Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Märkte

| Märkte
twitterlinkedInXING

Diane Bruno, Mandarine Gestion: "Nebenwerte performen weiter gut"

Da bei Nebenwerten derzeit die „Börsenmusik“ spielt, sollten Investoren sich entsprechende Fonds näher ansehen. Vor allem der Aktienfonds Mandarine Unique sticht durch einen „einzigartigen“ Ansatz und seine bislang gute Performance hervor.

bruno_diane_mandarine-gestion_2016_querfoto.jpg
Diane Bruno, Mandarine Gestion: „Wir lieben es, unterbewertete Nischenplayer zu finden, die unabhängig vom Marktumfeld wachsen.“
Tipp: Wie die Fondsmanagerin des Mandarine Unique solche „Perlen“ findet und ob diese Spekulationen auch aufgegangen sind, können Sie nachfolgenden Grafiken entnehmen. Einfach weiterklicken -->
© Mandarine Gestion

„Wir verwenden viel Zeit für Unternehmensbesuche, um für unseren Small- und Mid Cap Europaaktienfonds die besten Nebenwerte zu finden“, erklärte Mandarin Gestions Diane Bruno, einer der drei Fondsmanagerinnen des „Mandarine Unique“, anlässlich einer von Willenbacher Advisory organisierten Fondspräsentation vor professionellen Marktteilnehmern in Wien.

Diane Bruno und ihre Kolleginnen Marie-Jeanne Missoffe und Marie Guigou machten ihre Sache in den vergangenen Jahren sehr gut, wie die Performance zeigt:

Der Mandarine Unique (Anteilsklasse „G“), erzielte seit Auflage 2010 rund 191 Prozent Performance, die Benchmark „Stoxx Europe Small 200 DR“ kam „nur“ auf 113 Prozent (Werte per Ende 3. Quartal 2017). Ein Blick ins Bloomberg-Terminal zeigt, dass der Mandarine Unique per Mitte Oktober 2017 auf Sicht von einem, drei und fünf Jahren im 70., 94. und 95. Perzentil seiner Vergleichsgruppe liegt. Year-to-Date belegen die Französinnen immerhin Platz 83.

Auch Morningstar hält viel vom Mandarine Unique und hat dem Gefäß fünf Sterne verliehen. Das könnte durchaus den Grund haben, dass der Fonds im Beobachtungsfenster seit Auflage im März 2010 bis Stichtag Ende September 2017 auf Platz 3 von 111 Fonds der Vergleichsgruppe „Aktien Europa mittelgroß“ liegt. Auf Fünfjahressicht erreicht der Mandarin Unique immerhin Platz sieben. Mehr Details können Sie der Performance-Übersicht in der Bilderstrecke oben entnehmen.

Warum Small und Mid Caps?
„Nebenwerte werden weiter gut performen, da die zugrundeliegenden Kurstreiber weiterhin existieren“ erklärte Bruno und nannte jene Gründe, die grundsätzlich für kleinkapitalisierte Aktien sprechen:

So stellen Nebenwerte für institutionelle Investoren eine wesentliche Diversifikationsmöglichkeit zu Large Caps dar, da kleinkapitalisierte Dividendenwerte Zugang zu sehr unterschiedlichen und nicht miteinander korrelierten Geschäftsmodellen bieten.

Kleine Unternehmen können sich rascher als große Unternehmen an sich dynamisch verändernde Bedingungen anpassen.

Insbesondere bei Nebenwerten finden Investoren wie Bruno „einzigartige“ Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial und/oder einer exklusiven und damit profitablen Nischenstellung des jeweiligen Geschäftsmodells.

Alles dreht sich um „Unique“
Gerade die „Einzigartigkeit“ eines Unternehmens ist Bruno sehr wichtig und DAS entscheidende Kriterium für die Portfolioaufnahme. Das erklärt auch den Fondsnamen: Mandarine UNIQUE.

Bruno ging in Folge der gehaltenen Präsentation detailliert auf den Investmentansatz ein und erklärte, welche Kriterien aus ihrer Sicht für ein „einzigartiges“ Unternehmen sprechen. An erster Stelle steht natürlich die Einzigartigkeit des Geschäftsmodells. Aber auch die Marktführerschaft in einem Sektor (mehr als 25%) oder einer Wirtschaftsregion sowie ein klarer, technologischer Vorsprung, der das Potenzial hat, den Sektor bzw. den Markt zu verändern, macht ein Unternehmen „einzigartig“ und erlaubt eine Aufnahme in das zugrundeliegende Anlageuniversum.

In einem zweiten Schritt wird nach Wachstumstreibern gesucht, wobei insbesondere Kriterien wie Innovation, Geografische Ausrichtung, Regulierung, Akquisitionen und der derzeitigen Lage im „Zyklus“ besonderes Augenmerk geschenkt wird.

Schlussendlich führt diese strenge Selektion dazu, dass aus einem mehr als 2000 Einzeltitel bestehenden Nebenwerteunternehmen lediglich die „einzigartigsten“ 55 bis ca. 75 Aktien gut genug für die ehemalige Wirtschaftsprüferin und versierte Bilanzleserin Bruno und ihre zwei Kolleginnen sind und für das Portfolio gekauft werden. Anmerkung: Den Investmentansatz finden Sie grafisch veranschaulicht in der Bildergalerie oben.

Schreckgespenst Volatilität gehört verjagt
Laut Bruno sollten Investoren bei Nebenwerten vielfach geäußerte Vorbehalte wie hohe Volatilität, mangelhafte Finanzausstattung oder fehlende Transparenz ad acta legen oder am besten vergessen. Sie verwies auf einen Chart, bei dem die Volatilität der Indizes Stoxx Europe Small 200 mit dem Stoxx Europe 600 verglichen wird und der zeigt, dass die Volatilitäten zumindest auf Indexebene im Gleichschritt marschieren (siehe Bildergalerie oben).

Und selbst wenn es in Krisenzeiten bei kleineren Werte mit den Aktienkursen etwas stärker in Richtung Süden geht: In Haussephasen sowie insbesondere in Wachstumsperioden übertreffen Small Caps Large Caps bei weitem und kompensieren damit Investoren für eingegangene Risiken.

Aber auch in schlechten Zeiten traut sich Bruno zu, gerade als Managerin eines Nebenwertefonds mit Growth-Bias in vielen Sektoren wachstumsstarke Unternehmen zu finden, die sich aufgrund ihres einzigartigen Geschäftsmodells von der allgemeinen Marktentwicklung weitgehend abkoppeln können und gut performen.

Nebenwerte „relativ“ günstig
Die Fondsmanagerin erklärte, dass der Stoxx Europe Small 200 Index gegenüber dem Stoxx Europe 600 Index im historischen Vergleich derzeit relativ günstig bewertet ist. „Nebenwerte weisen nach wie vor eine vertretbare relative Bewertung auf“, erklärte Bruno. Zwischen den Zeilen war aber herauszuhören, dass offenbar alle Aktienmarktsegmente – wie auch der Rentenmarkt – ambitioniert bewertet sind. Für Bruno ist aber die fundamentale Bewertung nur ein sekundäres Kriterium. Entscheidend ist für sie vor allem die Überlegenheit der jeweiligen Geschäftsmodelle, die im Zweifel auch höhere Bewertungen rechtfertigen.

Fondsinvestoren können jedoch beruhigt sein: Im Hintergrund lässt Mandarine Gestion als „kritische Kontrollinstanz“ ein eigens entwickeltes Quant-Modell laufen, dass auch fundamentale Bewertungen berücksichtigt. Sofern dieses Modell ein ungünstiges Zeugnis ausstellt, muss das Fondsmanagement noch einmal die kritisch bewerteten Engagements auf den Analyse-Prüfstand stellen… Das führt dazu, dass das Portfolio zuletzt ein Zwölf-Monats-Forward KGV von 19 aufwies.  

Interessante Einzelwerte 
Nachdem Bruno ausführlich den Investmentansatz erklärte, ging sie auf ausgewählte Einzel-Aktien ein, wobei einige der Zuhörer eifrig Notizen machten. Die derzeit größten Positionen mit mehr als zwei Prozent Portfoliogewichtung sind Teleperformance, Moncler, Rubis, Rheinmetall, Temenos sowie Worldline. Zuletzt erworben wurde beispielsweise der Weltmarktführer bei Verpackungsdruckmaschinen, Koenig & Bauer, der wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren dürfte sowie Intrum Justitia, Plastic Omnium und Diasorin. Reduziert wurde bei Rheinmetall, Sika und Wendel. Ganz verkauft wurde Criteo.

Auf Länderebene ist gegenüber dem Index Frankreich und Italien übergewichtet, während Großbritannien relativ stark untergewichtet ist. Auf Sektorenebene dominieren Industriegüter und -dienstleistungen, Finanzdienstleistungen, Einzelhandel und Haushaltsgüter. Wenig „einzigartige“ Unternehmen findet Bruno in daher untergewichteten Branchen wie Immobilien, Banken und Versicherungen. (aa)

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren