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| Regulierung
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Der neue Vorstandsvorsitzende der aba, Dr. Georg Thurnes, im Gespräch

Auf der 81. aba-Jahrestagung war es zum Stabwechsel von Heribert Karch zu Dr. Georg Thurnes gekommen. Grund genug, den neuen Vorsitzenden zu einem Kurzinterview am Rande der Tagung zu bitten.

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Dr. Georg Thurnes am Institutional Money Kongress
© IMK / Institutional Money

IM: Welches sind die Ziele, die Sie sich in Bezug auf die Entwicklung der zweiten Säule in Deutschland gesteckt haben? 

Dr. Georg Thurnes: "An deren größerer Verbreitung mitwirken! Das BRSG hat die wesentlichen Grundlagen geschaffen, und zwar nicht nur in Form der reinen Beitragszusage,  des sogenannten Sozialpartnermodells, sondern auch durch etliche andere wichtige Fördermaßnahmen! Das muss auf die Straße gebracht werden, wie man so schön sagt, und ein paar unschöne Hindernisse, wie die sogenannte Doppelverbeitragung müssen aus dem Weg geräumt werden. Auch eine sinnvolle Anpassung des steuerlichen Bewertungszinses für Pensionsverpflichtungen beim Arbeitgeber wird und muss ein wichtiges Ziel bleiben. Hinzu kommen die vielen Dinge, die uns die nationale und europäische Regulierung bringt, die wir im Auge behalten und mitgestalten müssen. Man könnte sagen – eigentlich nichts Neues."

IM: Vor nicht allzu langer Zeit hat Aon eine Umfrage durchgeführt, die zeigt, dass fast alle Arbeitnehmer von Großunternehmen Betriebsrenten ohne Garantien ablehnen. Das Eingehen von Kapitalmarktrisiken gilt als No-Go bei deutschen Arbeitnehmern. Muss man davor kapitulieren und gegenüber dem Ausland (Holland) nun niedrigere Renten in Kauf nehmen?

GT: "Ich glaube nicht, dass es in der Breite so ganz so ist, wie sie das hier auslegen, und sicher viele das artikulieren. Vielleicht spielt da ja auch - wie in dem bekannten James-Dean-Film - der Gedanke „Denn sie wissen nicht was sie tun!“ ein wenig mit. Meines Erachtens ist da vor allem Aufklärungsarbeit erforderlich. Garantien sind verlockend, in einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld berauben sie einen aber auch jeglicher Chancen. Der Verzicht auf Garantien und dadurch ermöglichte Zuwendung zu Systemen mit risikoorientierter und risikobewusster Kapitalanlage ist bei anhaltendem Niedrigzins die einzige realistische Chance auf vernünftige nachhaltige Vermögenserträge und damit eine auskömmliche Altersversorgung."

IM: Wie ist es um die Kapitalmarkt-Bildung bestellt, die ja in Schulen kaum bis gar nicht vorkommt? Sollte hier aba mit Partnern (Sozialpartnern?) gemeinsam erwachsenenbildungsmäßig tätig werden?

GT: "Mit meinem Arbeitgeber Aon unterstütze ich den „Tag der Mathematik“ in Ulm für Schüler sowie generell die Arbeit der Uni Ulm für Studenten, mit besonderem Fokus auf Finanz- und Versicherungsmathematik. Klar, das sind alles eh schon Rechenkünstler. Da müsste insgesamt sicher mehr in der Breite getan werden, wozu auch die Erwachsenenbildung gehört. Insgesamt haben Sie da natürlich einen validen Punkt: ein Staat, der angesichts der demographischen Entwicklungen immer mehr auf kapitalgedeckte Altersvorsorge der 2. und 3. Säule setzen muss, sollte in allen Schulsträngen die Grundzüge der Vorsorgeplanung zum Pflichtfach machen, meines Erachtens übrigens ebenso wie ein ausreichendes Basiswissen, um mündiger Staatsbürger zu werden! Aber das nur am Rande. Ob und wieweit das Aufgabe der aba sein kann oder soll, da will ich mich derzeit nicht festlegen. Jedenfalls engagiere ich mich diesbezüglich im Privaten."

IM: Herzlichen Dank für das Gespräch. (ip/kb)

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