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Danske AM: Dieser „stämmige Jubilar“ gehört in jedes Portfolio

Die Volksrepublik China wurde Anfang Oktober 70 Jahre alt. Es feierte aber kein Tattergreis, sondern ein stämmige Jubilar, wenn man auf die noch immer hohen BIP-Wachstumszahlen schaut. Aber nicht nur deswegen sollten Investoren keinesfalls auf eine Beimischung Chinas verzichten.

Lars Skovgaard Andersen, Investmentstratege bei Danske Bank Asset Management
Lars Skovgaard Andersen, Danske Bank Asset Management
© Danske Bank Asset Management

Nach Ansicht von Lars Skovgaard Andersen, Investmentstratege bei Danske Bank Asset Management, weist ein Portfolio einen Schwachpunkt auf, wenn chinesische Aktien fehlten.

Angesichts des 70-Jahres-Jubiläums des kommunistischen Regimes weist Skovgaard Andersen darauf hin, dass 1978 Chinas BIP pro Einwohner deutlich unter dem Durchschnitt afrikanischer Staaten lag. Nunmehr sei aufgrund marktwirtschaftlicher Reformen und strikter Geburtenkontrolle der gelbe Riese die zweigrößte Volkswirtschaft der Welt.

Zwerg am Aktienmarkt
Was die Börse betrifft, ist China auf globaler Ebene allerdings nach wie vor nur ein Zwerg. Chinesische Aktien machen lediglich 3,8 Prozent des globalen Aktienmarkts aus, gemessen am MSCI AC World Index. Zum Vergleich: Die USA verbuchen 56 Prozent für sich.

Laut Skovgaard Andersen kommen Investoren um China nicht herum. Alle Anleger sollten chinesische Aktien im Portfolio halten, sodass sie eine direkte Ausrichtung auf diesen bedeutenden Teil der Weltwirtschaft haben. Sonst würde das Portfolio einen Schwachpunkt aufweisen.

Aktuell empfiehlt Danske Bank AM eine neutrale Gewichtung in chinesischen Aktien, da der Handelskrieg für Unsicherheit sorgt. Dieser habe China härter getroffen als die USA. Gegen eine Untergewichtung spricht jedoch, dass die Aktien im Verhältnis zu den erwarteten künftigen Unternehmensgewinnen relativ günstig bewertet sind und zudem deutlich steigen können, wenn es früher als erwartet zu einer Handelsvereinbarung kommen sollte.

Trotz der jüngsten Annäherungen zwischen Amerikanern und Chinesen und einer neuen Verhandlungsrunde im Oktober ist das Hauptszenario von Danske Bank Asset Management, dass es erst nach der US-Präsidentschaftswahl im November 2020 zu einem Handelsabkommen kommen wird.

Relativ günstige Bewertungen
Wirft man einen genaueren Blick auf den chinesischen Aktienmarkt, haben die Branchen IT und Finanzen aktuell eine extrem hohe Gewichtung im Index MSCI China, allen voran Technologieriesen wie Tencent, Alibaba und Baidu sowie die großen Banken China Construction Bank und Bank of China.

Gleichzeitig dürften Anleger laut Skovgaard Andersen nicht außer Acht lassen, dass der chinesische Aktienmarkt viele staatliche Unternehmen in strategisch wichtigen Bereichen wie Stahl, Kohle, Öl, Telekommunikation und Finanzen umfasst – und diese Unternehmen würden nicht unbedingt nur aus kommerzieller Hinsicht vorangetrieben. Im Allgemeinen sind sie weniger profitabel als in Privatbesitz befindliche Unternehmen.

Seit vielen Jahren notieren chinesische Aktien im Vergleich zu Papieren aus entwickelten Märkten wie den USA, Europa und Japan mit einer beachtlichen Risikoprämie (das heißt mit einem niedrigeren Preis in Relation zum Unternehmensgewinn).

Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der erwarteten Unternehmenserträge der kommenden zwölf Monate werden chinesische Aktien im Vergleich zu globalen Titeln seit vielen Jahren mit einer Risikoprämie gehandelt. Die Bewertung chinesischer Aktien liegt aktuell auf dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre, wie nachfolgende Grafik zeigt:

Vergleich der KGVs von China un dem MSCI World

Erklärung zur Legende:blaue Linie - Globale Aktien (MSCI AC World), rote Linie - Chinesische Aktien (MSCI China), grüne Linie - Durchschnitt über 5 Jahre (global), lila Linie - Durchschnitt über 5 Jahre (China)

Interessante Zukunftsaussichten
Die Risikoprämie chinesischer Aktien sei Skovgaard Andersen zufolge unter anderem der Unsicherheit über das künftige Wachstum, der geringeren Transparenz, dem Währungsrisiko sowie aktuell auch dem Handelskrieg geschuldet. Die Streitigkeiten zwischen den USA und China produzieren fortlaufend neue Meldungen, Geschichten und Gerüchte, die chinesische Aktien beeinflussen.

Dazu komme das politische Risiko eines machtvollen Staats mit weitaus größerem Einfluss auf die Wirtschaft, als wir es aus unseren Breitengraden kennen. Dies gehört ebenfalls zu den Faktoren, die die Dinge für Anleger in China etwas undurchsichtiger machen.

„Wir halten die Risikoprämie und die Zukunftsaussichten jedoch für interessant genug, dass Anleger trotz allem chinesische Aktien im Portfolio haben sollten“, empfiehlt Skovgaard Andersen abschließend. (aa)

 

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