Logo von Institutional Money
| Märkte

Dieses deutsche Nachbarland sorgt erneut für Stress am Rentenmarkt

Die Grande Nation ist erneut respektive noch immer in einer politischen Krise: Dann die Parteien Rassemblement, Linke und Grüne wollen - obwohl diese erbitterte Gegner sind - bei einer geplanten Vertrauensfrage gegen Frankreichs Premierminister Francois Bayrou stimmen.

© KWY / stock.adobe.com/KI-generiert

Frankreichs Premierminister Francois Bayrou hat eine Vertrauensabstimmung im Parlament angesetzt, die schon im nächsten Monat die Regierung in Paris zu Fall bringen könnte. Bei französischen Staatsanleihen löste die Ankündigung einen Ausverkauf aus, Investoren stellen sich auf neue politische Unsicherheiten ein. Darüber informiert Bloomberg News.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund...
Die Rechtspartei Rassemblement National, die linksgerichtete France Insoumise und die Grünen kündigten an, am 8. September bei der Vertrauensfrage gegen Bayrou zu stimmen. Die Sozialisten erklärten, sie würden die Regierung ebenfalls nicht unterstützen. Findet sich eine Mehrheit der Abgeordneten gegen Bayrou, müsste er den Rücktritt seiner Regierung einreichen.

Präsident Emmanuel Macron steckt in der Bredouille
Das Scheitern eines weiteren französischen Kabinetts – Bayrous Vorgänger Michel Barnier hielt sich nur 90 Tage im Amt – würde die prekäre Lage von Präsident Emmanuel Macron noch deutlicher machen. Seine Partei und deren Verbündete haben 2024 jede Spur einer Parlamentsmehrheit verloren. Marine Le Pens Rassemblement National, das in dieser Wahl zur stärksten Fraktion im Unterhaus aufstieg, fordert Neuwahlen.

“Ja, das ist ein Risiko, aber das höchste Risiko besteht darin, nichts zu tun”, sagte Bayrou am Montag auf einer Pressekonferenz in Paris. “Aus dieser Lage kommen wir nicht heraus, wenn wir nicht mutig sind.”

Fallende Notierungen bei OATs
Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen (Obligations assimilables du Trésor, OATs) stieg um neun Basispunkte auf 3,51 Prozent. Der Risikoaufschlag gegenüber deutschen Bundesanleihen weitete sich um fünf auf 75 Basispunkte aus, den höchsten Stand seit April. Ende Juli hatte er noch 65 Basispunkte betragen, merkt Bloomberg an.

Die Rendite zehnjähriger Anleihen Frankreichs zählt nun zu den höchsten im Euroraum. Sie liegt inzwischen über denen von Ländern, die einst im Zentrum der europäischen Schuldenkrise standen – etwa Griechenland und Portugal. Am Montag lag sie nur noch rund acht Basispunkte unter der von Anleihen Italiens. (aa)

Diese Seite teilen