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Default: Argentinien schockt erneut seine Gläubiger

Das südamerikanische Land erklärt sich zum wiederholten Mal für zahlungsunfähig, die Regierung schlägt Anleihebesitzern einen drastischen Schuldenschnitt vor. Gläubiger dürften darüber nicht erfreut sein.

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© Yuriy Pankratov / stock.adobe.com

Argentinien ist pleite, wieder mal. Zum neunten Mal in seiner Geschichte kann das südamerikanische Land seine Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen. Diesmal ist angeblich die Corona-Krise schuld. Der Lösungsansatz der argentinischen Regierung dürfte Gläubigern nicht gefallen: ein Schuldenschnitt mit einem Volumen von 3,6 Milliarden US-Dollar. Das entspricht 5,4 Prozent der ausstehenden Gesamtschulden in Höhe von 68 Milliarden US-Dollar. "Es ist klar, dass Argentinien gerade gar nichts bezahlen kann", sagte Finanzminister Martin Guzmán Nachrichtenagenturen zufolge.

Guzmáns Masterplan für den Weg aus dem Schlamassel, über den die Agenturen berichten, enthält noch einen weiteren Vorschlag: In den Jahren 2020 bis 2022 soll die argentinische Regierung den Schuldendienst komplett aussetzen. Insgesamt soll der effektive Zinssatz auf 2,33 Prozent sinken. Argentinien würde dadurch rund 40 Milliarden US-Dollar sparen – 62 Prozent der bisherigen Summe, die das Land eigentlich an Zinsen zahlen müsste.

Untragbare Schuldenlast
Die Covid-19-Pandemie hat das südamerikanische Land hart getroffen. Schon vor der Krise ging es Argentinien allerdings wirtschaftlich nicht gut: Das Land leidet unter einem aufgeblähten Staatsapparat, niedriger Produktivität und einer riesigen Schattenwirtschaft, schreibt das "Manager Magazin".
 
Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass die argentinische Wirtschaft im laufenden Jahr um 5,7 Prozent schrumpft. Der IWF hatte kürzlich erklärt, Argentiniens Schuldenlast sei "untragbar". Es müsse einen "bedeutenden Beitrag der privaten Gläubiger" geben. Diese Worte hat sich Finanzminister Guzmán offenbar zu Herzen genommen. (fp)

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