Debasement Trade is Back: Goldpreis auf Drei-Monats-Hoch
Die Eingriffe des US-Finanzministeriums am Anleihemarkt geben Gold neuen Schub. ETF-Anleger greifen kräftig zu – und Bridgewater-Gründer Ray Dalio rät sogar zu einer Goldquote von bis zu 15 Prozent.

Eckpunkte:
- Sorgen vor eine Ausweitung der Geldmenge haben die Preise von Gold, aber auch Silber und Bitcoins zuletzt befeuert
- Investoren setzen wieder auf den "Debasement Trade"
- Hedgefondslegenden wie Ray Dalio empfiehlt eine Goldquote von bis zu 15 Prozent
Der Goldpreis ist auf den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten gestiegen. Die deutliche Intervention des US-Finanzministeriums am Anleihemarkt hat Sorgen über einen schwächeren US-Dollar neu entfacht und Anleger zu Alternativen getrieben.
Der Kassapreis für eine Unze Gold stieg am Montagmorgen (24.8.) um bis zu 0,8 Prozent auf mehr als 4.640 Dollar und erreichte damit auf Intraday-Basis den höchsten Stand seit Mitte Mai. In der vergangenen Woche legte die Notierung um mehr als fünf Prozent zu. Es war der dritte Wochengewinn in Folge. Das Finanzministerium in Washington hatte überraschend eine deutliche Ausweitung der Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen angekündigt, wodurch die Treasury-Renditen zeitweise sanken und auch der Dollar nachgab.

"Debasement Trade" rückt wieder in den Fokus
Die Bemühungen, die Kreditkosten durch direkte Intervention zu kontrollieren, haben Sorgen geschürt, dass die US-Politik das Vertrauen in den Dollar schwächen und andere Anlagen attraktiver machen könnte. Damit rückt erneut das sogenannte Abwertungsthema ("Debasement Trade") in den Fokus, das 2025 zum 65-prozentigen Anstieg des Goldpreises beitrug. Ein schwächerer Dollar begünstigt Rohstoffe, deren Preise in dieser Währung angegeben werden.
"Ich sehe Spielraum dafür, dass Makro-Anleger angesichts dieses Narrativs der Währungsabwertung in erheblichem Umfang in Edelmetalle umschichten", sagte Justin Lin, Analyst bei Global X ETFs.
Nach der unerwarteten Ankündigung am Mittwoch (19.8.) ging US-Finanzminister Scott Bessent noch weiter und sagte, er sei bereit, die Rückkäufe teurerer Schuldtitel auszuweiten. Zudem kündigte er an, dass die Regierung bald eine fiskalpolitische Initiative vorstellen werde, um gegen die höchsten Kreditkosten seit Jahren vorzugehen.
Gold-ETFs verbuchen kräftige Zuflüsse
Die von "Bloomberg" erfassten börsengehandelten Fonds mit Golddeckung verzeichneten in der vergangenen Woche Zuflüsse von mehr als 28 Tonnen. Das war der höchste Wert seit Januar, als eine rasante Rally den Goldpreis auf einen Rekord von knapp unter 5.600 Dollar je Unze trieb. Die Zuflüsse zeigen einen ermutigenden Trend zu einer breiteren Beteiligung der Anleger, sagte Christopher Wong, Stratege bei Oversea-Chinese Banking Corp.
"Die Rally hat noch Spielraum, obwohl eine gewisse Konsolidierung nach der jüngsten starken Bewegung gesund wäre", sagte Wong. Die wichtigsten kurzfristigen Risiken seien ein erneuter Anstieg der Realrenditen oder des Dollar, fügte er hinzu.
Dalio empfiehlt bis zu 15 Prozent Gold
Ray Dalio, milliardenschwerer Gründer von Bridgewater Associates, empfahl am Freitag (21.8.) in einem Linkedin-Beitrag, Anleger sollten ihre Anleihebestände reduzieren und bis zu 15 Prozent ihres Geldes in Gold anlegen, um sich gegen das Risiko einer US-Schuldenkrise abzusichern. (mb/Bloomberg)


