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Das erwartet Morgan Stanley für den S&P 500

Hohe Unternehmensgewinne stützen die Wall Street, doch steigende Ölpreise und unruhige Anleihemärkte könnten die Stimmung rasch drehen. Morgan Stanley skizziert sowohl ein Rückschlags- als auch ein Erholungsszenario für den S&P 500.

© Ilyas / stock.adobe.com

US-Aktien sind nach Einschätzung der Strategen von Morgan Stanley anfällig für einen weiteren Anstieg der Energiepreise und eine höhere Volatilität am Anleihemarkt. In einem solchen Szenario könnte der S&P 500 um bis zu sieben Prozent fallen.

Das von Michael Wilson geleitete Team erklärte, starke Unternehmensgewinne hätten den Aktienkursen bislang geholfen, höhere Anleiherenditen zu verkraften. Die Bewertung des S&P 500 sei in den vergangenen vier Monaten dennoch auf den niedrigsten Stand seit März gesunken. Das ist einem Bloomberg-Bericht zu entnehmen.

Rückgang bis auf 7.100 Punkte möglich
"Sollte sich die Bewertungskorrektur kurzfristig verschärfen, weil sich die Finanzierungsbedingungen weiter straffen und/oder die Energiepreise deutlich steigen, könnte der S&P 500 unserer Ansicht nach bis auf 7.100 Punkte fallen, bevor der Bullenmarkt bis zum Jahresende wieder Fahrt aufnimmt", schrieb Wilson in einer Analyse.

Dieses Niveau entspräche einem Rückgang von sieben Prozent gegenüber dem Schlussstand vom Freitag (18.9.). Wilson erwartet zudem, dass die Volatilität im Vorfeld der US-Zwischenwahlen im November zunehmen wird.

Letztlich dürften die robusten Aussichten für die Unternehmensgewinne jedoch eine Jahresendrally in Richtung seines Kursziels von 8.000 Punkten antreiben. Ausgehend vom derzeitigen Niveau wäre dies ein Anstieg von fast fünf Prozent.

Ölpreis und Anleiherenditen belasten
Seit seinem Rekordhoch Mitte August kommt der S&P 500 angesichts der Sorgen über den Inflationsausblick kaum voran. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegt sich um die Marke von fünf Prozent.

Der Preis für Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate ist zwar wieder unter 100 Dollar je Barrel gefallen, liegt aber weiterhin 43 Prozent über seinem Tiefstand vom Juli. Die US-Notenbank Federal Reserve erhöhte in der vergangenen Woche erstmals seit drei Jahren die Zinsen.

Unternehmensgewinne stützen die Kurse
Die Entschlossenheit der Notenbank im Kampf gegen die Inflation hat die Zuversicht der Anleger dennoch gestärkt. Der amerikanische Leitindex liegt nur rund zwei Prozent unter seinem Höchststand. Unterstützung erhalten die Kurse durch eine der besten Berichtssaisons der vergangenen Jahrzehnte im zweiten Quartal.

Auch Marktstrategen von JP Morgan Chase und Goldman Sachs haben erklärt, dass gesunde Unternehmensgewinne die Aktienkurse weiterhin stützen dürften. Das Team der Bank of America warnte dagegen, die Positionierung der Anleger sei angesichts des nachlassenden Gewinnwachstums noch immer zu optimistisch.

Wilson zählte in diesem Jahr zu den optimistischeren Stimmen für US-Aktien. Er bekräftigte seine Empfehlung für große, qualitativ hochwertige Unternehmen. Zugleich gewinne die Kursdynamik in dienstleistungsorientierten und wenig kapitalintensiven Branchen an Stärke. (mb/Bloomberg)

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