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Divergenz zwischen Gewinnwachstum und Aktienbewertung erinnert an 1987

Ostrum Asset Managements Marktstratege Axel Botte sieht beim Auseinanderfallen von Gewinnwachstum und Aktienbewertungen Parallelen zum Jahr 1987. Damals kam es im Herbst zu einem Crash im zweistelligen Prozentbereich.

Axel Botte, Ostrum AM
Axel Botte, Ostrum Asset Management
 
© Ostrum AM

Die laufende Rally an den Aktienmärkten steht auf tönernen Füßen. Denn die Hausse an den Aktienmärkten ereignet sich - auch dank der üppigen Buy Backs der Unternehmen - ohne  Zuflüsse in Publikum-Aktienfonds. Vor diesem Hintergrund legt laut Ostrum Asset Management die globalen Asset-Allocation-Ströme eine weitverbreitete Risikoaversion nahe. Das zeigt sich an den Zahlen: So haben die Aktienfonds seit Jahresbeginn einen erheblichen Abfluss von 150 Milliarden US-Dollar erlitten.

Gewinnerwartungen werden enttäuscht
In seinem aktuellen „Strategy Weekly“ stellt Axel Botte, Marktstratege beim französischen Vermögensverwalter Ostrum AM, fest, dass die beginnende Berichtssaison für das zweite Quartal unter den Erwartungen der Anleger lag. Botte: „Das Ausmaß des Rückgangs des weltweiten Halbleiterumsatzes hat unmittelbare Auswirkungen auf die Gewinne der US-amerikanischen Halbleiterunternehmen. Ebenso schwach waren die Unternehmensgewinne im Industriesektor und bei den Konsumgütern. Die Abwärtsrisiken für das Ergebniswachstum steigen zu einer Zeit, in der der S&P 500 Warnsignale sendet.“

Widerspruch zwischen Aktienmarkt und Realwirtschaft
Für Botte steht der Anstieg der Aktienmärkte im Jahr 2019 im Widerspruch zum Konjunkturzyklus: „Der hohe Anteil der Wertpapiere, die über ihrem gleitenden Durchschnitt notieren, deutet darauf hin, dass die Erholung wahllos war und größtenteils auf die Lockerung der Geldpolitik zurückzuführen ist. Der Beitrag des Ergebniswachstums hingegen tendiert seit Jahresbeginn gegen Null. Doch die Inflation der Bewertungen ist nicht ohne Grenzen.“

Ein solcher Markthintergrund erinnert Botte an die Situation im Jahr 1987: „Damals waren die Aktien im ersten Halbjahr signifikant gestiegen – und endeten am 19. Oktober in einem veritablen Crash. Was jedoch damals anders war, ist die Zinssituation: die Renditen 10jähriger Staatsanleihen stiegen zwischen März und Oktober um 300bp.“ (aa)

Vergleich der Price-to-Earnings-Ratios ("PER") und der Earnings per Share ("EPS")

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