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DJE Kapital über die weiteren Marktaussichten bei Aktien

Der Leiter Research & Portfoliomanagement und Co-Fondsmanager des DJE – Dividende & Substanz sowie des DJE – Zins & Dividende bei DJE Kapital zeichnet ein aktuelles Bild der Märkte und erklärt, welche Segmente und Länder er derzeit über- und welche er untergewichtet.

Stefan Breinter, Gewinner des DEUTSCHEN FONDSPREISES Mischfonds Global ausgewogen: LU0553164731
Stefan Breintner, DJE Kapital
© DJE Kapital

Steigende Inflationsraten, steigende Zinsen und anhaltende geopolitische Spannungen zwingen Anleger zum Umdenken. In der Bewertung von Aktien findet ein Paradigmenwechsel statt: Faktoren wie Profitabilität und Marktposition werden wichtiger als Umsatzwachstum. Das spielt Dividendenwerten in die Karten, meint Stefan Breintner, Leiter Research & Portfoliomanagement und Co-Fondsmanager des DJE – Dividende & Substanz und des DJE – Zins & Dividende bei DJE Kapital, in einer aktuellen Markteinschätzung.

Seit Mitte März haben sich die wichtigsten Börsen kräftig erholt, und zwar trotz fortdauernder geopolitischer Belastungen und damit verbundener hoher Unsicherheit sowie anhaltendem monetären Gegenwind in den USA. Der weltweite Aktienindex MSCI erzielte in Euro gerechnet im März insgesamt ein Plus von knapp 3,5 Prozent. "Mit unserer Dividendenstrategie konnten wir im vergangenen Monat die Benchmark sogar übertreffen", merkt Breintner in eigener Sach an.

Historisch gesehen ist der April ein guter Monat sowohl für Aktien als auch für Anleihen. Kurzfristige Prognosen bleiben aber schwierig. Dennoch blickt Breintner konstruktiv auf die kommenden Wochen und bleibt vor allem mittel- und längerfristig positiv gestimmt für Aktien. Bei den aktuellen, sehr tiefen Realzinsen (z.B. Deutschland ca. minus sieben Prozent, siehe Schaubild) und den anhaltend hohen Inflationsraten bleiben Sachwerte wie Aktien die beste Anlagealternative. Breintners Fokus liegt dabei auf Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht und damit stabilen oder im Idealfall steigenden Margen.

Aktien oder Anleihen – was steht im Fokus?
Im laufenden Jahr haben sich Mischfonds mit hohen Aktienquoten meist besser geschlagen als solche mit hohen Anleihequoten. Aus Breintners Sicht sei es auch weiterhin angebracht, stärker auf Aktien zu setzen. Eines der Kernargumente für Investitionen in Aktien bleibt das sehr tiefe Realzinsniveau. "Wir halten einen Fokus auf defensive Aktien für sinnvoll. Das Umfeld für Anleihen bleibt aufgrund der stark steigenden Inflation und der erwarteten Zinsanhebungen, v.a. in den USA, mittelfristig schwierig. Wir sind vor allem bei Unternehmensanleihen mit längerer Laufzeit vorsichtig", erklärt Breintner.

USA konjunkturell und börsentechnisch besser als Europa
Die USA dürften sich Breintner zufolge weiterhin konjunkturell und börsentechnisch besser entwickeln als Europa. Der Krieg betrifft die USA weit weniger als Europa, und viele US-Unternehmen profitieren sogar davon. 2022 dürfte es in den USA nicht zu einer Rezession kommen, mit Blick auf 2023 besteht aber auch dort – besonders für den Fall einer zu restriktiven Notenbankpolitik – ein gewisses Rezessionsrisiko.

Ukraine-Krieg belastet Europa, v.a. Deutschland
Deutschland und Europa dagegen werden durch den Krieg in der Ukraine voraussichtlich stark belastet. Zudem wird der deutsche Export Richtung China durch die schwächere Wirtschaftsentwicklung in China beeinträchtigt. Die Abhängigkeit vom russischen Gas ist für Europa ein großer Wettbewerbsnachteil. Hier könnte die Konjunktur durch die hohen Energiepreise und die zunehmende Unsicherheit unter Druck kommen – mit Deutschland als einem der Hauptleidtragenden.

Aber aus dem monetären und markttechnischen Blickwinkel bleibt Europa besser unterstützt: Im Falle eines Wahlsiegs von Emmanuel Macron bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich dürfte die EZB auch in den kommenden Monaten weniger restriktiv agieren als die US-Notenbank. Zudem gab es bereits massive Verkäufe europäischer Aktien im ersten Quartal. Dadurch eröffnet sich aus markttechnischer Sicht wieder Raum für Optimismus – der Markt ist überverkauft. Innerhalb Europas dürfte die Region Skandinavien, nicht zuletzt wegen der geringeren Energiepreisabhängigkeit, mit das beste Chance-Risiko-Verhältnis haben, erklärt Breintner.

China bleibt schwierig einzuschätzen und risikoreich
China dagegen bleibt weiter schwierig einzuschätzen: Einerseits wird die Immobilienkrise nicht so schnell überwunden sein – auch wenn staatseigene Firmen vermehrt fertiggestellte Wohnungen kaufen. Andererseits hemmt auch der strikte Null-Covid-Ansatz die wirtschaftliche Erholung. "Wir bevorzugen daher die USA vor Europa und halten innerhalb Europas Skandinavien für attraktiv. Dagegen lassen wir gegenüber der chinesischen Anlageregion weiterhin Vorsicht walten", erklärt Breintner.

Welche Sektoren sind erfolgversprechend?
Breintner ist der Ansicht, dass es derzeit mehr auf die Länder- als auf die Sektorengewichtung ankommt. Im aktuellen Umfeld bleibt das Gesundheitswesen sowohl fundamental als auch markttechnisch eine attraktive Branche. "Im Technologiesektor haben wir weiter sowohl relativ zum Weltindex als auch zu Mitbewerbern ein größeres Untergewicht. Die Gewinnentwicklung im Erdöl- und Gas- bzw. Energiesektor sollte im laufenden Jahr sehr gut ausfallen. US-Ölunternehmen könnten zukünftig deutlich mehr investieren", hält Breintner fest.

Value besser als Growth?
"Wir sehen einen Paradigmenwechsel. In den vergangenen Jahren standen vor allem Kriterien wie das Umsatzwachstum im Fokus der Investoren. Das könnte sich in den nächsten Jahren ändern", erklärt Breintner.

Kriterien wie die Preissetzungsmacht von Unternehmen und eine starke Marktposition bzw. die Fähigkeit, die Margen halten zu können, werden aus Breintners Sicht wichtiger werden. Die Aktien jener Unternehmen, deren Profitabilität sich nicht verschlechtert, dürften künftig relativ gut laufen bzw. sich überdurchschnittlich entwickeln. Auch Kriterien wie Bewertung und Dividende dürften weiterhin eine größere Bedeutung haben als in den vergangenen Jahren.

Hoffnung auf üppige Dividenden deutscher Konzerne
Die Gesamtausschüttungssumme der DAX 40 Konzerne dürfte im Jahr 2022 bei ca. 48 Milliarden Euro liegen. Hintergrund für die Steigerung ist vor allem, dass sich die Gewinnsituation 2021 gegenüber 2020 verbessert hat. Viele Konzerne schütten ja gemäß definierter Ausschüttungsquoten/Ausschüttungskorridore aus. Auch die Entwicklung des freien Cashflows war 2021 bei vielen Unternehmen des DAX 40 sehr gut, was die Dividendenzahlungen im laufenden Jahr für das Geschäftsjahr 2021 fundamental untermauere.

Hohe Dividenden auch in der Zukunft?
Nimmt man die aktuellen Konsensus-Erwartungen als Grundlage, dann erwartet der Markt eine leichte Steigerung für 2023. Breintner hält das für etwas zu optimistisch. Aufgrund des Krieges in der Ukraine sind beispielsweise viele Lieferketten unterbrochen. Die Folge sind hohe Logistikkosten, und die Energiekosten vor allem für europäische Unternehmen sind deutlich höher als erwartet. Demzufolge könnten sich die Gewinne vieler deutscher Konzerne 2022 schwächer als erwartet entwickeln, was dann wiederum zur Folge haben könnte, dass 2023 etwas weniger an Dividende für das Geschäftsjahr 2022 bezahlt wird.

Dividendennachhaltigkeit beachten
Breintner zufolge sollten Investoren darauf achten, dass die Dividende auch wirklich verdient wird. "Für uns ist ausschlaggebend, dass die freie Cashflow-Rendite über der Dividendenrendite liegt. Vorsicht ist angebracht bei Unternehmen, die etwa 80-100 Prozent ihres Gewinns ausschütten: Solche Unternehmen müssen dann in schwierigen Jahren oft die Dividende kürzen oder ganz streichen, was in der Regel zu stärkeren Kursverlusten bei der Aktie des betreffenden Unternehmens führt. Wir bevorzugen daher generell Unternehmen mit einer Ausschüttungsquote von 40-60 Prozent. Außerdem ist uns wichtig, dass unsere Portfoliounternehmen die Dividende mindestens konstant halten bzw. im Idealfall natürlich jedes Jahr anheben", betont Breintner abschließend. (aa)

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