Der Markt unterschätzt die Gewichtsverlagerung in den Pazifikraum
HQ Trust sieht Pazifikraum und Schwellenländer als Gewinner der Neuordnung der Weltwirtschaft. CIO Christian Subbe und Chefökonom Michael Heise erläuterten in Frankfurt die Konsequenzen für die Anlagepolitik des Multi-Family-Office. Institutional Money war bei der Pressekonferenz dabei.

Eckpunkte:
- HQ Trust sieht langfristigen Machtwechsel vom Atlantik- in den Pazifikraum
- Viele Marktteilnehmer hätten das Aufholen der Schwellenländer noch nicht verinnerlicht
- Family Office setzt auf eine Übergewichtung des Pazifikraums und der Emerging Markets
Viele Investoren unterschätzen nach Einschätzung von HQ Trust den tiefgreifenden Strukturwandel der Weltwirtschaft. Die Gewichtsverlagerung in Richtung Asien sei ein Prozess, der sich weiter fortsetzen werde, sagte CIO Christian Subbe auf einer Pressekonferenz in Frankfurt: "Die letzten 50 Jahre war es der Atlantikraum, der von den Entwicklungen profitiert hat. Das bewegt sich nun stärker und stärker hin zum Pazifikraum. Das ist ein Megatrend, den man im Hinterkopf behalten sollte."
Subbe verwies darauf, dass zahlreiche Schwellenländer ihren wirtschaftlichen Rückstand gegenüber den Industriestaaten deutlich verkleinert hätten. "Das ist ein Element, was noch keiner so richtig verinnerlicht hat", sagte er.
Asien profitiert vom Umbau des Welthandels
Chefvolkswirt Michael Heise sieht den Hintergrund in den tiefgreifenden Veränderungen des Welthandels. Trotz geopolitischer Spannungen und zunehmendem Protektionismus sei die Globalisierung nicht zum Stillstand gekommen. Stattdessen würden Lieferketten neu organisiert und Handelsströme verlagert.
"Asien hat enormen Anteil an diesem Welthandelswachstum", sagte Heise. Europa verliere dagegen an Wettbewerbsfähigkeit: "Hinten dran bleibt der Euroraum. Das ist schon eine kritische Bestandsaufnahme für die Wettbewerbsfähigkeit Europas."
China habe seine Exporte erfolgreich in andere Regionen umgelenkt, während zahlreiche asiatische Volkswirtschaften zusätzliche Wertschöpfung übernommen hätten. Europa sei es dagegen bislang nicht gelungen, seine Exportdynamik in vergleichbarem Maße zu steigern. Für HQ Trust unterstreichen diese Entwicklungen die langfristige Verlagerung der globalen Wachstumsschwerpunkte in Richtung Asien.
Indien sticht hervor
Innerhalb der Schwellenländer hebt Subbe insbesondere Indien hervor. Das Land profitiere von seiner demografischen Entwicklung, einer verbesserten Fiskalpolitik und einer zunehmenden wirtschaftlichen Öffnung. "Indien ist auf Basis dieser demografischen Dividende in einer sehr guten Position", sagte der CIO. Auch China bleibe trotz der anhaltenden Schwäche am Immobilienmarkt ein wichtiger Faktor. "China ist technologisch mittlerweile auf einem ganz anderen Niveau", so Subbe. Vor diesem Hintergrund setzt HQ Trust in der strategischen Vermögensallokation in seinem Aktienportfolio auf eine Übergewichtung des Pazifikraums und der Schwellenländer. (dv)