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Das erwartet Newtons Rentenchef von der EZB-Sitzung

Paul Brain, Head of Fixed Income bei Newton IM, einer Investmentgesellschaft von BNY Mellon Investment Management, erläutert, was er von der bevorstehenden EZB-Situng erwartet.

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Mario Draghi leitet diese Woche seine letzte EZB-Sitzung.
 
© Jasper Juinen / Bloomberg

Paul Brain, Head of Fixed Income bei Newton IM, einer Investmentgesellschaft von BNY Mellon Investment Management (Foto anbei), sieht eine fortgesetzte „Japanisierung“ der europäischen Wirtschaft. Er meint, dass die Finanzmärkte haben bereits eingepreist hätten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in der kommenden Sitzung am 12. September ihre Geldpolitik weiter lockern werde. Brain geht in seiner Analyse auf die Fixierung der Märkte auf die Zentralbanken und zur Notwendigkeit fiskalpolitischer Maßnahmen ein und spart dabei nicht mit Kritik.

Geldpolitik stößt an ihre Grenzen
Die Verlangsamung des Welthandels seit Mitte letzten Jahres stellt laut Brain die Geldpolitik – das derzeit einzig verfügbare Instrument – auf die Probe und löst Spekulationen aus, dass die Regierungen mit fiskal-politischen Maßnahmen als nächstes in den europäischen Markt eingreifen werden. Nach den Diskussionen in der letzten EZB-Sitzung habe der Markt bereits die Erwartungen an eine moderate Senkung der Leitzinsen und die Wiederaufnahme der Anleihen-Käufe eingepreist.

Auch die "Japanisierung" Europas dürfte sich nach Einschätzung Brains fortsetzen. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die EZB die Zinsen noch weiter senken wird. Anhaltend negative Zinssätze werfen nach Ansicht Brains aber Fragen zur wirtschaftlichen Stabilität auf. Die EZB lotet entsprechend die Auswirkungen ihrer Geldpolitik aus und signalisiert, dass mehr getan werden muss.

Eine moderate Senkung der Leitzinsen – vielleicht um zehn Basispunkte – dürfte die europäische Wirtschaft nicht stark beeinflussen. Ein solcher Schritt untermauert die negative Zinsstruktur weiter, die für den Bankensektor und die Anleger so schädlich ist. Andere Ansätze wie der Kauf von Anleihen und die Bereitstellung von Liquidität für den Bankensektor könnten die Wirtschaft unterstützen.

Schuldenaufnahme für eine expansivere Fiskalpolitik
Jedoch werden Stimmen lauter, die die Regierungen auffordern, in den Konjunkturkreislauf mit beispielsweise der Erhöhung der Staatsausgaben einzugreifen. Künftig sollten sich alle Marktteilnehmer stärker darauf konzentrieren, welche Richtung die Regierungen fiskalpolitisch einschlagen, als sich nur auf die Entscheidungen der Zentralbanken zu fixieren. (aa)

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