Logo von Institutional Money
| Märkte

Das erwartet der Chefstratege von Goldman Sachs AM von den Märkten

Die makroökonomischen Aussichten versprechen Unterstützung für die Aktienmärkte in den kommenden Monaten, prognostizierte Chefstratege James Ashley von Goldman Sachs Asset Management vor kurzem auf einem Branchentreffen. Denn Geld- und fiskalpolitische Entwicklungen würden stimulieren.

James Ashley, Goldman Sachs Asset Management
James Ashley, Goldman Sachs Asset Management© Goldman Sachs Asset Management

James Ashley, Chefstratege bei Goldman Sachs Asset Management, blickt optimistisch ins Jahr 2026 – trotz des hektischen Jahresauftakts mit Schlagzeilen rund um Venezuela, Iran, neue Zölle und die Besetzung der Fed-Spitze.

Ashley zufolge weist das Jahr 2026 eine in der historischen Betrachtung besonders seltene Kombination aus zwei globalen makroökonomischen Trends auf: Auf der einen Seite sind wichtige Märkte durch einen fiskalischen Stimulus gekennzeichnet, auf der anderen Seite dürften die wichtigsten Notenbanken ihre Geldpolitik weiter lockern. Dies werde die Performance der globalen Aktienmärkte positiv beeinflussen und 2026 für ökonomischen Rückenwind sorgen, erläuterte Ashley auf dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim. Sein Team von Goldman Sachs Asset Management rät daher zu einer Übergewichtung von Aktien.

Von "Just-in-Time" zu "Just-in-Case"
Ein bedeutender Faktor für diesen "Risk on"-Ansatz: Insbesondere in den wichtigsten Märkten, den USA, Deutschland und Frankreich, zieht aus Ashleys Sicht das Wachstum an. Man werde bedeutende fiskalische Impulse sehen. Auch die Inflation werde voraussichtlich in diesem Jahr in den wichtigsten Märkten wieder auf das Zielniveau zurückkehren. In Europa sei das schon geschehen, so Ashley, Leiter International Market Strategy und Strategic Advisory Solutions für EMEA und Asien bei Goldman Sachs Asset Management. Die Risiken für 2026 seien nach wie vor zahlreich. Der ökonomische Rückenwind für das laufende Jahr stelle die Weichen jedoch positiv für Aktien.

Ashley macht aber auch auf drei Entwicklungen aufmerksam, die einen tiefgreifenden Wandel der Weltwirtschaft bewirkten – von einer seit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation hoch globalisierten Welt hin zu einem Regime, in dem Unternehmen neben Kostenfaktoren auch ihre Resilienz gegenüber Krisen und ihre Lieferketten zu stärken suchten. Unternehmen bewegten sich damit von einem "Just-in-Time" zu einer Politik des "Just-in-Case".

Hohe Investitionen wirken inflationstreibend
Der Klimawandel und das damit verbundene Thema Energiesicherheit, die Aufrüstung sowie auch der KI-Trend wirken Ashley zufolge kurzfristig durchaus inflationstreibend. Während KI zwar längerfristig Kostenvorteile für die Unternehmen verspreche, seien zunächst hohe Ausgaben nötig, da diese in den Aufbau von Rechenzentren, in Kühlsysteme und Fertigungsanlagen investieren müssten, um sich für die Zukunft Marktanteile zu sichern. All dies wirke zunächst inflationstreibend. Nicht zuletzt deshalb rechnet Ashley auch auf längere Sicht mit einem Umfeld höherer Zinsen. (eng)

Dieses Seite teilen