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Deutsche Bank im Glück: Kräftig mit Wetten gegen Software verdient

Die US-Sparte für Distressed-Produkte der Deutschen Bank hat ihren Nettogewinn im ersten Quartal mehr als verdoppelt. Ein wesentlicher Treiber waren Wetten gegen Anleihen von Softwareunternehmen, wie Informanten Bloomberg wissen ließen.

Deutsche Bank mit Fortüne im Distressed Assets-Team
Deutsche Bank mit Fortüne im Distressed Assets-Team© HTGanzo / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Deutsche Bank spielt elegant auf der L/S-Klaviatur der Kapitalstruktur
  • Distressed-Team lässt nicht zum ersten Mal aufhorchen
  • Volatiler Software-Sektor bot exzellente Chancen in beide Richtungen

Das Team erzielte im Quartal bis zum 31. März einen Gewinn von mehr als 100 Millionen US-Dollar mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum, so die Bloomberg-Informanten. Damit knüpft der Bereich an seine starke Entwicklung im vergangenen Jahr an, als er in einem einzigen Quartal rund 200 Millionen US-Dollar Gewinn verbuchte.

Erfolgreich positioniert
Die Gewinne entstanden in einer volatilen Marktphase, ausgelöst durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran, der die Ölpreise steigen ließ und Inflationssorgen schürte. Gleichzeitig führten schnelle Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz zu einem Ausverkauf bei Aktien, Anleihen und Krediten von Softwareunternehmen.

Bloomberg-Index für Hochzinsanleihen auf Talfahrt in Q1
Die Sorge, dass neue KI-Technologien Geschäftsmodelle im Softwaresektor beeinträchtigen könnten, führte dazu, dass ein Bloomberg-Index für Hochzinsanleihen den stärksten Quartalsverlust seit Mitte 2022 verzeichnete. Der technologieorientierte Nasdaq 100 schloss das Quartal mit einem Minus von sechs Prozent ab.

Long/Short bei Sofware-Aktien und -Anleihen at its best
Die Performance des Distressed-Teams wurde zudem durch Long-Positionen in den Schuldtiteln des Telekommunikationsunternehmens Brightspeed sowie in Aktien des Chemiekonzerns Tronox Holdings gestützt. Gleichzeitig setzte das Team auf fallende Kurse bei den Schulden von Xerox Holdings.

Darüber hinaus war die Gruppe an einer Schuldenrestrukturierung des Kinobetreibers AMC Entertainment beteiligt, mit der Verbindlichkeiten der Odeon-Tochter zurückgezahlt wurden. Auch eine Factoring-Finanzierung für den Automobilzulieferer Marelli trug zu den Gewinnen bei.

Pair-Trade-Strategie erfolgreich bei Caesars Entertainment
Zudem setzte das Team auf eine sogenannte Pair-Trade-Strategie beim Casinobetreiber Caesars Entertainment, indem es die Aktie kaufte und gleichzeitig auf fallende Kurse der Schuldtitel setzte. Das Unternehmen steht derzeit im Fokus, nachdem Berichten zufolge ein Bieterwettstreit zwischen dem Milliardär Tilman Fertitta und dem aktivistischen Investor Carl Icahn entbrannt ist. (kb)

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