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Die neue Normalisierung

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Seit 2009 haben die Zentralbanken ihre Bilanzen auf beispiellose Art aufgebläht. Angesichts des weltweit verbesserten Wirtschaftsumfelds hat die Notwendigkeit einer „Normalisierung“ – Anhebung der Zinsen und Reduzierung der Bilanzen – zu einer vierten Welle des Tapering geführt.

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Diese Hedgefondsstrategie wird wahrscheinlich aussterben

Makro-Hedgefondsmanager durchleben derzeit schwierige Zeiten. Immer härtere Konkurrenz, seien es billige ETFs oder extrem schnelle Handelsprogramme auf Basis künstlicher Intelligenz, sorgen dafür, dass immer mehr altgediente Hedgefondsmanager das Handtuch werfen.

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Makro-Strategien, die beispielsweise von George Soros (Bild) jahrelang erfolgreich umgesetzt wurden, sind derzeit wenig profitabel. Investoren entziehen ihr Vertrauen und ihre Gelder. Die Entwicklung hat einige Gründe.
 

Die Finanzmärkte machen inzwischen keinen Sinn mehr für Makro-Hedgefondsmanager wie Mark Spindel. Nachdem er sich drei Jahrzehnte lang auf Dinge wie Konjunkturtrends, Währungsbewegungen, Politik und Strategien fokussiert hatte, wurde Spindel von Märkten mit geringer Volatilität, Algorithmen und mehr durcheinandergebracht. Schließlich gab er sich geschlagen und schloss nach neun Jahre seinen Hedgefonds. Darüber berichtet "Bloomberg News".

"Ich fühlte die Intensität, die Märkte in einer Zeit mit zunehmender politischer und konjunktureller Verwirrung zu verfolgen, sehr stark", sagt Spindel, Gründer von Potomac River Capital in Washington. "Meine ganze Karriere hatte sich um das Verstehen von Geldpolitik gedreht und ich hatte Probleme, das zu durchblicken. Es war anstrengend."

Master of the Universe sind eine aussterbende Spezies
In der Tat: Es sind schwierige Zeiten für Makro-Manager - jene Nachfahren des berühmten Investors George Soros, der einst als Herrscher des Universums beschrieben worden war. In diesem Jahr haben sie kaum Geld verdient und die Erträge sehen blass aus im Vergleich zu billigeren Index-Fonds. Viele Investoren halten dieser Tage nach Alternativen Ausschau.

Andrew Law von Caxton Associates beispielsweise berichtete einen Rekordverlust. Alan Howard hatte das schlechteste erste Halbjahr in der Geschichte seines Hedgefonds. Selbst alte Mitspieler wie Louis Bacon wurden vor Verlusten nicht verschont. Und Soros’ Sohn Robert räumte im vergangenen Monat ein, dass sein Familienunternehmen weniger Makro-Wetten eingegangen ist angesichts geringerer Chancen.

Das lässt einige in der Makro-Branche fragen: Kann sich diese klassische Hedgefonds-Strategie in einer Zeit ungewöhnlicher Zentralbank-Maßnahmen und Algorithmen noch immer so bezahlt machen wie in der Vergangenheit?

Die alte Garde verdiente ihr Vermögen, als die Märkte undurchsichtiger und weniger effizient waren und als sie Zugang zu Marktinformationen hatte, die nur einigen wenigen Menschen zur Verfügung standen. An Preistrends ließ sich leichter festhalten, Leverage war weit verbreitet und die Anzahl der Computer geringer.

Technologie ist eine Fluch
Heute haben es die Fonds mit einer Flut an Technologie zu tun, die Informationen schneller und breiter verteilt. Einige Algorithmen können Preis-Anomalien nahezu in Echtzeit erkennen und einfangen. Und Computer-Modelle sind in der Lage, die Märkte billiger zu verfolgen.

Makro-Manager hatten ihr schlechtestes erstes Halbjahr seit dem vergleichbaren Zeitraum 2013, mit einem durchschnittlichen Verlust von 0,8 Prozent nach einem Minus von einem Prozent im Juni, zeigen Daten von Hedge Fund Research. Die Hedgefonds-Branche insgesamt kommt hingegen auf ein Plus von 3,7 Prozent in ersten Halbjahr und 4,9 Prozent auf Jahresbasis in den vergangenen fünf Jahren.

Investoren ziehen die Reißleine
Investoren haben bei der Strategie längst die Geduld verloren. Sie zogen im ersten Quartal rund 3,8 Milliarden Dollar von Hedgefondsmanagern mit Spielraum ab - es war der fünfte Monat in Folge mit Abzügen, zeigen HFR-Daten. Makro-Fonds, die mit Computern gesteuert werden, verzeichneten hingegen einen Zufluss von 4,9 Milliarden Dollar.

"Es ist nicht zu ignorieren, dass sich Makro-Fonds in den vergangenen rund sieben Jahren gut entwickelt haben sollten wegen all der politischen und wirtschaftlichen Ereignisse", sagt Adam Duncan, Managing Director beim Investmentberater Cambridge Associates. "Und dennoch hat keiner Geld verdient. Die Idee, dass der Pool an Chancen nicht vorhanden gewesen sei, stimmt nicht. Die Märkte haben sich in alle möglichen Richtungen bewegt."

Ein Blick auf die vergangenen beiden Jahre genügt: Der Pfund sank in dieser Zeit gegenüber dem Dollar auf das niedrigste Niveau seit mehr als drei Jahrzehnten. Der kanadische Dollar sackte auf den niedrigsten Stand seit 2003 ab. Und Gold verbilligte sich auf den geringsten Wert in fünf Jahren.

Spindel kümmert sich jetzt nur noch um sein eigenes Geld und schreibt gerade an einem Buch über die Federal Reserve. Eines Tages wird er vielleicht wieder zurückkehren und das Vermögen anderer verwalten, sagt er. (aa)

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