Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Ad

Integration von ESG-Kriterien bei Infrastruktur-Investitionen

Charles Dupont und Claire Smith, Schroders erläutern beim Investmentforum am Beispiel des US-amerikanischen Energieversorgers Pacific Gas & Electric Corporation die Integration von ESG Kriterien in den Investmentprozess. Erfahren Sie mehr!

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

Deutschland wird innerhalb von drei Jahren weltweit größter Gläubiger

Binnen drei Jahren wird Deutschland größter Nettogläubiger weltweit und Japan vom ersten Platz verdrängen, erwartet Daisuke Karakama, Chefvolkswirt bei der Mizuho Financial Group. Die Entwicklung dürfte dem Euro mit der Zeit einen psychologischen Schub geben, so Karakama weiter.

karakama_daisuke_mizuho_klein_quadrat_2017.jpg
Daisuke Karakama, Chefvolkswirt bei der Mizuho Financial Group
© Mizuho Bank Ltd.

Die größte Volkswirtschaft im Euroraum hat mittlerweile rund 15 Jahre einen größeren Handelsbilanzüberschuss als Japan erwirtschaftet, belegen Daten vom Internationalen Währungsfonds. Karakama erwartet, dass der Trend weiter Bestand hat.

Japan ist seit mehr als einem Vierteljahrhundert weltweit größter Nettogläubiger
Die Entwicklung ist die Folge von jahrzehntelangen Handelsbilanzüberschüssen, die dazu geführt haben, dass Investoren und Unternehmen aus Japan Vermögenswerte im Ausland erworben haben. Indem Nippon diesen Status verliert, könnte der Yen in turbulenten Marktphasen den Status eines sicheren Hafens einbüßen, der Euro sollte im Gegenzug davon profitieren, argumentiert Karakama.

Euro sollte dadurch einen Schub erhalten
"Wenn Deutschland größter Gläubiger wird, hat dies Symbolcharakter" und werde den Euro widerstandsfähig machen, sagte Karakama in einem Bloombrg-Interview in Tokio in der Vorwoche. "Spekulanten werden den Yen nicht wählen, wenn ein symbolischer Grund für den Kauf wegfällt." Karakama wies darauf hin, dass der Euro zum Dollar niemals die Parität erreicht hat - einigen Prognosen zum Trotz. Im vergangenen Jahrzehnt ist der Euroraum durch die Schuldenkrise geschlittert. Weiterhin bestehen in Italien und Griechenland erhebliche wirtschaftliche und finanzielle Schwierigkeiten, was die Attraktivität der Gemeinschaftswährung tendenziell trübt.

Einstweilen ist der Status des Yen als Fluchtwährung in turbulenten Zeiten intakt
Im Zuge der weltweiten Aktienmarktturbulenzen im vierten Quartal 2017 war der Yen die Währung mit der besten Wertentwicklung in der Gruppe der G-10-Devisen. Japan verfügte Ende 2017 über Netto-Aktiva in Höhe von über 328,4 Billionen Yen (2,64 Billionen Euro). Zum Vergleich: Deutschland hatte Forderungen in Höhe von 261,2 Billionen Yen (2,1 Billionen Euro), und China kam auf den dritten Platz. Die Daten stammen vom japanischen Finanzministerium und wurden im Mai 2018 vorgelegt.

EZB wird künftig mehr auf den Euro-Wechselkurs schauen
Da die Wirtschaft in Europa mit Deutschland an der Spitze in zunehmendem Umfang von Ausfuhren abhängig sei und die Überschüsse steigen, werde der Wechselkurs für die Region an Bedeutung gewinnen, erwartet Karakama. "Die EZB wird sensibler mit Blick auf die Währung, ähnlich der Bank of Japan. Das ist ein Aspekt, wo sich eine Japan vergleichbare Entwicklung potentiell verstärkt. Diese bereitet Sorgen", fasst der Ökonom seine Einschätzung zusammen.

Gläubigerstatus alles andere als empfehlenswert
Ob es ratsam ist, in einer immer stärker verschuldeten Welt den vorderstenPlatz an der Gläubigerfront einzunehmen, bleibt dahingestellt. Ein Forderungsschnitt, der früher oder später wohl Realität werden wird, würde Deutschland dannn ganz besonders hart treffen. (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen