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Die nächste Börsenblase wird grün

Warum die Zinsen auf lange Sicht sehr niedrig bleiben und "Grüne Aktien" wohl die nächste große Blase werden, erläutert Gottfried Urban von Urban & Kollegen Vermögensmanagement.

Gottfried Urban, Urban & Kollegen Vermögensmanagement
Gottfried Urban, Urban & Kollegen Vermögensmanagement
© Bayerische Vermögen

Investoren, die den “großen Crash” im Zuge des ersten Lockdowns und der zweiten Pandemie-Welle befürchtet hatten, wurden überrascht: Das System ist wieder einmal nicht untergegangen. Laut Gottfried Urban, Urban & Kollegen Vermögensmanagement, Altötting, wissen die Zentralbanken genau, wie sie manipulieren müssen: Indem sie eine Nullzinspolitik fahren und Schuldpapiere mit neu geschaffenem Geld kaufen. Sehr viel Geld kommt dabei aber nicht in der Realwirtschaft an und landet in der Finanzspekulation. Eine Überstimulierung der Weltwirtschaft und eine Inflation der Vermögenspreise werden in Kauf genommen, moniert Urban.

Die Nullzinspolitik und das EZB-Programm zum Anleihenkauf wird laut Urban die Geldmengen immer stärker ausweiten. "Wer davon ausgehend zunehmende Inflation erwartet, hat gute Gründe, auf einen exponentiellen Anstieg der Aktienkurse zu setzen. Kein Wunder, dass auch Gold oder Digitalwährungen (Kryptogeld) als inflationssichere Anlagealternativen außerhalb des Geldkreislaufes im Jahr 2020 entdeckt wurden", hält Urban fest.

Notenbanken verbünden sich mit der Politik
Global würden die Notenbanken den Weg in Richtung „Zinsabschaffung“ weiter verfolgen. Geht es dabei aktuell um die Bewältigung der wirtschaftlichen Pandemie-Folgen, werden künftig die Ziele einer nachhaltigen Ökonomie und einer CO2 freien Energiewirtschaft als Motive dienen.

Die Tagesordnungen der großen internationalen Zukunftskonferenzen gleichen Urban zufolge mittlerweile einem Grünen-Parteitag. Ein Neustart sei zweifellos notwendig. Das Ende des fossilen Zeitalters ist politisch beschlossen. Die Kosten werden enorm sein. Der freie Markt würde hoch verschuldeten Staaten dafür kein billiges Geld zur Verfügung stellen.

Die Notenbanken stehen bereit. In der Eurozone habe die neue EZB-Präsidentin indirekt die zumindest auf dem Papier noch bestehende Unabhängigkeit der Notenbank aufgegeben und sich mit politischen Entscheidungen verbündet. "Auch in den USA verfestigt sich offensichtlich die Verbindung zwischen Fiskal- und Notenbankpolitik mit der Positionierung der ehemaligen Notenbankchefin Yellen als Finanzministerin.  Der Zins wird und muss zumindest für Staaten wahrscheinlich dauerhaft abgeschafft werden", sagt Urban.

Was das für die Kapitalmärkte bedeutet
Menschen beginnen gespartes Geld auszugeben – auch für Vermögensgüter wie Aktien, Häuser, Edelmetalle, Kunst. Die Preise steigen. Die Bereitschaft Geldvermögen zu halten schwindet. Von einer „Flucht aus dem Geld“ sei dennoch bislang nichts zu erkennen. Die Einlagen bei Banken erreichen Rekordsummen. "Das könnte der Treibsatz für eine „Katastrophenhausse“ werden. Aktienkurse könnten sich in den 2020er Jahren weit von der Realwirtschaft abkoppeln", prognostiziert Urban.

Die Notenbanken könnten nicht wieder aus der Nullzinspolitik aussteigen, ohne Probleme für die Staatsfinanzen und Turbulenzen an den Finanzmärkten zu erzeugen.

"Und wie sich die Politik immer stärker in Richtung Nachhaltigkeit positioniert, erinnert es an die Werbung für die Telekom-Aktien Ende der 1990er-Jahre - und die folgende Hightech-Blase. Nun könnte - politisch getrieben - eine neue Blase entstehen, mit Firmen, die erneuerbare Energien, Rohstoffe für neue Batterietechnik, die Kreislaufwirtschaft oder die E-Mobilität im Fokus haben!", warnt der erfahrene Vermögensverwalter abschließend. (aa)

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