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Dividenden brechen im zweiten Quartal weltweit um 20 Prozent ein

Die international tätige Investmentgesellschaft Janus Henderson Investors legt die 27. Ausgabe des Janus Henderson Global Dividend Index vor. Die aktuelle Ausgabe zeigt, dass weltweit die Dividenden im zweiten Quartal um 108,1 Milliarden auf 382,2 Milliarden US-Dollar zurückgingen.

Daniela Brogt, Head of Sales Germany and Austria bei Janus Henderson
Daniela Brogt, Head of Germany and Austria bei Janus Henderson
© Janus Henderson

Der Gesamtrückgang von 22,0 Prozent, bereinigt um Sondereffekte waren es 19,3 Prozent,  war der stärkste seit Einführung des Janus Henderson Global Dividend Index (JHGDI) im Jahr 2009. Die Ausschüttungen wurden in allen Regionen gekürzt, am stärksten in Europa und Großbritannien. Nordamerika hingegen zeigte sich robust.

Deutschland schneidet mit einem Einbruch von 19 Prozent vergleichsweise gut ab
Die Allianz liegt auf Platz vier der größten Dividendenzahler weltweit, BASF, Telekom und Bayer in den Top 20. Die Dividenden in den Sektoren Gesundheit und Kommunikation zeigen sich robust, drastische Einbrüche gab es im Finanzsektor und bei Herstellern von zyklischen Konsumgütern.

Szenarioanalyse
Janus Henderson erwartet nun im Best-Case-Szenario einen absoluten Rückgang der weltweiten Dividenden um 17 Prozent auf 1,18 Billionen US-Dollar. Dies entspricht auf bereinigter Basis einem Rückgang um 19 Prozent. Im Worst-Case-Szenario könnten die Ausschüttungen insgesamt um 23 Prozent  auf 1,10 Billionen US-Dollar sinken, um Sondereffekte bereinigt sind das 25 Prozent (siehe Grafik).

Entwicklung der Dividenden pro Jahr in Milliarden US-Dollar 

Quelle: Janus Henderson 

Europäische Dividendenrückgänge höher wegen geringerer Ausschüttungsfrequenz
Daniela Brogt, Head of Germany and Austria bei Janus Henderson, sagte: „Die meisten europäischen Unternehmen schütten nur einmal jährlich im zweiten Quartal aus, sodass die Streichung einer Dividende sich überproportional auf die Jahresausschüttung auswirkt. Gleichzeitig bedeutet dies aber, dass es 2021 in Europa eine kräftige Erholung geben wird. Deutschland schnitt besser ab als die meisten seiner Nachbarn, liegt aber dennoch in einer der am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen Regionen und weist eine relativ hohe Exposition bei den stärker betroffenen Sektoren Nicht-Basiskonsumgüter und Industrie auf."

Globaler und nach Sektoren diversifizierter Ansatz notwendig 
Daran zeige sich die Notwendigkeit eines global und nach Sektoren diversifizierten Ansatzes bei der ertragsorientierten Anlage. Manche Ausschüttungen würden nur aufgeschoben. Brogt: "Wir können schon jetzt beobachten, dass einige Unternehmen wieder Dividenden ankündigen, allerdings mit einer großen Unsicherheitsspanne. Einige der aufgeschobenen Ausschüttungen werden noch vollständig ausgezahlt werden, andere mit einem Abschlag, und wieder andere werden gänzlich gestrichen werden."

Nordamerikanische Dividendenkürzungen werden wohl geringer ausfallen
Die große Frage lautet, was geschieht, wenn die Unternehmen in Nordamerika im 4. Quartal die Dividenden für 2021 festsetzen. Bislang deutet alles darauf hin, dass die Kürzungen in Nordamerika weniger drastisch ausfallen werden als in Europa, Großbritannien und Australien. Zu verdanken ist dies geringeren Ausschüttungsquoten und der Fähigkeit der Unternehmen, einen Großteil des Schocks aufzufangen, indem sie Aktienrückkäufe reduzieren. Wir gehen weiterhin davon aus, dass Japan, Asien und einige Schwellenländer weniger stark betroffen sein werden. Dort ist allerdings auch eine verzögerte Reaktion wahrscheinlich, was das Wachstum 2021 beeinträchtigen wird. Brogt: "Trotz der Kürzungen erwarten wir weiterhin Dividenden von über einer Billion US-Dollar  in diesem und im nächsten Jahr. Ein vorübergehender Dividendenstopp verändert nicht den fundamentalen Wert eines Unternehmens, kann aber kurzfristig die Stimmung belasten.“ (kb)

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