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Deutschlands bester Aktienfonds setzt 2020 auf IT und Versicherer

Bits and Bytes statt Fabrikhallen: So lässt sich das Erfolgsrezept von Deutschlands bestem Aktienfonds 2019 zusammenfassen. Die Fondsmanager des DWS Concept Platow haben dem produzierenden Gewerbe den Rücken gekehrt und setzen lieber auf Aktien aus den Bereichen Software, IT und Versicherungen.

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Die beiden Manager des Fonds, Christoph Frank (rechts) und Roger Peeters (links), suchen nach profitablen Unternehmen, die auf Basis von Kurs/Gewinn- und Kurs/Buch-Verhältnissen moderat bewertet sind. Zudem sollte das Management ein Geschäftsmodell verfolgen, das durch Markteintrittsbarrieren abgeschirmt ist und eine gewisse Preismacht erlaubt. 
© pfp-advisory.de

Dadurch hat der Fonds die Konkurrenz in diesem Jahr auf Abstand gehalten - und will das 2020 mit der gleichen Strategie so fortsetzen. Der Fonds hält fast die Hälfte seiner 222 Millionen Euro in kleineren Titeln aus den genannten Branchen, darunter die IT-Firmen Cancom und Datagroup sowie die Rückversicherer Talanx und Hannover Re. Das hat sich ausgezahlt: Mit 41 Prozent führt er die Rangliste der gut 60 Investmentfonds, die überwiegend in Aktien aus Deutschland investieren, für dieses Jahr an.

Zum Erfolg trug auch der rechtzeitige Ausstieg aus Zyklikern bei
Aktien von Unternehmen wie dem Staplerhersteller Jungheinrich oder dem Maschinenbauer Dürr haben sie im Laufe des Jahres rechtzeitig verkauft, bevor eine Welle von Gewinnwarnungen durch das Land fegte. Die Erlöse steckten sie in Aktien wie Talanx, Hannover Re und Munich Re. “Sektorrotation als Folge unseres Stockpicking-Ansatzes hat dieses Jahr extrem gut geklappt”, sagte Peeters im Interview mit Bloomberg. Die Manager, einem breiteren Publikum noch aus ihrer Tätigkeit beim Informationsdienst Platow bekannt, halten “seit Jahren” keine Banken oder Versorger. Im Automobilbereich beschränken sie sich derzeit auf eine kleinere Position bei Volkswagen.

Die besten Aktienfonds Deutschland seit Jahresbeginn im Überblick
Kleinere Werte, ein zahlengetriebener Investmentansatz unterstützt durch Relative-Stärke-Indikatoren sowie der Verzicht auf Absicherungsgeschäfte hätte dazu beigetragen, die Konkurrenz in Schach zu halten, so die Fondsverwalter. Ihr Fonds liegt 2019 bisher über zehn Prozentpunkte vor seinem schärfsten Rivalen, dem DWS German Small/Mid Cap von Valerie Schüler und Philipp Schweneke (siehe Tabelle). Der Concept Platow trägt zwar auch die DWS im Namen, die Deutsche-Bank-Tochter vertreibt den Fonds jedoch lediglich und passt auf, dass die Anlageregeln eingehalten werden. Die Investmententscheidungen treffen Frank und Peeters.

Quelle: Bloomberg

Fondsspezifika
Obwohl dem Fonds die Anlage in Aktien aller Größen offen steht, sind oft weniger bekannte Papiere Ergebnis des Auswahlprozesses, und oftmals Werte aus derselben Branche, so die Fonds-Manager. Unternehmergeführte Häuser machen oft einen großen Teil des Portfolios aus, ebenso wie Unternehmen aus dem börsennotierten Mittelstand. Der Fonds bleibt typischerweise investiert, auch wenn die Aktienmärkte fallen: Zu den verpassten Chancen einer womöglich zügigen Erholung kämen stets die Kosten der Absicherung dazu. Dann sei es schwer, die Konkurrenz abzuhängen, sagt Fondsmanager Frank. “Wir glauben an Stockpicking und wir schauen uns das komplette Universum an deutschen Aktien an”, sagte Frank, aber “wir glauben nicht an Market Timing”. 

Dem Dax weit vorausgelaufen
Betrachtet man die Performance seit 2010, so sieht man, dass der mittlerweile gut 220 Millionen Euro schwere DWS Concept Platow dem Dax, aber auch dem MDax und dem SDax deutlich davon gelaufen ist. 

Überzeugte Stock-Picker glauben nicht an das Timen von Märkten
So hatte der Fonds auch überproportional verloren, als es Ende 2018 am deutschen Aktienmarkt zügig bergab ging. Ein Teil der Outperformance in 2019 resultierte daher auch aus der darauf folgenden Erholung, die der Fonds ebenso wie die kurze Baisse voll mitgemacht hat. “Wir entscheiden überwiegend aufgrund von Kennzahlen, aber wir sprechen auch viel mit dem Management unserer Unternehmen”, sagt Peeters. Im November allein hätten beide 82 persönliche Gespräche mit Unternehmensvertretern geführt - überwiegend mit Vorständen. (kb)

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