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Deutsche Bank-CEO: Kursverluste bei Anleihen kein bloßes "Aufflackern"

Nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden von Deutschlands größter Privatbank sind die Kursrückgänge bei langlaufenden Staatsanleihen kein temporäres Problem, sondern ein Zeichen für strukturelle Fehlentwicklungen.

Christian Sewing, Deutsche Bank
Christian Sewing, Deutsche Bank© www.reneschiffer.de / Flossbach von Storch

Der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, rechnet damit, dass die Renditen am Anleihemarkt in den kommenden Monaten hoch bleiben, da viele Regierungen weltweit mit Reformstau und mangelnder Haushaltsdisziplin kämpfen. Das ist einem Bloomberg-Bericht zu entnehmen.

Schlechte Politik bringt Anleihenkurse unter Druck
“Ich glaube nicht, dass es nur ein Aufflackern ist”, sagte Sewing am Dienstag auf einer vom Handelsblatt organisierten Konferenz. “Es ist im Grunde ein Spiegelbild von teilweise politischer Unsicherheit, von fehlenden Reformen, von steigender Verschuldung.”

Die internationalen Bondmärkte stehen unter Druck. Befürchtungen über anhaltende Inflation, hohe Emissionen und mangelnde fiskalische Disziplin belasten die Nachfrage nach Staatsanleihen. In Großbritannien stieg die Rendite 30-jähriger Titel am Dienstag auf den höchsten Stand seit 1998, während die Rendite 30-jähriger US-Treasuries an die Marke von fünf Prozent heranrückt.

In Frankreich verschärfte sich die politische Lage, nachdem Premierminister Francois Bayrou ein Vertrauensvotum ansetzte, um eine Blockade bei geplanten Haushaltskürzungen zu überwinden.

Crash am Rentenmarkt?
Sewing betonte, die Renditen dürften zwar hoch bleiben, eine Verschärfung des Ausverkaufs sei jedoch nicht zu erwarten. Auch größere Marktverwerfungen halte er für unwahrscheinlich.

“Wir sehen, dass Renditen steigen. Und das bedeutet, dass natürlich auch ein etwas anderes Risiko empfunden wird”, sagte er. “Und sämtliche Diskussionen, die wir über Unabhängigkeit von Notenbanken haben, führen nicht dazu, dass der Kapitalmarkt ruhiger wird.” (aa)

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