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Deutscher Beteiligungskapitalmarkt trotzt Covid-19

Insgesamt wurden rund 540 Unternehmen in den ersten sechs Monaten des Jahres mit Beteiligungskapital finanziert, davon gut 360 mit Venture Capital.

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Ulrike Hinrichs, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK)
© BVK

"5,7 Milliarden Euro investierten Beteiligungsgesellschaften im ersten Halbjahr 2020. Ein durchaus robustes Investitionsniveau angesichts der widrigen Begleitumstände der letzten Monate“, so Ulrike Hinrichs, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zu den heute vorgelegten, vorläufigen Marktzahlen. „Nach dem Rekordjahr 2019 mit Investitionen in Höhe von 15,3 Milliarden Euro  war mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends nicht zu rechnen. Nichtsdestotrotz haben die Beteiligungsgesellschaften bewiesen, auch in schwierigen Zeiten als Finanzierungspartner an der Seite der Unternehmen zu stehen“. 

Venture Capital weiterhin stark
1,02 Milliarden Euro haben Beteiligungsgesellschaften im bisherigen Jahresverlauf als Venture Capital investiert. „Ein Covid-19-Einbruch ist im Venture Capital-Markt erfreulicherweise nicht zu beobachten. Hier dürften auch die schnellen Maßnahmen der Bundesregierung über das Startup-Schutzschild geholfen haben“, so Hinrichs. Zum Vergleich: In den beiden Halbjahren 2019 waren es 0,87 Milliarden Euro beziehungsweise 1,05 Milliarden Euro. „Mit Blick auf das Gesamtjahr bleibt abzuwarten, ob die Marktdynamik ausreicht, den seit 2015 laufenden Aufwärtstrend bei den Venture Capital-Investitionen fortzusetzen“, ergänzt Hinrichs.

Buy-Outs mit deutlichem Rückgang 
Die Buy-Out-Investitionen erreichten in den ersten sechs Monaten des Jahres nicht das Niveau des Vorjahres. Insgesamt 4,44 Milliarden Euro wurden bei Übernahmen investiert und damit deutlich weniger als in den beiden Halbjahren 2019 (H1: 5,24 Milliarden Euro, H2: 5,92 Milliarden Euro). „2019 war allerdings das mit Abstand investitionsstärkste Jahr in Deutschland. Vor dem Hintergrund der Covid-19 Epidemie war klar, dass dieses Investitionsniveau nicht erreicht werden kann“, ordnet Hinrichs die Zahlen ein. „Angesichts der einschneidenden Auswirkungen der Pandemie und den weitreichenden Unsicherheiten in Bezug auf Unternehmensergebnisse und Bewertungen erreichte der Markt aber ein durchaus achtbares Investitionsniveau“.

Übernahme von ThyssenKrupp Elevator war Riesendeal
Angekündigt im Februar und dann letztendlich abgeschlossen im Juli wurde zudem der größte Buy-Out in der deutschen Geschichte, die Übernahme von ThyssenKrupp Elevator mit einem Transaktionsvolumen von fast 17 Milliarden Euro. Daneben gehören die Übernahme von Wella und von Schülke & Mayr zu den größten Transaktionen im bisherigen Jahresverlauf. Knapp 60 Buy-Outs wurden in den ersten sechs Monaten gezählt.

Minderheitsbeteiligungen deutlich zurückgefallen
Die meist mittelstandsorientierten Minderheitsbeteiligungen (Wachstums-, Replacement- und Turnaround-Finanzierungen) summierten sich auf 260 Millionen Euro und blieben deutlich unter dem Vorjahresniveau (H1: 0,67 Milliarden Euro, H2: 1,46 Milliarden Euro). Der Rückgang ist maßgeblich auf das Fehlen großer Einzelinvestments bei etablierten Mittelständlern und reiferen Jungunternehmen zurückzuführen. (kb)

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