DJE: Geopolitik löst KI-Blase als größtes Risiko ab
Investoren suchten zuletzt nach Liquidität und sahen in geopolitischen Konflikten die größten Risiken. Derweil treiben Knappheit und die Zentralbanken die Goldnachfrage. Dies und vieles mehr wurde in einem Webinar von DJE thematisiert, an dem "Institutional Money" teilnahm.

Eckpunkte:
- Geopolitik größtes Risiko, gefolgt von Inflationsgefahren
- Knappheit bei Gold: Kaum Goldfunde in den vergangenen zwei Jahren
- Polen lag bei Gold-Nettokäufen der Zentralbanken 2025 an der Spitze
Die geopolitischen Verwerfungen rund um den Iran-Krieg bestimmten im März die Investoren-Stimmung. Wie die Fondsmanager-Umfrage der Bank of America vom März ergeben hat, sehen die Fondsmanager in geopolitische Konflikten hier die größten Risiken (37 Prozent), gefolgt von Inflationsgefahren (23 Prozent). Demnach glaubten nur noch zehn Prozent, dass größte Risiko bestünde in einer KI-Blase (zuvor 28 Prozent). Diese Ergebnisse und Neues zum Goldmarkt berichtete Mario Künzel, Referent Investmentstrategien bei DJE Kapital, in seinem Webinar zu „Gold und die neue geopolitische Realität“.
Künzel berichtete zudem, die jüngsten Abverkäufe an den Märkten, die auch Qualitätsaktien und zum Beispiel Gold betrafen, hätten vor allem auf Liquiditätsüberlegungen der Investoren basiert, um die Portfolios zu stützen. So stieg das Cash-Level im März sprunghaft von 3,4 Prozent im Februar (3,2 Prozent im Januar war ein Rekordtief) auf 4,3 Prozent im März. Dies sei der größte Sprung seit dem März 2020. Mit über vier Prozent liege das Cash-Level nun wieder im normalen Bereich (Stand: 12. März).
Gold: 580 Milliarden-Dollar-Markt
Speziell zum Thema Gold berichtete Künzel, das Marktvolumen bei Rohstoffen, angefangen bei Erdöl mit 4,1 Billionen US-Dollar, sei in etwa noch vergleichbar mit der Marktkapitalisierung von NVIDIA von etwa 4,4 Billionen US-Dollar. An zweiter Stelle folge Gold mit einem deutlich kleineren Marktvolumen von etwa 579 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Eisenerz und Kupfer (293 Milliarden Dollar).
Kaum neue Goldfunde
Zudem sei die Verknappung insbesondere bei Gold ein größeres Thema: In den vergangenen zwei Jahren habe es kaum neue Goldfunde weltweit gegeben, die Entdeckungen neuer Goldvorkommen seien massiv zurückgegangen. Demgegenüber stünden verschiedene Käufergruppen, darunter die Zentralbanken. Hier stand 2025 Polen als größter Nettokäufer an der Spitze, gefolgt von Kasachstan. Auch Länder wie Aserbaidschan, Ghana und Usbekistan stockten hier auf. Strukturelle Treiber für Gold und andere Rohstoffe wie Kupfer seien zudem die weltweiten Infrastrukturinvestitionen, die die Rohstoffnachfrage langfristig treiben.
Neben der Nachfrage ging Künzel auch nochmals auf die Angebotsseite ein. Hier stamme der größte Anteil der Goldproduktion aus der Minenproduktion mit 72 Prozent. Der Rest werde dem Markt durch Recycling zugeführt. (de)

