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Deutschland hat gewählt: Das meinen die Profianleger

Wirtschaftsvertreter atmen auf: Keine Mehrheit für Rot-Rot-Grün. Da ist es fast schon egal, dass sich die Regierungsbildung hinziehen dürfte. Unsere Redaktion hat erste Einschätzungen von Vermögensverwaltern und Anlagestrategen zur Bundestagswahl gesammelt.

Gergely Majoros
Gergely Majoros, Mitglied des Investmentkomitees, Carmignac
"Gegenwärtig sind die wahrscheinlichsten Koalitionen die 'Ampel' oder 'Jamaika', beide mit den Grünen. Das endgültige Regierungsbündnis könnte sich allerdings erst in den kommenden Monaten herauskristallisieren. Bislang ist kaum vorstellbar, dass die Finanzpolitik in Deutschland in Zukunft deutlich gelockert werden könnte, auch wenn Ausgaben im Zusammenhang mit dem Klimawandel auf jeden Fall zu erwarten sind. Ebenso wenig eindeutig ist die künftige Haltung Deutschlands zu den EU-Fiskalregeln und zur EU-Integration. Dieser Wahlausgang bestätigt unsere Vorsicht an den europäischen Kernzinsmärkten. Nicht nur die Koalitionsverhandlungen könnten sich in die Länge ziehen. Auch die Finanzmärkte treten nun in die entscheidende Phase der Normalisierung der Finanz- und Geldpolitik ein. Darüber hinaus könnten sich die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum bald abschwächen, während die Inflationserwartungen noch steigen könnten – insgesamt eine schwierige Situation für Zentralbanken und Anleiheinvestoren."
© Carmignac

Die Bundestagswahl ist auf den ersten Blick investorenfreundlich ausgefallen. Das von Seiten der Wirtschaft befürchtete "Schreckensszenario" einer möglichen Links-Koalition blieb aus – auch deshalb dürfte der Dax am Montag mit soliden Gewinnen in den Handel gestartet sein. An den politischen Rändern gab es Stimmenverluste, was aus Sicht der Kapitalanleger das Risiko extremer politischer Entscheidungen schmälert. Allerdings dürfte es noch eine Weile dauern bis entschieden ist, wer in Berlin künftig das Sagen hat.

Die SPD kam laut vorläufigem amtlichen Endergebnis auf 25,7 Prozent der Stimmen, das sind 5,2 Prozentpunkte mehr als 2017. Die Union stürzte um 8,9 Punkte auf 24,1 Prozent ab – ein Rekordtief. Die Grünen sicherten sich 14,8 Prozent der Stimmen, ein Plus von 5,8 Punkte. Damit schnitten sie auf Bundesebene so gut ab wie nie zuvor, blieben aber dennoch hinter den Erwartungen zurück. Die FDP gewann 0,7 Punkte auf 11,5 Prozent, die AfD verlor 2,3 Punkte auf 10,3 Prozent. Die Linke rutscht um 4,3 Punkte auf 4,9 Prozent ab. Sie bleibt dennoch entsprechend ihrem Zweitstimmenergebnis im Bundestag vertreten, weil sie genügend Direktmandate verteidigen konnte.

Schwierige Regierungsbildung
Damit steht der Bundesrepublik eine schwierige Regierungsbildung bevor. Drei Koalitionen erscheinen als realistisch: Die "Ampel" aus SPD, Grünen und FDP, "Jamaika" aus Union, Grünen und FDP oder eine Neuauflage der großen Koalition, die allerdings weder SPD noch CDU/CSU anstreben. Für Rot-Rot-Grün reicht es nicht, was bei Wirtschaftsvertretern für Erleichterung sorgte.

Wie Vermögensverwalter, Chefvolkswirte und Anlagestrategen das Ergebnis bewerten, lesen Sie in der Bilderstrecke oben – einfach weiterklicken! (bm)

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