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Integration von ESG-Kriterien bei Infrastruktur-Investitionen

Charles Dupont und Claire Smith, Schroders erläutern beim Investmentforum am Beispiel des US-amerikanischen Energieversorgers Pacific Gas & Electric Corporation die Integration von ESG Kriterien in den Investmentprozess. Erfahren Sie mehr!

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Diese drei Schwellenländer bergen Chancen

Nach Anzeichen einer Erholung in den Schwellenländern zu Jahresanfang haben Sorgen um die nachlassende Konjunktur in China, aber auch in Europa und Japan, Schwellenländerinvestoren verschreckt. Die Experten von AllianceBernstein (AB) sind trotz negativer Schlagzeilen überzeugt, dass es Chancen gibt.

AXA WF Global Green Bonds
© Oliver Boehmer

2018  war für Schwellenländeranleger kein Zuckerschlecken. Eskalierende Spannungen zwischen China und den USA, höhere US-Zinsen und ein stärkerer US-Dollar führten zu einer schmerzhaften Korrektur bei EM-Vermögenswerten, insbesondere bei Aktien. Anfang 2019  hatten sich die Kapitalmärkte der Emerging Markets rasch erholt, nachdem die Zinserhöhungen der Fed in weite Ferne rückten. Zudem erwachte die Hoffnung auf eine Lösung des US-chinesischen Handelskonflikts. Auch wenn der Aufschwung in den letzten Wochen etwas nachgelassen hat, sind die Exoerten von AB der Meinung, dass die Erholung weitergehen wird – wenn auch mit einer erhöhten Volatilität.

Relative Bewertungen stimmen zuversichtlich
Schwellenländeraktien werden mit einem Abschlag von rund einem Drittel zu Papieren aus den Industrieländern gehandelt. Und obwohl die Gewinnwachstumsaussichten nach unten redigiert wurden, liegen diese bei Unternehmen aus Schwellenländern immer noch bei zehn Prozent – rund zwei Prozent über dem globalen Durchschnitt. Zudem sind die Margen der EM-Unternehmen noch weitaus geringer als in den Industriestaaten – AB vermutet hier Aufholpotential. 

US-Dollar-Kursanstieg 2018 war ein herber Schlag
Speziell auf den externen Finanzierungsbedarf der Schwellenländer triff dies zu. Nach Ansicht von AB nach ist die US-amerikanische Währung mittlerweile extrem überteuert. Ein Vergleich mit einem handelsgewichteten Währungskorb zeige, dass seit Mitte der 1980er Jahre der US-Dollar nicht mehr so hoch bewertet gewesen sei. Man glaubt, dass dieser Trend nicht nachhaltig ist und sich sogar umkehren könnte. Das könnte Vermögenswerten aus den Schwellenländern weiteren Auftrieb geben.

Weiteres positives Zeichen
In der Vergangenheit haben Unternehmen aus den Schwellenländern oft eine Kursrallye hingelegt, wenn die Gewinne im Vorjahr erheblich höher als die Aktienperformance waren. Das ist auch gegenwärtig der Fall. Aus historischer Perspektive könnten EM-Aktien in diesem Jahr also hohe Erträge abwerfen.

Schwellenland ist nicht gleich Schwellenland
Nicht alle Märkte haben gleichermaßen unter dem starken Dollar gelitten – und sind auch von den Handelsspannungen zwischen den USA und China unterschiedlich stark betroffen. Zudem sind die Länder wirtschaftlich und politisch sehr verschieden. Anleger benötigen daher einen guten Durchblick und eine differenzierte Herangehensweise, was die Regionen, Assetklassen und Sektoren angeht. AB sieht heute drei Regionen, die aktuell erstaunliche Anlagechancen bieten könnten.

China: Trendwende in Sicht
Die Regierungen der USA und Chinas haben ihren aggressiven Tonfall im schwelenden Handelskonflikt erheblich gemildert. Selbst wenn eine wirkliche Einigung nicht unbedingt unmittelbar bevorsteht, ist die sinkende Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation positiv zu werten. In der Tat hat sich die Stimmung auf Chinas Aktienmarkt schon deutlich verbessert. Zugleich sind chinesische Aktien auf Basis der Kurs-Gewinn- und Kurs-Buch-Verhältnisse günstig. Zusätzliche Impulse verleihen zudem erhöhte Staatsausgaben und eine gestiegene Kreditvergabe.

Türkei: übersehene Erholung
Die Türkei durchlitt im Sommer 2018 einen Währungs- und Börsencrash, der hohe mediale Aufmerksamkeit erhielt. Galoppierende Inflation und die politische Einmischung in die Zentralbankpolitik erschütterten das Anlegervertrauen. Seitdem haben Regierung und Notenbank jedoch energische Maßnahmen ergriffen, um die Inflation und andere makroökonomische Ungleichgewichte zu bekämpfen – mit dem Erfolg, dass sich die Aktienmärkte stabilisierten und sich nun sogar eine Erholung abzeichnet. Die Korrektur an den Aktien- und Devisenmärkten war extrem, und die Risikoprämien bei türkischen Titeln gehören heute zu den höchsten aller Schwellenländer. Historisch gesehen erleben Schwellenländer innerhalb der zwei Jahre nach einem Währungscrash wie jenem in der Türkei im Jahr 2018 einen starken Aufschwung – vorausgesetzt, die Wirtschaft stabilisiert sich und Investoren steigen wieder ein. Dennoch dürften türkische Aktien und die Lira aufgrund der anhaltenden Skepsis der Anleger volatil bleiben, wie es auch die jüngsten Turbulenzen wieder zeigen. Aus diesem Grund sollte man hier vorsichtig vorgehen. In einem globalen Schwellenländerportfolio dürfte unserer Meinung nach eine angemessene Allokation auf türkische Aktien und die Währung jedoch einen positiven Beitrag zur Rendite leisten.

Indonesien: Anleihen bevorzugt
In den meisten Schwellenländern sieht AB bei Aktien mehr Potential als bei Anleihen. Für Indonesien gilt jedoch das Gegenteil. Denn: Die Aktienbewertungen in Asiens drittgrößtem Land nach Bevölkerung sind vergleichsweise hoch, Anleihen sind dagegen attraktiv, denn Haushaltslage und politische Situation sind stabil. So können indonesische Staatsanleihen einem diversifizierten EM-Portfolio zusätzlichen Halt verleihen.

Die Märkte der Schwellenländer werden wohl immer recht volatil bleiben, und 2019 dürfte keine Ausnahme bilden. Statt alle Schwellenländer über einen Kamm zu scheren, sollten Anleger die einzelnen Regionen, Assetklassen und Sektoren differenziert betrachten. Ihr Durchhaltevermögen wird sich langfristig lohnen. (kb)

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