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Darum gehen institutionelle Investoren zunehmend in CAT Bonds

Katastrophenanleihen bieten ein Renditeniveau deutlich über dem herkömmlicher Anleihen. Daneben haben sie starke Diversifzierungseigenschaften, weil sie kaum mit anderen Bonds oder Aktien korrelieren. Immer mehr institutionelle Investoren nehmen sie deshalb in ihr Portfolio auf, der Markt wächst.

© Mike Mareen / stock.adobe.com

Sogenannte Katastrophenanleihen entwickeln sich zu einem festen Baustein in den Portfolios institutioneller Investoren. Das sagte Dirk Schmelzer, Senior Portfoliomanager beim Schweizer Investment Manager Plenum Investments, im Interview mit "Institutional Money". Denn die Bonds bieten Renditen, die mit durchschnittlich 9,4 Prozent (in US-Dollar) deutlich über denen herkömmlicher festverzinslicher Papiere liegen.

Daneben sorgen sie für positive Diversifizierungseffekte. "Aus einem diversifizierten Portfolio nehmen CAT Bonds Risiko heraus", erklärt Schmelzer. "Anders als bei anderen Assetklassen gibt es bei CAT Bonds so gut wie keine Ansteckungseffekte. Ereignisse, die die Preise von CAT Bonds beeinflussen, wirken nicht auf andere Assets und umgekehrt."

Binäres Risiko
Versicherer lagern mit CAT Bonds das Risiko großer Schadensereignisse an den Kapitalmarkt aus. Sie bieten ein annähernd binäres Risiko: Wenn ein genau definiertes Katastrophenereignis eintritt, kann der Investor sein Geld verlieren, andernfalls wird die Anleihe mit hoher Verzinsung zurückgezahlt. "Man rechnet im Durchschnitt mit einem jährlichen Ausfallrisiko von zwei bis 2,5 Prozent", erklärt Schmelzer. "Die Risikoprämie schwankt aber stark, je nach dem, ob in letzter Zeit Schadensereignisse aufgetreten sind."

Nach Jahren mit hoher Schadensaktivität verzeichnete die Branche zuletzt, neben den Bränden in Los Angeles Anfang 2025, nur wenige Katastrophenereignisse. Das letzte große Ereignis davor war Hurrikan Ian, der im September 2022 in Florida massive Schäden verursachte. "In der Folge sind die Prämien stark gestiegen, wegen des Sturms, aber auch wegen hoher Inflationsraten zuvor, die die Gebäudewerte hochgetrieben haben", sagt Schmelzer. "Seitdem sind sie etwas zurückgegangen, aber noch immer sind CAT Bonds sehr attraktiv im Vergleich zu den meisten anderen Assetklassen."

Kleiner Markt mit strategischer Bedeutung
Institutionelle Investoren aller Couleur entdecken CAT Bonds für sich. Plenum Investments hat in dem Bereich vor allem Vermögensverwalter und Banken als Kunden. Aber auch Pensionskassen, Family Offices und Fondsanbieter zeigen zunehmendes Interesse.

Dabei ist der Markt verglichen mit anderen Anleiheklassen klein. Laut Branchendienst Artemis hatte er Mitte dieses Jahres ein Volumen von 56,7 Milliarden US-Dollar, während es ausstehende Staatsanleihen und Unternehmensbonds im Bereich von zig Billionen gibt. Aber der CAT-Bonds-Markt erreichte dieses Jahr ein Rekordvolumen, nach einem Wachstum vom 15 Prozent gegenüber Ende 2024.

"Verglichen mit dem Eigenkapital der weltweiten Rückversicherungsbranche von unter 800 Milliarden Dollar ist das schon eine relevante Größe", sagt Schmelzer. "Für die Risiken, die man mit CAT Bonds auslagert, müsste man andernfalls Eigenkapital bilden. Sie sind darum für die Branche von strategischer Bedeutung." (dv)

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