Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Die fünf größten Inflations-Irrtümer

Kaum ein Thema beherrscht die Schlagzeilen in Marktkommentaren und die Diskussionen unter Investmentprofis dieser Tage so sehr wie eine möglicherweise kraftvolle Rückkehr der Inflation. Der Schweizer "Tages-Anzeiger" klärt die wichtigsten Fragen zu diesem Aspekt.

fotolia_151433566_lassedesignen.jpg
Missverständnis 2: Mehr Inflation oder mehr Arbeitslosigkeit - wie hätten Sie es gerne?
Viele Regierungen denken, sie könnten entscheiden, ob sie niedrige Inflation mit hoher Arbeitslosigkeit, hohe Inflation mit niedriger Arbeitslosigkeit oder ein wenig Inflation mit etwas Arbeitslosigkeit "erkaufen" möchten. Die Vorstellung, es gebe eine Wahlmöglichkeit zwischen beiden, hält sich trotz schwindender Evidenz in den Köpfen.

Ursprung der eigentlich charmanten Idee ist die Phillips-Kurve, benannt nach dem Ökonomen William Phillips, der 1958 in historischen Daten einen negativen Zusammenhang zwischen Lohninflation und Arbeitslosigkeit festgestellt zu haben glaubte.

Paul Samuelson und Robert Solow modifizierten die Phillips-Kurve, indem sie den Faktor "Lohnsteigerungen" allgemein durch die Teuerung ersetzten. Wenn die Kapazitäten am Arbeitsmarkt ausgelastet sind und zusätzliche Arbeitskräfte nur schwer zu finden sind, steigen die Löhne und dann die algemeinen Preise, so die Vorstellung.

Erst in 1970er-Jahren geriet dieses Dogma ins Wanken. Die Ausweitung der Geldmenge zur Stimulierung der Wirtschaft führte nicht zum erhofften Erfolg: Inflation und Arbeitslosigkeit kletterten simultan aufwärts.

Heute ist von der Kurve nicht mehr viel übrig. Weil Inflation und Arbeitslosenquote keinen signifikanten Zusammenhang aufweisen, spricht man nun eher von der "Philipskurven-Illusion".
© lassedesignen / stock.adobe.com

Google-Suchen nach dem Begriff "Inflation" sind in den USA auf einen Rekordwert gestiegen. Angesichts der Tatsache, dass die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten im April 2021 bei satten 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat lag, ist das nicht weiter verwunderlich. Auch in Europa werden die Teuerungsraten wieder größer. So schießen die Preise für diverse Getreidesorten, Industriemetalle und vor allem Rohöl nach oben. Das schürt Ängste bei Anlegern und verunsichert Verbraucher. Doch wieso hat der Begriff "Inflation" ein fast durchweg furchteinflößendes Image?

Wer als Unternehmer die Preise für seine Güter oder Dienstleistungen erhöht und dennoch massenhaft zufriedene Abnehmer für sein Sortiment findet (und so Umsatz und Gewinn steigert oder zumindest stabilisiert) kann – inklusive seiner Mitgesellschafter und der Belegschaft – hochzufrieden sein. Wie so oft also scheint die Interpretation im Auge des Betrachters zu liegen.

Wie genau entsteht Inflation, wie wird sie gemessen, und was bedeutet sie für den Arbeitsmarkt und die Börsen? Der Schweizer "Tages-Anzeiger" ist diesen Fragen auf den Grund gegangen, um einige Missverständnisse aus der Welt zu schaffen – klicken Sie sich durch unsere Fotostrecke oben. (mb/ps)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren