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Darum rückt Japan wieder in den Fokus globaler Anleger

Japanische Aktien könnten laut LFDE vor einer nachhaltigen Neubewertung stehen. Governance-Reformen, Rekordwerte bei Rückkäufen und Investitionen sowie die Rückkehr in- und ausländischer Investoren sprächen dafür, dass Japan in der globalen Asset Allocation wieder an Bedeutung gewinnt.

Kévin Net, LFDE: "Der japanische Aktienmarkt ist in eine neue Phase eingetreten und wird immer attraktiver."
Kévin Net, LFDE: "Der japanische Aktienmarkt ist in eine neue Phase eingetreten und wird immer attraktiver."© LFDE

Eckpunkte:

  • Rekordvolumen bei Aktienrückkäufen und Investitionsausgaben im Jahr 2025
  • Governance-Reformen und effizientere Kapitalallokation stärken Unternehmen
  • KI, Robotik und Energiesicherheit als zentrale Wachstumstreiber

Japans Aktienmarkt erlebt nach Ansicht von Kévin Net, Leiter des Asien-Bereichs und Fondsmanager bei La Financière de l'Echiquier (LFDE), einen grundlegenden positiven Wandel. Die seit 2022 von der Tokioter Börse angestoßenen Governance-Reformen hätten Unternehmen dazu veranlasst, ihre Kapitalallokation zu verbessern, Liquiditätsreserven abzubauen und historische Kreuzbeteiligungen schrittweise aufzulösen. "Der japanische Aktienmarkt ist in eine neue Phase eingetreten und wird immer attraktiver", schreibt Net in einem Marktkommentar.

Ein sichtbares Ergebnis davon seien Aktienrückkäufe auf Rekordniveau, die laut LFDE 2025 ein Volumen von 22.320 Milliarden Yen (rund 120 Milliarden Euro) erreicht haben. Gleichzeitig hätten die Investitionsausgaben im vierten Quartal mit 15,4 Billionen Yen ebenfalls einen Höchststand markiert.

Nach Einschätzung des Fondsmanagers konzentrieren sich die Investitionen vor allem auf KI-Infrastruktur, Energiesicherheit und Verteidigung. Zusätzlichen Rückenwind liefere die neue Regierung unter Premierministerin Sanae Takaichi, die diese Bereiche zu strategischen Prioritäten erklärt habe.

Rückkehr der Anleger stützt den Markt
Auch die Börsenentwicklung spreche für den strukturellen Wandel. Seit Jahresbeginn legte der Topix laut LFDE um 14 Prozent zu, der Nikkei 225 gewann 27 Prozent. Gleichzeitig habe sich das tägliche Handelsvolumen am Hauptmarkt der Tokioter Börse binnen eines Jahres verdoppelt.

Neben internationalen Investoren kehrten zunehmend auch japanische Privatanleger an den heimischen Aktienmarkt zurück. Der Inflationsanstieg erhöhe den Druck, Vermögen breiter zu diversifizieren und nicht ausschließlich in Spareinlagen zu investieren. "Die Auswirkungen der Zinserhöhungen durch die Bank of Japan scheinen in den Kursen inzwischen weitgehend eingepreist zu sein", so Net.

Net sieht Japan zudem gut positioniert, um vom weltweiten Ausbau der KI-Wertschöpfungskette zu profitieren. Hinzu kämen international führende Unternehmen in den Bereichen Robotik, Halbleiter, Verteidigung und Energie. "Die wieder anziehende Investitionstätigkeit, eine effizientere Kapitalverwendung, die Ausrichtung auf zukunftsträchtige Anlagethemen sowie das wachsende Interesse in- und ausländischer Anleger unterstützen die japanischen Aktienmärkte", schreibt er. Nach Einschätzung des Fondsmanagers könnten japanische Aktien damit bei internationalen Allokationsstrategien wieder eine größere Rolle spielen. (dv)

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