Diese Pensionskassen liefern gute Zahlen
Die Schweizer Pensionskassen können laut einer Studie zufrieden auf das letzte Anlagejahr zurückblicken. Überdurchschnittlich hohe Renditen haben positive Effekte auf die Verzinsung der Guthaben und den Ausbau der Deckungsgrade.

Eckpunkte:
- Die jüngst veröffentlichte Complementa Pensionskassenstudie „Risiko Check-up 2026“ untersuchte die finanzielle Lage bei den Schweizer Pensionskassen
- Pensionskassen erwirtschafteten im letzten Jahr eine Rendite von 6,3 Prozent
- Das positive Ergebnis ermöglichte eine Verzinsung von 4,3 Prozent und den Ausbau des Deckungsgrades auf 114,4 Prozent
Sehr gute Performance
Dank der positiven Entwicklung an den Finanzmärkten konnten Schweizer Pensionskassen im Jahr 2025 eine erfreuliche durchschnittliche Rendite von 6,3 Prozent erzielen. Die erzielte Durchschnittsrendite über die letzten zwei Jahrzehnte von 3,6 Prozent pro Jahr wird deutlich übertroffen – und das trotz deutlicher Marktverwerfungen aufgrund der Zollankündigungen der US-Regierung.
Umgemünzt auf das gesamte verwaltete Vermögen der zweiten Säule entspricht dies einem Anlageertrag von hochgerechnet 77 Milliarden Franken. Dies übersteigt die kumulierten Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer von rund 67 Milliarden Franken aus dem Vorjahr. Das ist der vor kurzem veröffentlichten Complementa Pensionskassenstudie „Risiko Check-up 2026“ zu entnehmen.
Rekordverzinsung
Die gute Rendite spürten auch die Versicherten: Ihre Guthaben wurden durchschnittlich mit 4,3 Prozent verzinst, was dem höchsten Wert der letzten 25 Jahre entspricht. 99 Prozent der Pensionskassen haben mehr als die vom Bundesrat festgelegte BVG-Mindestverzinsung gutschreiben lassen. Es ist bereits das dritte Mal in den letzten fünf Jahren, dass Pensionskassen einen Großteil der Anlageerträge an die Versicherten weitergaben. Erneute Stärkung der Reserven
Das positive Jahresergebnis wirkte sich auch in der Wertschwankungsreserve aus. So stieg der kapitalgewichtete Deckungsgrad im Verlauf des Jahres 2025 von 111,8 Prozent auf 114,4 Prozent. Zum Jahresende 2025 befanden sich nur noch rund zwei Prozent der Pensionskassen in einer Unterdeckung.
Aktienanteil steigt zu Lasten von Anleihen
Festverzinsliche Anlagen waren über viele Jahre die bedeutendste Anlageklasse schweizerischer Vorsorgeeinrichtungen. In den Anfängen der Risiko Check-up Studie vor mehr als 30 Jahren war fast jeder zweite Franken in Renten angelegt. Ihr Anteil ging seither stetig zurück und erreichte 2025 mit 29,3% einen historischen Tiefststand. Pensionskassen reduzierten ihre Investitionen in globale Staatsanleihen aufgrund der steigenden Staatsverschuldung und teureren Absicherungskosten.
Die freigewordenen Anteile wurden teilweise in Franken-Obligationen und globale Unternehmensanleihen angelegt.
Bereits das zweite Jahr in Folge waren Aktien, mit derzeit 34,1 Prozent des Portfolios, die größte Anlageklasse. Die Anteile der Immobilien (22,6%; +0,1%) und der Alternativen Anlagen (9,8%; -0,3%) haben sich gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig verändert.
Infrastruktur dominiert Alternative Anlagen
84 Prozent der Pensionskassen investieren in Alternative Anlagen. Der Anteil Alternativer Anlagen an der Gesamtallokation bewegt sich seit rund zehn Jahren um die Zehn-Prozent-Marke. Der Mix innerhalb der Alternativen Anlagen hat sich in diesem Zeitfenster hingegen verändert. Während früher u.a. Hedgefonds dominierten, stellen Infrastrukturanlagen mit 2,8 Prozent des Gesamtvermögens oder 28 Prozent der Alternativen Anlagen mittlerweile den größten Anteil dar, gefolgt von Private Equity mit 2,4 Prozent, respektive 24 Prozent.
Anstieg der Quote der illiquiden Anlagen
Die Analyse der Allokationsdaten schweizerischer Pensionskassen der letzten Jahrzehnte veranschaulicht einen deutlichen Anstieg illiquider Anlagen. Hierbei handelt es sich um Vermögenswerte, die nicht handelbar sind, oder deren Handel mit hohen Kosten verbunden ist. Dies sind beispielsweise Immobilien, Hypotheken oder Alternative Anlagen. Der Anteil illiquider Anlagen stieg innerhalb von 15 Jahren von 28,2 Prozent auf aktuell 35,7 Prozent. Ursächlich für diesen Anstieg waren das Tiefzinsumfeld in den 2010er Jahren sowie die Suche nach neuen Renditetreibern und Diversifikationsmöglichkeiten. Insbesondere bei den Alternativen Anlagen war zwischen 2013 und 2017 ein ausgeprägter Anstieg zu beobachten.
Warum investieren Pensionskassen in illiquide Anlagen?
Die Antwort ist laut Complementa eindeutig: Diversifikation steht an erster Stelle. Für 87 Prozent der befragten Kassen sind die zusätzlichen Diversifikationseffekte und die daraus resultierende Reduktion des Portfoliorisikos ein relevantes oder sehr relevantes Entscheidungskriterium. Daneben schätzen auch 84 Prozent der Befragten den Zugang zu zusätzlichen Renditequellen.
Eine hohe Illiquiditätsquote schränkt jedoch die Flexibilität ein. Entsprechend müssen Pensionskassen den jeweiligen Mehrwert zusätzlicher illiquider Anlagen gegenüber der sinkenden Flexibilität abwägen. Rund ein Drittel der befragten Vorsorgeeinrichtungen hat eine explizite Obergrenze für illiquide Anlagen festgelegt. Bei der Mehrheit der befragten Pensionskassen gibt es zwar keine explizite Obergrenze, die Gesamtquote wird jedoch durch Überlegungen bezüglich Flexibilität und steigender Komplexität beschränkt. 68 Prozent bzw. 62 Prozent der Befragten stufen diese Faktoren als relevant oder sehr relevant ein. Weitere Faktoren, die die Höhe der Quote begrenzen, sind die Struktur der Verpflichtungen, regulatorische Vorgaben und Kostenüberlegungen.
Der weitere Ausbau illiquider Anlagen konzentriert sich aktuell vor allem auf Schweizer Immobilien und Infrastrukturanlagen. 31 Prozent der Befragten gaben an, die Anlageklasse „Immobilien Schweiz“ aufstocken zu wollen. Bei den Infrastrukturanlagen planen 28 Prozent einen weiteren Ausbau. Ob daraus ein Anstieg der Illiquiditätsquote resultiert, bleibt Complementa zufolge abzuwarten: Die Erhebung zeigt auch, dass beispielsweise 21 Prozent der Befragten ihr Engagement im Bereich Immobilien Ausland reduzieren wollen.
Weiter sinkende Kosten
Die Entwicklung der Vermögensverwaltungskosten folgt dem langfristigen Trend. So wies die 2. Säule im Jahr 2025 mit durchschnittlich 0,40 Prozent die bislang tiefste Kostenquote auf. Der stetige Rückgang ist laut Complementa bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass in den letzten Jahren kostenintensivere Anlagekategorien wie Immobilien und Alternative Anlagen ausgebaut wurden. Das zeigt, dass Vorsorgeeinrichtungen die Vermögensverwaltungskosten weiterhin im Fokus haben. Die vertiefte mehrjährige Analyse zeigt zudem, dass günstige Umsetzungen nicht zu höherer Nettorendite führten - ebenso wenig wie kostenintensivere Umsetzungen keinen wesentlich höheren Ertrag generierten. (aa)
Veränderung der Vermögensallokation (2006 – 2025)

Quelle: Complementa Pensionskassenstudie "Risiko Check-up 2026"