden könnte. Historisch hätten Märkte auf solche Wendepunkte oft früh reagiert, so DJE.

Ebenfalls ein Risiko im Zusammenhang mit der Anwendung von KI sieht DJE derzeit in den Unternehmensbudgets für KI. Steigende Kosten für KI-Anwendungen könnten dazu führen, dass Unternehmen ihre Ausgaben stärker begrenzen. Das könnte die Nachfrage nach einzelnen Anwendungen bremsen.

Software-Disruption langfristig offen
Als letztes auf der Liste der Risiken von DJE für den Marktmonat Juli landet wiederum das Risiko einer Software-Disruption. Langfristig bleibe offen, wie stark Künstliche Intelligenz etablierte Software-Geschäftsmodelle verändern werde. Das Disruptionsrisiko in diesem Bereich ließe sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen.

Chancen für Gold und Immobilien
Des Weiteren sieht der Asset Manager Chancen durch mögliche Zinssenkungen gerade für Gold, Immobilien und Anleihen mit längeren Laufzeiten. So hatte sich nach der Korrektur der vergangenen Monate das Sentiment bei Gold und Goldminen deutlich eingetrübt. Historisch war ein derart negatives Stimmungsbild häufig ein Hinweis auf wieder bessere Perspektiven, erinnert DJE. Hinzu komme, dass Notenbanken ihre Goldbestände perspektivisch weiter aufstocken wollten. Zudem sprächen sinkende Zinsen für Immobilienwerte, vor allem im Wohnbereich.
Gleichzeitig bleibe die Neubautätigkeit in vielen wichtigen Märkten niedrig, was das Angebot begrenze. Auch Immobilienwerte in Hongkong blieben in diesem Umfeld interessant, so der Marktausblick von DJE.

Sinkende Zinsen dürften auch Emerging Markets begünstigen
Ein nicht weiter deutlich aufwertender US-Dollar und sinkende Zinsen würden Aktien und Anleihen aus Schwellenländern begünstigen. Zusätzliche Unterstützung könnte von einem nachlassenden Energiepreisdruck kommen.

Chancen in Technologie und KI-Infrastruktur
Kurzfristige Rücksetzer änderten nichts daran, dass der Aufbau von KI-Infrastruktur ein langfristiger Trend bleibe. Die Investitionspläne großer Technologiekonzerne deuteten weiterhin auf hohe Ausgaben in diesem Bereich hin.

Risiko: Ölpreis könnte kurzfristig steigen
Die Lagerbestände bei Öl bleiben niedrig. Dadurch sei ein kurzfristiger Anstieg des Ölpreises möglich. Das könnte das Marktumfeld vorübergehend belasten, auch wenn sich das grundsätzliche Bild dadurch nicht zwingend ändern müsse.

Risiko: US-Geldpolitik könnte auch restriktiver ausfallen
Eine restriktivere Geldpolitik in den USA ist aus Sicht von DJE noch nicht vollständig aus dem Markt ausgepreist. Auch wenn die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen zuletzt zurückgegangen sind, bleibt die Notenbank ein wichtiger Unsicherheitsfaktor.

Yen / Carry-Trade als Risiko
Starke Bewegungen im Yen können eine Auflösung bestehender Carry-Trades – also kreditfinanzierter Anlagen in höher verzinsten Märkten – auslösen. Dies hätte das Potenzial, vor allem Technologieaktien kurzfristig zu belasten.

Langläufer könnten leiden
Für den Zinsmarkt sieht der Vermögensverwalter ebenfalls Risiken. Umfangreiche Anleiheemissionen großer Technologie- und Infrastrukturunternehmen könnten die Nachfrage nach Staatsanleihen verdrängen und damit das lange Ende der Zinskurve belasten. (de)

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