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Wirtschaftliche Normalisierung begünstigt Value-Investing

Die mit dem Value-Stil über 1, 3, 5 und 10 Jahre erzielte Performance hinkt derzeit noch hinterher. Hier zeichnet sich jedoch eine Trendwende ab, da die beiden Hauptfaktoren, nämlich die Flaute der europäischen Wirtschaft und der anhaltende Rückgang der Zinssätze, sich nun ins Gegenteil verkehren.

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Isabel Levy, Geschäftsführende Generaldirektorin, Leiterin Fondsmanagement sowie Co-Gründerin von METROPOLE Gestion 
© Metropole Gestion

Die politische Instabilität und die Kraftlosigkeit der europäischen Wirtschaft, die von zwei dicht aufeinanderfolgenden Rezessionen erschüttert wurde, veranlassten die Anleger in den letzten Jahren dazu, sich besonders stabilen und berechenbaren Werten mit vermeintlich geringerem Risiko zuzuwenden und das Kriterium der Bewertung in den Hintergrund zu rücken. Der derzeitige wirtschaftliche Kontext hat sich jedoch grundlegend gewandelt und alle makroökonomischen Indikatoren weisen auf ein anhaltendes und koordiniertes Wachstum der Weltwirtschaft hin, schreibt Metropole Gestion in einem aktuellen Kommentar.   

Korrektur der Überbewertung defensiver Titel steht an

Die Geldpolitik der unkonventionellen Mittel, die die Zinsen künstlich niedrig hielt, verstärkte ebenso dieses Verlangen nach mutmaßlich risikoarmen Investments mit großer Vorhersehbarkeit wie beispielsweise die nicht-zyklischen Konsumgüter oder Papiere der Nahrungsmittel- oder Immobilienbranche. Deren Bewertungen konnten Niveaus erreichen, die nur schwer mit den grundlegenden Merkmalen dieser Sektoren zu vereinbaren sind. Inmitten der politischen Wirrungen in Europa und einem deutschen Zehnjahreszins im Negativbereich wurde eine Aktie wie Nestlé mit ihrem bescheidenen, aber berechenbaren Wachstum und einer Dividendenrendite von mehr als drei Prozent logischerweise als defensiver Wert wahrgenommen.

Anlagestile im Performancevergleich

Quelle: Bloomberg, Werte von U12/2017

Outperformance des Value-Investings sollte jetzt kommen

Die allmähliche Normalisierung der Geldpolitiken dürfte daher aufgrund der durch den Wiederanstieg der kurz- und langfristigen Zinssätze bedingten Trendwende zu einer Korrektur der Überbewertungen führen. Die Outperformance des Value-Investings wird in den nächsten Monaten vor allem durch die zahlreichen Unterbewertungen ganzer Segmente des europäischen Aktienmarktes beflügelt werden. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang Unternehmen, die sich wie ThyssenKrupp oder CNH in einer Umstrukturierungsphase befinden, wobei CNH seine Fixkostenbasis halbieren konnte, ohne dass diese Änderungen bereits vom Markt berücksichtigt wurden, da das Unternehmen sich noch immer am Tiefpunkt seines Aktivitätszyklus befindet.

In vielen Branchen ist die Bewertung noch am Tiefpunkt

Andere Unternehmen leiden unter der Beeinflussung ihres Geschäftsmodells durch disruptive digitale Technologien. Dazu gehören insbesondere Einzelhandelsketten wie Carrefour oder Werbeagenturen wie WPP und Publicis, deren Unterbewertung die vermeintliche Unfähigkeit dieser Unternehmen widerspiegelt, sich an ein neues Umfeld anzupassen, was mit Sicherheit übertrieben ist. Zu nennen sind auch die Werte, bei denen sich die Cashflow-Generierung deutlich verbessert aber die Bewertung einen Tiefpunkt aufweist. Dies gilt beispielsweise für die Telekommunikationsbranche oder auch für viele Ölkonzerne oder Ölfelddienstleister, deren Rentabilität sich zwar unabhängig von den Schwankungen der Ölpreise verbessert hat, deren Bewertung jedoch gemessen am Verhältnis von Unternehmenswert zu eingesetztem Kapital noch immer auf einem historischen Tiefstand liegt. Und es gibt Banken wie Unicredit, die vor allem dank der Bereinigung ihrer Bilanz in 2017 einen Anstieg ihres Nettogewinns um 185 Prozent verzeichnen konnte und deren Zinsspanne noch immer am Tiefpunkt des Zyklus liegt aber von der Normalisierung der EZB-Geldpolitik profitieren dürfte. Die Bewertung der Aktie mit 0,7x Tangible Equity spiegle jedoch weiterhin den zyklischen Tiefpunkt wider, so die Expoerten von Metropole Gestion.

Fazit

Die derzeitige konjunkturelle Erholung in Europa, der unvermeidliche Zinsanstieg und die Unterbewertung ganzer Segmente des europäischen Aktienmarktes bieten laut Metropole Gestion ideale Voraussetzungen für eine Outperformance des Value-Stils in den nächsten Monaten. (kb)

 

 

 

 

 

 

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