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Die fünf größten Inflations-Irrtümer

Kaum ein Thema beherrscht die Schlagzeilen in Marktkommentaren und die Diskussionen unter Investmentprofis dieser Tage so sehr wie eine möglicherweise kraftvolle Rückkehr der Inflation. Der Schweizer "Tages-Anzeiger" klärt die wichtigsten Fragen zu diesem Aspekt.

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Missverständnis 5: Inflation ist Gift für die Börse
Massive Geldentwertung, Hamsterkäufe, Heerscharen quasi-enteigneter Sparer: Mit solchen Übeln wird die Inflation oft in Verbindung gebracht. Entsprechend unbeliebt ist sie auch bei Börsianern. Geprägt ist diese Sichtweise von den Erfahrungen der 1970er-Jahre, als explodierende Teuerungsraten, aber auch gesamtwirtschaftlicher Stillstand herrschte. Damals wurde der Begriff "Stagflation" geprägt. Dieses Phänomen bescherte Aktionären nach Abzug der Inflation herbe Verluste. Aber das bedeutet länsgt nicht, dass mehr Teuerung verheerend für die Börsen sein muss: Wenn gleichzeitig die Wirtschaft kräftig wächst, überwiegt der positive Effekt auf die Unternehmensgewinne. Da man mit Aktien einen Anteil an materiellen und immateriellen Unternehmenswerten besitzt, gelten sie als vergleichsweise inflationsimmmune Sachwerte. Eine Auswertung des Credit Suisse Research Institute in rund zwei Dutzend Ländern und über hundert Jahre zeigt, dass der reale Aktienertrag nur bei Hyperinflation (also Teuerungsraten jenseits der 20-Prozent-Marke) negativ war.
© chompoo / stock.adobe.com

Google-Suchen nach dem Begriff "Inflation" sind in den USA auf einen Rekordwert gestiegen. Angesichts der Tatsache, dass die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten im April 2021 bei satten 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat lag, ist das nicht weiter verwunderlich. Auch in Europa werden die Teuerungsraten wieder größer. So schießen die Preise für diverse Getreidesorten, Industriemetalle und vor allem Rohöl nach oben. Das schürt Ängste bei Anlegern und verunsichert Verbraucher. Doch wieso hat der Begriff "Inflation" ein fast durchweg furchteinflößendes Image?

Wer als Unternehmer die Preise für seine Güter oder Dienstleistungen erhöht und dennoch massenhaft zufriedene Abnehmer für sein Sortiment findet (und so Umsatz und Gewinn steigert oder zumindest stabilisiert) kann – inklusive seiner Mitgesellschafter und der Belegschaft – hochzufrieden sein. Wie so oft also scheint die Interpretation im Auge des Betrachters zu liegen.

Wie genau entsteht Inflation, wie wird sie gemessen, und was bedeutet sie für den Arbeitsmarkt und die Börsen? Der Schweizer "Tages-Anzeiger" ist diesen Fragen auf den Grund gegangen, um einige Missverständnisse aus der Welt zu schaffen – klicken Sie sich durch unsere Fotostrecke oben. (mb/ps)

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