Deutscher Venture-Capital-Markt mit starkem zweiten Quartal
Start-ups in Deutschland haben im zweiten Quartal 3,4 Milliarden Euro eingesammelt - rund 1,8 Milliarden Euro mehr als in den drei Monaten zuvor. Es war das stärkste Quartal seit dem zweiten Quartal 2022, so KfW Research.

Eckpunkte:
- Start-ups erhalten im zweiten Quartal 3,4 Milliarden Euro
- KI-Milliardendeal in Deutschland
- Große Deals dominieren - Gesundheitsbranche gefragt
Das Transaktionsvolumen im zweiten Quartal wurde dabei durch sieben Megatransaktionen von mehr als 100 Millionen Euro getrieben, darunter einem erfassten KI-Milliardendeal. „Mit einem Volumen von 3,4 Milliarden Euro waren April, Mai und Juni für den deutschen Venture-Capital-Markt ein starkes Quartal“, sagt Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, gemäß einer Mitteilung von KfW Research. „Große Deals dominieren. Gleichwohl dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass es bei der Anzahl der Deals mit nur 86 Transaktionen ab einer Million Euro noch Luft nach oben gibt“, so Schumacher.
Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2026 gab es 184 Transaktionen ab einer Million Euro, insgesamt wurden 5,1 Milliarden Euro Wagniskapital vergeben. Im Gesamtjahr 2025 waren es 380 Transaktionen. Ein Höhepunkt wurde 2022 mit 626 Deals erreicht.
KI-Milliardendeal von Neura Robotics
Künstliche Intelligenz (K) wird laut dem aktuellen KfW-Venture-Capital-Dashboard von KfW Research zunehmend zu einer General-Purpose-Technologie in der gesamten Wirtschaft. Bei vielen Geschäftsmodellen sei AI somit ein wesentlicher Technologiebaustein. Die Bedeutung von AI im VC-Markt steige daher.
Weil zudem auch bei den erfassten Megadeals des zweiten Quartals AI-Technologien eine wichtige Rolle spielten (insbesondere beim KI-Milliardendeal von Neura Robotics), sei das AI-Dealvolumen besonders stark gestiegen. Das belegen die Zahlen: Im Q2 2026 gab es KfW Research zufolge 35 Venture-Capital-Deals mit deutschen AI-basierten Start-ups mit einem Dealvolumen von insgesamt rund 2,2 Milliarden Euro, was einem Anteil von 63 Prozent des gesamten Marktvolumens entspreche.
Immer größere Deals von immer weniger Start-ups
Das jährliche Volumen lag in den Jahren 2023 bis 2025 bei knapp über sieben Milliarden Euro jährlich, die Zahl der Transaktionen ist in der Zeit jedoch gesunken. Die Investitionen verteilten sich also auf immer weniger Start-ups - und das, obwohl in dieser Zeit mehr Start-ups gegründet wurden.
Sehr große Finanzierungsrunden auch bei Scale-ups
Im zweiten Quartal erhielten Scale-up-Unternehmen 72 Prozent des in Deutschland investierten Kapitals. Das sind Unternehmen, die die Gründungsphase hinter sich gelassen haben und sich in einer starken Wachstumsphase befinden. Auch hier spielten wenige sehr großen Finanzierungsrunden eine maßgebliche Rolle. Besonders gefragt seien bei Investoren erneut Unternehmen aus der Gesundheitsbranche gewesen: Jeder vierte Deal fand bei Start-ups aus diesem Bereich statt. (de)