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Der stille Erfolg der REITs

In den ersten 11 Monaten 2019 haben europäische REITs im Schnitt eine Rendite von über 25 Prozent beschert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist vergleichbar mit den Renditen der breiten Aktienmärkte bei wesentlich höheren ordentlichen Erträgen und um ein Viertel niedrigeren Volatilitäten.

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Thomas Körfgen, Geschäftsführer und Leiter indirekte Immobilienanlage der Savills Investment Management KVG GmbH, sagt: "Die Aussichten für REITs bleiben auch in 2020 positiv. Zahlreiche REITs sind trotz ihrer Kursanstiege weiterhin attraktiv bewertet, haben gute Fundamentaldaten, hohe Vermietungsquoten und ein starkes Mietwachstum vorzuweisen."
© Savills

Vergleicht man die Bewertung der REITs, also der liquiden Form der Immobilie, mit der Direktinvestition am Immobilienmarkt, so erkennt man die relative Unterbewertung der REITs bei gleichzeitiger börsentäglicher Liquidität. "Wir erwarten, dass die globalen REIT-Märkte auch im kommenden Jahr eine zweistellige Gesamtrendite erzielen können. Unsere interne Prognose der durchschnittlich erreichbaren Dividendenrendite konservativer REITs bleibt darüber hinaus bei über fünf" Prozent", merkt Thomas Körfgen von Savills an.

Zinsanstieg muss für REITs nicht negativ sein
Sollte es eine Zinsbewegung nach oben geben, so zeigt die historische Entwicklung, dass dies für REIT-Kurse sogar positiv zu sehen ist. Nicht nur durch die stark gefallenen Verschuldungsquoten und den tiefen fixierten Zinsen, sondern vor dem soliden wirtschaftlichen Hintergrund, der Basis für die Zinserhöhungen wäre, gäbe es voraussichtlich Rückenwind.

Gesamtbewertung von REITs ist niedrig
Sie handeln insbesondere in Europa weiterhin mit einem durchschnittlichen Abschlag auf den Net Asset Value (NAV) von acht Prozent, was fast genau dem relativen Wert von REITs vor zehn Jahren entspricht. Knapp 60 Prozent der Marktkapitalisierung werden mit einem Abschlag gehandelt. Körfgen dazu: "Es können allerdings große Unterschiede festgestellt werden: Die REIT-Bewertung ist je nach Land und Branche unterschiedlich. Während REITs in Italien, den Niederlanden oder auch Frankreich mit teilweise sehr hohen Abschlägen gehandelt werden, sind belgische und Schweizer Immobilienunternehmen nur mit einem hohen Aufschlag zu erwerben. Aufgrund der Diskussion struktureller Herausforderungen im Einzelhandel bezüglich dessen Zukunft werden Einzelhandels-REITs mit einem Abschlag von rund 36 Prozent gehandelt, REITs mit Schwerpunkt Industrie dagegen mit einem Aufschlag von bis zu 35 Prozent. Der Schlüssel zum richtigen REIT-Engagement liegt mehr denn je in der Aktienauswahl als im Index-Tracking."

Geringe finanzielle Risiken für 2020 erwartet
Der Spread zwischen dem Loan-to-Value (LTV) von REITs (ca. 33 Prozent) und Non-REITs (40 Prozent) befindet sich weiterhin auf einem historisch hohen Niveau. Körfgen: "Wir gehen davon aus, dass dieses Niveau weiterhin stabil bleibt, sodass wir insgesamt für börsennotierte REITs auch in einem steigenden Zinsumfeld im Jahr 2020 geringe finanzielle Risiken erwarten. Die durchschnittliche Dividendenrendite ist in 2019 bei etwa 3,5 Prozent stabil geblieben. Wir gehen davon aus, dass die Unternehmen im Schnitt mindestens die gleiche absolute Dividende auch in 2020 zahlen werden. Mit einer aktiven Herangehensweise bei der Investition in konservative Unternehmen sollte jedoch eine Rendite von über 5,0 Prozent erreichbar sein."

Aufgrund ihrer Börsennotierung sind die meisten REITs sehr flexibel
Die Flexibilität und die Fokussierung von aus den Nachhaltigkeitszielen der UN (Sustainability Development Goals) abgeleiteten ESG-Themen werden in Zukunft eine der größten Herausforderungen und Chancen für Immobilienunternehmen sein. Die einzelnen REITs werden sich in den kommenden Jahren deutlich differenzieren. REITs können ihre Strategien und Richtlinien ändern, um zukunftssicher zu sein. Körfgen stellt fest: "Leider erkennen viele REIT-Management-Teams die großen Herausforderungen und Chancen noch nicht. Nur wer sein Unternehmen frühzeitig transformiert, wird langfristig erfolgreich sein. Mit den zukunftsorientierten Unternehmen gehen wir den Weg in unseren aktiv verwalteten Fonds und Mandaten gemeinsam. Alle anderen finden Ihre Investoren in passiven Indizes und ETFs. (kb)

 

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