Das Geheimtipp-Investment für kommende Krisen
Mit zunehmender Nervosität an den Märkten und Zweifeln an traditionellen Krisenanlagen sind Investoren auf der Suche nach Alternativen. Eine einfache Antwort gibt es nicht, sagt Eckhard Schulte von MainSky. Trotzdem nennt er ein Investment, dass gerade im aktuellen Umfeld Vorteile bietet.

Die eine Assetklasse, die in jeder Krise als Diversifikator funktioniert, gibt es nicht, sagt Dr. Eckhard Schulte von MainSky Asset Management beim Webinar "Assetklassen gegen die Angst". Ihre Eignung als Hedge ändere sich abhängig davon, was der Auslöser der Krise ist.
Staatsanleihen hätten in der Finanzmarktkrise gut funktioniert, aber das sei nicht der Fall in Krisen, die durch Inflation ausgelöst werden oder die über die Rentenmärkte kommen, wie zum Beispiel beim "Taper Tantrum" 2013 und auch 2022, als die Korrektur an den Aktienmärkten von der Anleiheseite kam. In solchen Fällen seien die Renten- und die Aktienmärkte hoch korreliert, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Frankfurter Vermögensverwalters.
Abhängig vom Risikoszenario
Ob der US-Dollar als Krisenwährung tauge, hänge ebenfalls vom Szenario ab, so Schulte. Im Allgemeinen sei er negativ korreliert mit den Aktienmärkten, aber das gelte nicht in Fällen, in denen die Krise ihren Ursprung in den USA hat. So sei die Korrelation in der ersten Phase der Finanzmarktkrise mit dem Kollaps von Lehman Brothers hoch gegangen, ebenso wie 2024 am "Liberation Day". Aktuell sei die Funktion des Dollar als Diversifikator ebenfalls eingeschränkt, und er sei tendenziell eher ein Risikotreiber im Portfolio.
Gold gehöre zwar als alternatives Asset "in jedes Vermögen", aber auch das Edelmetall habe historisch nicht in jeder Phase als Hedge funktioniert. Der Yen sei grundsätzlich eine Währung, die in Krisenzeiten Aufwärspotenzial hat.
Veränderung der Marktkomposition
Als "Geheimtipp" nannte Schulte Aktien in Consumer Staples, also Basiskosumgüter. In früheren Jahren seien der MSCI World und der MSCI Consumer Staples hoch korreliert gewesen, doch mit der deutlichen Veränderung der Gesamtkomposition des Markts hin zu einer sehr starken Tech-Dominanz habe diese extrem abgenommen bis hin zu einer Beinahe-Unkorreliertheit. In jüngster Zeit sei zu beobachten gewesen, dass sich Consumer Staples bei einer Marktschwäche sehr gut halten. (dv)

