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Die beste Rallye aller Zeiten

Während Ökonomen vor einem Jahr noch darüber diskutierten, ob die Erholung V, W oder sogar ein L-förmig sein könnte, hatten die Kapitalmärkte ihre Entscheidung gefällt: Nach dem Corona-Absturz ging es V-förmig nach oben. Viele Indizes markierten neue Höchststände. Kann die Rallye noch weitergehen?

Marcel Müller von HQ Trust
Marcel Müller, Leiter Portfoliomanagement von HQ Trust
© HQ Trust

Um zu zeigen, wie stark die aktuelle Erholungsphase ausfällt, vergleicht Marcel Müller von HQ Trust sie im ersten Schritt Marcel Müller mit den Rallys des S&P 500 nach zehn anderen großen Kurseinbrüchen – wie etwa der Großen Depression, zwei Ölkrisen, der Dotcom-Blase oder der Finanzkrise. Im zweiten Schritt analysiert der Leiter Portfoliomanagement von HQ Trust, ob Aktien für Anleger weiterhin interessant sind.

Erkenntnisse des Vergleichs
„Die aktuelle Erholungsphase ist die stärkste seit dem Jahr 1927. In den rund 250 Tagen seit dem Tief im März 2020 legte der S&P 500 aktuell um rund 70 Prozent zu“, stellt Marcel Müller fest. „Die meisten Gegenbewegungen haben dieses Niveau nicht einmal in der doppelten Zeit erreicht. Ähnlich stark wie die aktuelle Rallye waren nur die nach der Finanzkrise und nach der Großen Depression in den 1930er Jahren.“

Die aktuelle Erholungsphase ist die stärkste seit dem Jahr 1927
Erholung vom Tiefpunkt des Bärenmarktes des S&P 500

Quelle: Makrotrends, Refinitiv, HQ Trust

Haben die Aktienkurse sich bereits zu stark erholt?
"Nein", sagt Marcel Müller. Aber er sieht auch Risiken: "Die Zinsen sind noch nicht auf ein Niveau gestiegen, das die relative Attraktivität zwischen Anleihen und Aktien beeinflussen würde. Daher bleiben Aktien auf lange Sicht die liquide Anlageform mit dem höchsten Ertragspotential.“ Zur Zentralbankpolitik führt er aus: "Kurz- bis mittelfristig werden die Zentralbanken bestrebt sein, den Zinsanstieg nicht weit über Vor-Corona-Niveaus zuzulassen.“

Erholung der Corporate Earnings erwartet
Für 2021 erwartet man bei HQ Trust eine Erholung der gedrückten Unternehmensgewinne bei den von den Lockdowns stark belasteten Industrien, was zu einer leichten Absenkung der sehr hohen Bewertungsniveaus von Aktien führen wird. Der erwartete moderate Anstieg der Inflation dürfte nicht zu starken Rückschlägen an den Märkten führen, da die Notenbanken bereits angekündigt haben, etwas höhere Inflationszahlen zu tolerieren. Ihre weiter sehr expansive Politik wird der Vermögenspreisinflation weiterhin Auftrieb geben.

Temporäre Kursrückgänge sind trotzdem möglich
Müller: „Trotz der erwarteten wirtschaftlichen Erholung könnten in den kommenden Monaten Rückschläge bei der Pandemie-Bekämpfung erneut zu temporären Kursrückgängen führen. Größtes Risiko für die wirtschaftliche Erholung bleibt die Verbreitung neuer Virusvarianten, gegen die die bisherigen Impfstoffe wirkungslos sind.“ (kb)

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