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DJE: Längerer Konflikt nicht eingepreist!

Das Strategie-Team von DJE beobachtet und bewertet die Märkte laufend anhand der hauseigenen FMM-Methode nach fundamentalen, monetären und markttechnischen Kriterien. Investitionen in KI und Rechenzentren bleiben demnach wichtige Treiber - trotz der aktuellen Krise, die vielfach unterschätzt wird.

© surasak / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Länger andauernder Konflikt an Märkten nicht eingepreist
  • KI-, Halbleiter- und Rechenzentrumsinvestitionen bleiben weitgehend intakt
  • USA als Region genießt höhere Energieunabhängigkeit
  • Private Equity bleibt sehr risikoreich

In seinem Marktausblick für den Monat März sieht das Strategie-Team von DJE das Chance-Risiko-Profil am Markt mit Blick auf den April „eingetrübt. Vor diesem Hintergrund erscheint eine defensivere Ausrichtung derzeit angebracht“, so die Strategen. Die Gemengelage aus Irankrieg, Ölkrise, Zinssorgen und KI-Halbleiter-Investitionen bestimme das Marktgeschehen. „Zum aktuellen Zeitpunkt ist nicht absehbar, wie lange die Blockade der Straße von Hormus und das Kriegsgeschehen anhalten werden. Ein länger andauernder Konflikt ist an den Märkten nicht eingepreist. Unabhängig vom Nahost-Konflikt bleiben Investitionen in KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur ein wichtiger Treiber für die weitere Marktentwicklung“, heißt es in dem DJE-Papier. „Ausgewählte Tech- und KI-Werte erscheinen damit weiterhin aussichtsreich. Ebenfalls profitieren dürften Energieunternehmen, die wegen gestiegener Preise positive Gewinnrevisionen erwarten können. Regional dürften nähergelegene Märkte stärker vom Irankrieg betroffen sein als die USA. Im Anleihebereich bleibt der Schwerpunkt auf mittleren Laufzeiten.“

Chancen in KI-, Halbleiter- und Rechenzentrumsinvestitionen sowie Region USA
Relativ unabhängig von der Situation im Nahen Osten dürften die Investitionen der großen Technologiewerte weitgehend intakt bleiben, erwartet DJE. „Alle Hyperscaler streben nach größeren Kapazitäten und bauen diese entsprechend weiter aus. KI- und Technologieaktien, die von diesen Investitionen profitieren, betrachten wir aktuell als chancenreich.“

Die USA genießen eine höhere Unabhängigkeit in puncto Energie als Europa oder Asien. So produzierten sie den Großteil des benötigten Öls und Gases selbst und verfügten zudem über eines der modernsten Raffinerienetzwerke, so DJE. „Der Anstieg der Öl- und Gaspreise durch die Mangellage trifft die USA damit weniger stark als Europa und Asien sowie Japan im Besonderen. Zudem entwickelten sich die US-Einkaufsmanagerindizes sehr robust.“

Auch bei Energie- und Agraraktien sieht DJE aktuell Chancen: „Die Preise für Öl und Gas haben sich seit Jahresbeginn verbessert. Oft folgen auf eine solche Entwicklung die Agrarpreise. Insbesondere Ölaktien dürften in den nächsten Wochen positive Gewinnrevisionen erfahren, da der aktuelle Ölpreis noch nicht vollumfänglich eingepreist wird.“

Risiken: Verschärfung der Lage und erneuter Inflationsdruck
Risiken sieht DJE zunächst in einer Verschärfung der geopolitischen Lage: Ein besonderes Risiko stelle ein andauernder Konflikt im Iran dar. „Je länger der Irankrieg dauert, desto wahrscheinlicher bleiben die Energiepreise hoch, was Europa und Asien wirtschaftlich treffen würde. Ebenso drohen in einem solchen Fall zunehmende Spannungen zwischen den USA und China, da China ebenfalls stark von Energielieferungen aus dem Nahen Osten abhängt.“ Sollte es so weit kommen, könnten selbst Produktionsunterbrechungen in Asien wegen Gasmangels nicht vollständig ausgeschlossen werden, so DJE in dem Papier.

Risiken sieht DJE auch in einem erneut zunehmendem Inflationsdruck: Ölpreisanstiege waren in der Vergangenheit häufig ein Hinweis auf den Beginn einer Phase höherer Inflation. „Da es sich um einen exogenen Faktor handelt, werden die Notenbanken vermutlich keinen Ausgleich über das Zinsniveau anstreben“, erwartet DJE. Auch hinsichtlich der Bewertungen ausgewählter Märkte und Sektoren sieht der Vermögensverwalter Risiken: Bestimmte Märkte notierten am oberen Ende ihrer historischen Bewertungsspannen und bildeten die Risiken eines länger andauernden Nahost-Konfliktes mit daraus resultierenden höheren Inflationsraten und geringeren Wachstumsaussichten nicht vollumfänglich ab.

Private Credit beeinflusst Private Equity
Auch Private Equity bleibe im aktuellen Umfeld sehr risikoreich. „Der Sektor zeigt eine relative Schwäche und wird von Risiken aus dem Private-Credit-Segment beeinflusst“, schreiben die DJE-Strategen. Zurzeit zeichne sich ab, dass es vermehrt zu Schwierigkeiten komme, erfolgreiche Exits umzusetzen.

Rückblick: Deutscher Aktienmarkt im Februar dynamischer
Zu den Entwicklungen an den globalen Märkten im Februar heißt es von DJE: „Nach dem positiven Jahresstart setzte sich die Aufwärtsbewegung auch im Februar fort. Während der weltweite Aktienmarkt eine leichte Aufwärtsbewegung zeigte, entwickelten sich der deutsche und der europäische Markt dynamischer, wobei Japan die stärkste Monatsentwicklung verzeichnete. Der breite US-amerikanische Aktienmarkt blieb dagegen zurück, gebremst von der schwächeren Entwicklung vieler US-Technologiewerte. Auf Sektorenebene waren im Februar weltweit vor allem Titel aus den Bereichen Energie, Rohstoffe und Versorger gefragt, während Technologie, zyklischer Konsum und Finanzen enttäuschten.“ Dem Papier zufolge waren in Europa im vergangenen Monat zudem besonders Telekommunikationsaktien, defensive Konsumtitel sowie Öl- und Gasaktien gefragt, während Medien-, Finanz- und Technologiewerte zurückblieben. (de)

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