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Die Strategie des Impact-Pioniers IFC

Impact Investing in Emerging Markets gilt vielen Investoren noch als Zukunftsterrain. Tatsächlich gibt es aber eine Institution, die diese Art von Investition bereits seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts erfolgreich betreibt – der Impact-Investor IFC als Case Study.

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Die Grafik „Schlüssel-Finanzkennzahlen“ zeigt die Entwicklung von Beteiligungsrenditen, eingesetztem Hebel und administra­tiven Kosten der IFC seit Beginn der ersten Darlehensvergabe 1957, als man zwei Millionen US-Dollar an ­eine in Brasilien beheimatete Firma mit Siemens-Beteiligung vergab. 1961 wurde die Satzung dahingehend verändert, dass man das Halten von Beteiligungen gestattete, was zu einem starken Anstieg von Beteiligungsinvestitionen in den Jahren 1963 und 1964 auf zirka 50 Prozent der Gesamtinvestments führte. Beteiligungsinvestitionen in Privatmärkten sind für die IFC die Basis für das Kapitalwachstum durch einbehaltene Gewinne geworden, wobei die Kapitalrendite hohe Werte wie beispielsweise 1989 (Return on Equity: 12,4 Prozent) und 2005 (ROE: 20,5 Prozent) erreichte. Die IFC nimmt auch Gelder an den internationalen Kapitalmärkten auf und arbeitet mit Leverage: 2019 etwa liegt die Leverage ­Ratio bei 3,6

Attraktive Rendite
Das erste Resultat ist, dass die Umsetzung der IFC-Strategie langfristig attraktive Renditen ermöglicht hat. Misst man die Renditen des IFC-Beteiligungsportfolios am S&P 500 Index, ergeben die Analysen, dass das Gesamtportfolio einen PME-Wert von 1,15 erzielt hat, woraus man schließen kann, dass das IFC-Portfolio über die gesamte Zeitspanne seines Bestehens eine jährliche Mehrrendite gegenüber einem Engagement am US-Aktienmarkt von 15 Prozent erwirtschaften kann.

Die Idee, mit seinen Investments zielgerichtet Gutes im Hinblick auf ökologische und soziale Problemstellungen zu bewirken, ist dieser Tage enorm ­populär. Dabei gibt es eine supranationale Institution, die sich schon seit Jahrzehnten genau diesem Zweck verpflichtet hat, auf ökologische und soziale Verbesserungen in Schwellenländern abzielt und einen eindrucksvollen Track Record aufweist, der keinen Vergleich zu scheuen braucht: die ­International Finance Corporation (IFC).

Traditionsreich
1956 als Weltbanktochter gegründet, umfasst das Mandat der in 130 Schwellenländern vertretenen IFC „die weitere wirtschaftliche Entwicklung durch Belebung des Wachstums produktiver Privatunter­nehmen in den Mitgliedsstaaten, speziell in den weniger entwickelten Gebieten“. Der Investmentansatz der Organisation geht auf die Erkenntnis zurück, dass einige ausgewählte Märkte nicht über adäquates Investmentkapital verfügen. Die Satzung der IFC spricht davon, dass „(…) die IFC Finanzierungen in jenen Fällen übernehmen soll, in denen ausreichend viel privates Kapital zu vernünftigen Konditionen nicht verfügbar ist“. 185 Mitgliedsstaaten besitzen und steuern die Institution, legen deren Statuten und Ziele fest und statten sie mit Eigenkapital aus. Die Bilanzsumme der IFC beträgt zirka 99 Milliarden US-Dollar, wovon 43 Milliar­den entwicklungsfördernde Investments ausmachen, während der Rest liquide Mittel sind.

Die Weltbank hat zuletzt im Rahmen einer groß angelegten Studie vergangenen August die Effizienz der IFC-Investments untersucht. So haben die Autoren den Wert der von der IFC für den Erwerb von Beteiligungen jährlich seit 1970 eingesetzten Zahlungsmittel den weltweit getätigten ausländischen Direktinvestitionen (FDIs, Foreign Direct Investments) gegenübergestellt (siehe Grafik „Reales jährliches Beteiligungsinvestment“). Bei diesen seit 1970 vorhandenen Daten handelt es sich um ­Investitionen von Direktinvestoren in das im Ausland befindliche Anlagevermögen von Unternehmen oder Projekten mit dem Ziel, Einfluss und Kontrolle über diese ­Investition auszuüben. Grafisch lässt sich auf diese Weise der Gleichlauf der beiden Größen darstellen.

Steigendes Engagement
So ist das Beteiligungsengagement der IFC mit den FDIs gestiegen, hat sich aber in Abschwungphasen als weniger volatil erwiesen. Während die ­ausländischen Direktinvestitionen in den Rezessionen 2001 und 2008 substanziell ­zurückgingen, stiegen die IFC-Investitionen im Jahr 2001 sogar an. 2008 fielen sie zwar kurzzeitig, legten in den Folgejahren allerdings deutlich zu, während bei den FDIs ­eine Plateaubildung zu verzeichnen war. 2018 allerdings gingen sowohl die Investitionen der FDIs und der IFC deutlich zurück. Dazu muss man wissen, dass die IFC 2017 begann, Gespräche bezüglich einer Kapitalerhöhung mit ihren Gesellschaftern zu führen, die sich 2019 materialisierten. Anscheinend sah sich die IFC zu dieser Zeit mit zu wenig Kapital ausgestattet. Der Rückgang der ausländischen Direktinvestitionen in diesen Jahren steht auch im Einklang mit einem möglichen Rückgang an verfügbaren Investmentopportunitäten.

Die ausführliche Analyse finden Sie in in der gedruckten Institutional Money Impact-Sonderausgabe 2 | 2021 oder im E-Magazin. (kb/hw)

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