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CS: Vertrauen ist der Alphafaktor familiengeführter Unternehmen

Familienunternehmen sind die Haupttreiber der Wirtschaft und weisen an der Börse eine nachhaltige Wertentwicklung aus, was sich zuletzt während der COVID-19-Pandemie gezeigt hat. Über die lange Frist outperformen Familienunternehmen den breiten Aktienmarkt.

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Gianfranco Iafigliola, Fondsmanager bei der Credit Suisse
© Credit Suisse

Gianfranco Iafigliola, Fondsmanager bei der Credit Suisse, zufolge können sich Investitionen in familiengeführte Unternehmen für Investoren mit langfristigem Anlagehorizont während allen Börsenphasen lohnen. Den Grund dafür sieht er in ihrem gewichtigen, unsichtbaren Alphafaktor: Vertrauen. Dieser genießt gerade auch in den aktuell unsicheren Märkten besondere Relevanz.

Obgleich nur ein kleiner Teil aller neu gegründeten Firmen längerfristig erfolgreich ist, sieht Gianfranco Iafigliola Familienunternehmen und den damit verbundenen Unternehmergeist als Haupttreiber unserer Wirtschaft. Weltweit wird der Anteil familiengeführter Unternehmen auf zwei Drittel aller Unternehmen geschätzt, mit einem Anteil von rund 70 Prozent am weltweiten BIP. Sie haben laut CS wiederholt eine beachtliche Fähigkeit bewiesen, wirtschaftlichen Krisenzeiten standzuhalten, sich zu erneuern und in unterschiedlichen Marktphasen relevant zu bleiben. Beispiele dafür sind Familienunternehmen wie Hermès, Merck und L’Oreal.

Familienunternehmen outperformen den breiten Aktienmarkt
Diese Resilienz und Dynamik sind an den Aktienmärkten nicht unbeobachtet geblieben. Diverse Studien zeigen, dass über lange Frist familiengeführte Unternehmen den breiten Aktienmarkt outperformen. Eine vom Credit Suisse Research Institute publizierte Analyse berechnet für familiengeführte Unternehmen eine Outperformance von vier Prozent im Vergleich zu den übrigen Unternehmen seit 2006. Diese Outperformance hat sich auch durch die Pandemie gezogen. Unserer Ansicht nach hat ein Mix aus Innovationsgeist, Agilität und umsichtiger Geschäftsführung in Verbindung mit einem niedrigen Verschuldungsgrad einmal mehr die Fähigkeit dieser Unternehmen unter Beweis gestellt, sich schnell neuen Marktgegebenheiten anzupassen. Diese Krisenresistenz war in den letzten beiden Jahren gefragter denn je und wurde an den Börsen entsprechend honoriert. Ein weiterer Grund für die Outperformance während der Pandemie war unseres Erachtens die Sektorzugehörigkeit: Familienunternehmen sind tendenziell stärker im Konsumgüter- und Industriesektor vertreten. Doch auch im Gesundheits- und IT-Sektor positionieren sich viele dieser Unternehmen langfristig erfolgreich.

Familienunternehmen zielen auf nachhaltig profitables Wachstum ab
Erfolgreich geführte Familienunternehmen gehören am Aktienmarkt zu den Qualitätstiteln. Eine starke Unternehmenskultur in Kombination mit einem langfristigen Anlagehorizont, einer ausgeprägten Innovationskultur und soliden Bilanzen führt dazu, dass Familienunternehmen tendenziell ein nachhaltig profitables Wachstum anstreben. Im letzten durch Niedrigzinsen und wirtschaftliche Unsicherheit geprägten Jahrzehnt wurden solche Qualitätstitel aufgrund ihrer Geschäftsentwicklung stark nachgefragt. Dies hat teilweise zu einer starken Ausweitung ihres Bewertungsniveaus geführt. Die Titel sind jüngst aufgrund der gestiegenen Inflationsraten und erwarteten Zinserhöhungsschritte der US-Notenbank teils massiv unter Druck gekommen. Untersuchungen deuten darauf hin, dass familiengeführte Unternehmen in Zeiten starker zyklischer Erholung und steigender Zinsen aufgrund ihres Qualitätsbias dem Markt hinterherhinken. Russlands Invasion der Ukraine und deren Folgen für die Weltkonjunktur stellen das Ausmaß der zyklischen Erholung zwar infrage, doch der Inflationsdruck und damit verbunden die Erwartung an steigende Zinsen bleiben bestehen.

Familienunternehmen genießen das Vertrauen der Investoren
Trotzdem lohnt es sich nach Ansicht von Iafigliola, auch in Phasen steigender Zinsen in Familienunternehmen zu investieren. Den Grund dafür sieht er in ihrem gewichtigen, unsichtbaren Alphafaktor: Vertrauen. Durch die unternehmerische Verbundenheit sind Familienunternehmen in der Regel stärker darauf bedacht, den Interessen von Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern sowie ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Sie tendieren auch stärker dazu, Gewinne in das Unternehmen zu reinvestieren. Dies schafft Vertrauen und ist der Schlüssel zu ihrem Erfolg. Auch, wenn kurz- oder mittelfristig die Aktien gewisser erfolgreicher Familienunternehmen eine bewertungstechnische Korrektur verkraften müssen, sollte dies das Vertrauen der Investoren in ihre langfristige Relevanz nicht tangieren. Es lohnt sich nach Ansicht der CS, über lange Frist am Innovationsgeist und den Visionen von familiengeführten Unternehmen teilzuhaben und entsprechend investiert zu bleiben.

Marktkapitalisierungsgewichtete und sektorbereinigte Renditen von Unternehmen in Einander gegenübergestellt ist hier die Performance von Aktien von Firmen im Familienbesitz gegenüber Unternehmen in Nicht-Familienbesitz, beginnnend mit 2006.

Quelle: Credit Suisse Research Institute

Familien-Alpha nach Region
Die nachstehende Grafik illustriert die relative Performance von Unternehmen in Familienbesitz gegenüber Unternehmen in Nicht-Familienbesitz je nach Weltregion.

Quelle: Credit Suisse Research Institute

(kb)

 

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