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Die fünf größten Inflations-Irrtümer

Kaum ein Thema beherrscht die Schlagzeilen in Marktkommentaren und die Diskussionen unter Investmentprofis dieser Tage so sehr wie eine möglicherweise kraftvolle Rückkehr der Inflation. Der Schweizer "Tages-Anzeiger" klärt die wichtigsten Fragen zu diesem Aspekt.

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Missverständnis 1: Mehr Geld = mehr Inflation
Das Preisniveau steigt, wenn es zu viel Geld im Verhältnis zum Angebot von Waren und Dienstleistungen gibt. Oder wie der Ökonom Milton Friedman es formuliert hat: Inflation ist immer ein monetäres Phänomen. Sie kann nur entstehen, wenn die Geldmenge schneller wächst als die Gesamtproduktion.

Aber das bedeutet nicht zwangsweise, dass Inflation entstehen muss, wenn die Geldmenge rasant zunimmt. Denn gemäß der Quantitätstheorie des Geldes kommt es darauf an, ob und wie schnell das Geld im Wirtschaftskreislauf zirkuliert. Ein Rückgang der Umlaufgeschwindigkeit kann den Anstieg der Geldmenge nämlich mehr als kompensieren. Nur wenn diese Verlangsamung der Zirkulation nicht geschieht, führt der Anstieg der Geldmenge bei gleichbleibender Produktion zu einem Preisauftrieb.

Ebenso wie in den ersten Jahren nach der Finanzkrise 2008/2009 ist das heute nicht der Fall: Die Umlaufgeschwindigkeit ist zusammengebrochen. Das heißt: Das meiste Geld, das die Regierungen und die Notenbanken ins System pumpen, hat den Weg in die Realwirtschaft bislang gar nicht gefunden. Trotz staatlicher Bürgschaften halten die Banken mehr Reserven bei den Zentralbanken, statt mehr Kredite zu vergeben. Die Konsumenten legen das Geld auf die hohe Kante, statt es auszugeben. Erst recht seit Beginn der Covid-19-Pandemie.

Übrigens: Seit den 1960er-Jahren gibt es keinen statistisch auffälligen Zusammenhang mehr zwischen Inflation und Wachstum der breiten Geldmenge.
© alswart / stock.adobe.com

Google-Suchen nach dem Begriff "Inflation" sind in den USA auf einen Rekordwert gestiegen. Angesichts der Tatsache, dass die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten im April 2021 bei satten 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat lag, ist das nicht weiter verwunderlich. Auch in Europa werden die Teuerungsraten wieder größer. So schießen die Preise für diverse Getreidesorten, Industriemetalle und vor allem Rohöl nach oben. Das schürt Ängste bei Anlegern und verunsichert Verbraucher. Doch wieso hat der Begriff "Inflation" ein fast durchweg furchteinflößendes Image?

Wer als Unternehmer die Preise für seine Güter oder Dienstleistungen erhöht und dennoch massenhaft zufriedene Abnehmer für sein Sortiment findet (und so Umsatz und Gewinn steigert oder zumindest stabilisiert) kann – inklusive seiner Mitgesellschafter und der Belegschaft – hochzufrieden sein. Wie so oft also scheint die Interpretation im Auge des Betrachters zu liegen.

Wie genau entsteht Inflation, wie wird sie gemessen, und was bedeutet sie für den Arbeitsmarkt und die Börsen? Der Schweizer "Tages-Anzeiger" ist diesen Fragen auf den Grund gegangen, um einige Missverständnisse aus der Welt zu schaffen – klicken Sie sich durch unsere Fotostrecke oben. (mb/ps)

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