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Finanzmarkt-Ausblick 2020

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Der Einfluss der Zentralbanken auf den Goldpreis

Gold gilt gemeinhin als Inflationsschutz. Doch der Goldpreis folgt seit einigen Jahren vor allem den Realrenditen. Sinken diese, steigt der Preis, haben die Experten der DWS herausgefunden.

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© tostphoto / stock.adobe.com

Indische Hochzeitsgesellschaften, deutsche Sparer, opportunistische Hedgefonds oder aber Händler an den Terminbörsen - für die steigende oder fallende Nachfrage nach Gold gibt es viele Verdächtige. Doch wie man es auch dreht und wendet, der wohl gewichtigste Treiber der Goldnachfrage dürfte ein anderer, guter Bekannter sein: die ohnehin omnipräsenten Zentralbanken. Sie üben über mehrere Schienen Einfluss auf den Goldpreis aus.

Zentralbanken doch die entscheidenden Player bei der Goldnachfrage?
Zum einen, da sie seit der Finanzkrise selber zu den größten Käufern am Goldmarkt zählen, nachdem sie jahrzehntelang Nettoverkäufer waren. 2018 kauften sie mit 651,5 Tonnen mehr als in jedem anderen Jahr, zumindest seit 1971, als die USA die Bindung des Dollars an den Goldpreis aufgaben. Die folgende Statistik des World Gold Council (WGC) zeigt, dass im ersten Halbjahr 2019 seitens der Notenbanken soviel Gold wie noch nie seit dem Zeitpunkt erworben wurde, als die Zentralbanken in 2010 in Summe wieder Nettokäufer wurden. Zu nennen sind hier Polen, Russland, China, Türkei, Kazachstan, Indien, Ekuador, Kolumbien und Kirgisien.

Zentralbanken geben beim Goldkauf Gas
Der Vergleich der kumulierten Nettokäufe in den ersten Halbjahren seit 2010 zeigt, dass seit diesem Zeitraumnoch nie soviel Gold von den Notenbanken gekauft worden ist. 

Zum anderen, da sie über ihre Zinspolitik wesentlich zur Attraktivität beitragen, die insbesondere Finanzanleger dieser Anlageklasse beimessen. Da Gold weder Zins noch Dividende abwirft, haben Investoren stets ein Auge auf die Opportunitätskosten, die das Halten von Gold birgt: also die entgangenen regelmäßigen Erträge, die eine andere Vermögenwertanlage erbracht hätte. Dafür nimmt man einfach- und gewohnheitshalber die Rendite von US-Staatsanleihen. Je geringer der Zins, desto attraktiver wird Gold, ceteris paribus. Teilt man die US-Nominalrendite wiederum in ihre zwei Bestandteile Realrendite und Inflationserwartungen, zeigt sich, wie im fogenden DWS-Chart erkennbar, dass es die Realrenditen sind, die einen erstaunlichen Parallellauf mit dem Goldpreis aufweisen. Zumindest seit Ausbruch der Finanzkrise. Das sollte man erwähnen, schließlich läuft seitdem ja einiges anders.

Reale Renditen von US-Treasuries und Goldpreis

Allerdings spricht wenig dafür, dass es bis auf weiteres nicht weiter „anders“ laufen sollte, da der Einfluss der Zentralbanken auf die Kapitalmärkte kaum nachlassen dürfte. Die jüngste Goldpreis-Rallye auf über 1.500 US-Dollar je Feinunze ging sicherlich nicht umsonst mit der wachsenden Erkenntnis der Anleger einher, dass man vorerst nicht auf Zinserhöhung der großen Zentralbanken setzen sollte, halten die Experten der DWS fest. (kb)

 

 

 

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