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Déjà-vu: Argentinien will Schulden seiner Laufzeiten verlängern

Nichts Neues unter der Sonne: Rekord-Bankrotteur Argentinien geht auf seine Gläubiger zu und will - oh Wunder - eine Laufzeitverlängerung seiner Anleiheschuldenn erwirken. Noch längere Bond-Laufzeiten verschrecken allerdings die Argentinien-Investoren.

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© Garmon / stock.adobe.com

Die argentinische Regierung hat mit Plänen einer Umstrukturierung der Anleihen die Anleger verschreckt. Die Dollar-Bonds markierten am Donnerstag Rekord-Tiefstände, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Finanzminister Hernan Lacunza hatte am Mittwoch angekündigt, die Regierung strebe längere Laufzeiten bei Anleihen an und verhandle mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie den Investoren. Die Anleihe mit Laufzeit bis 2028 sank auf 40,74 Cent pro Dollar und markierte damit ein Rekordtief, auch das Jahrhundertpapier lag mit 43 Cent so niedrig wie nie zuvor. Vor der Vorwahl vom 11. August - die als wichtiger Stimmungstest für die Präsidentschaftswahl im Oktober gilt - hatte sie noch 30 Cent höher notiert.

Horrende CDS-Prämien
Die Kosten für die Ausfallversicherung einer fünfjährigen Anleihe stiegen zugleich nach Daten von IHS Markit seit Mitte August um 2000 Basispunkte auf 3093 Basispunkte - für je 10 Millionen Dollar Schulden liegt die Versicherungsprämie damit bei mehr als drei Millionen Dollar. Ein derartiges Niveau signalisiert, dass die Wahrscheinlichkeit einer Staatspleite binnen eines Jahres auf ungefähr 50 Prozent beziffert wird. Die Umschuldungspläne wecken Erinnerungen an die Staatspleite 2001 und 2002, die Millionen Argentinier in Armut stürzte und das Land für Jahre vom Finanzmarkt abschnitt.

Einige Investoren begrüßten jedoch die Umschuldungspläne
“Sie haben das Geld nicht, und deswegen ist eine Anpassung nötig”, sagte Abhishek Kumar, Schwellenländer-Fondsmanager beim Vermögensverwalter State Street Global Advisors, gegenüber Reuters. “Die Maßnahmen sind noch nicht bekannt, aber alles ist gut, weil es uns näher an die Realität bringt.” Nach Berechnungen der Deutschen Bank liegt die Verschuldung Argentiniens bei etwa 325 Milliarden Dollar, das sind 103,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Liquiditätskrise sei real, schrieb Deutsche-Bank-Experte Hongtap Jiang.

Vorwahlen als Auslöser
Auslöser der jüngsten Turbulenzen war der Sieg des Oppositionskandidaten Alberto Fernandez bei der Probeabstimmung am 11. August gegen Amtsinhaber Mauricio Macri. Fernandez tritt mit der ehemaligen Präsidenten Cristina Fernandez de Kirchner als Vizepräsidentschaftskandidatin an. Investoren fürchten bei einem Wahlsieg von Fernandez eine Abkehr vom wirtschaftsfreundlichen Kurs Macris. (kb)

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