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Deutschland bekommt Schulden in den Griff, meint DZ Bank

Berlins ambitionierte Neuverschuldungspläne müssen nicht beunruhigen, sagt Daniel Lenz, Analyst der DZ Bank. Kehrt die Bundesregierung nach der Pandemie zu alter Haushaltsdisziplin zurück, besteht kein Grund zur Sorge.

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Deutschland wird sich im kommenden Jahr deutlich höher verschulden als ursprünglich geplant. Statt 96 Milliarden Euro peilt die Bundesregierung für 2021 nun eine Neuverschuldung von 180 Milliarden Euro an. Kritiker befürchten, dass nachfolgende Generationen dadurch über Gebühr belastet werden. "Die Ergebnisse unserer Modellrechnungen zeigen allerdings: Kehrt Deutschland nach der Krise zur alten Politik der moderaten Primärüberschüsse zurück, ist mit einem deutlichen Rückgang der Schuldenstandsquote zu rechnen", sagt Daniel Lenz, Analyst der DZ Bank. Durch eine Rückkehr zur fiskalpolitischen Vor-Corona-Normalität könnte Deutschlands Schuldenberg im Jahr 2027 sogar kleiner ausfallen als im Jahr 2019.

Die aktuellen Refinanzierungsbedingungen sind für die Bundesrepublik sehr günstig, erklärt Lenz. "Hierin unterscheiden sich die Rahmenbedingungen der aktuellen Krise deutlich von früheren Krisen." Auch bei leicht steigenden Marktrenditen würden Deutschlands Refinanzierungskosten zunächst weiter sinken. "Nur bei stark steigenden Marktrenditen reichten längerfristig auch moderate Primärüberschüsse nicht aus, damit die Schuldenstandsquote weiter zurückgeht", sagt der Analyst. Angesichts der expansiven Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der hohen Verschuldung vieler europäischer Staaten ist aber in der kommenden Zeit nicht mit deutlich steigenden Refinanzierungssätzen zu rechnen.

Sparen wäre jetzt kontraproduktiv
Beim Zentralinstitut der deutschen Genossenschaftsbanken geht man davon aus, dass sich die Schulden-Kritiker keine Sorgen machen müssen. Kehrt Deutschland nach der Corona-Pandemie zu einer neutralen Fiskalpolitik zurück, genügt das, um die Staatsverschuldung unter Kontrolle zu halten. "Befürchtungen, dass nachfolgende Generationen für die aktuelle Krise finanziell aufkommen müssten, gehen daher zu weit", sagt Lenz. Eine restriktive Fiskalpolitik könnte auf kurze Sicht sogar Negativeffekte haben und das Wirtschaftswachstum ausbremsen. Riskant würde es nur, wenn die Bundesregierung auch nach Corona an einer extrem expansiven Fiskalpolitik festhielte. Das ist allerdings nicht sehr wahrscheinlich. (fp)

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