Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Credit-Suisse-CIO erwartet Comeback von verschmähten Value-Aktien

Der Moment, auf den einige Aktieninvestoren in den letzten zehn Jahren gewartet haben - dass billigere, nach unten geprügelte Aktien die Wachstumswerte schlagen werden - könnte laut dem globalen Chief Investment Officer der Credit Suisse Group endlich da sein.

strobaek.jpg
Michael Strobaek, Global Chief Investment Officer bei Credit Suisse
© Credit Suisse

“Ich wäre nicht überrascht, wenn wir endlich die Umschichtung sehen würden, auf die alle in den letzten zehn Jahren gewartet haben, in denen sich die Substanzwerte sich dramatisch schwächer entwickelt haben als die Wachstumswerte”, sagte Michael Strobaek in einem Bloomberg-TV-Interview. „Wenn wir aus einer tiefen Korrektur und einer Rezession herauskommen, hatten wir normalerweise eine dieser sogenannten Schrott-Rallies, bei denen alles, was drastisch abgestoßen wurde, eine sehr starke Rallye hinlegte. Ich weiß nicht, ob es zu früh für eine Prognose ist, aber wir sehen einige Anzeichen dafür.“

Kommt Value jetzt zurück?
Billige Aktien könnten aufgrund der Stimuli vor einer Wiedergeburt stehen

Seit der globalen Finanzkrise hat Growth Value fast immer geschlagen
Tatsächlich hat sich seither der MSCI World Growth Index in jedem Jahr - bis auf eines -  besser als der MSCI World Value Index entwickelt, da Investoren Unternehmen mit einem stetigen Gewinnwachstum belohnten, insbesondere im Technologiesektor. Wachstumsaktien haben auch in den letzten zwei Monaten die Erholung der Aktien angeführt. Aber Ende Mai begann sich dieser Trend zu ändern. Zyklische Sektoren wie Autohersteller und Finanzinstitute waren stärker gefragt angesichts des Optimismus, dass die umfangreichen Konjunkturmaßnahmen die wirtschaftliche Erholung ankurbeln werden.

Märkte antizipieren
Die Märkte blicken bereits neun bis zwölf Monate in die Zukunft, sagte Strobaek. “Was sie sehen, ist eine Erholung, die durch enorme fiskalische und geldpolitische Anreize unterstützt wurde”, sagte er gegenüber Bloomberg. “Vielleicht kommt nun die Zeit für diese Umschichtung, und das gilt für Europa und die Schwellenländer viel stärker als für die USA.”  Die EU-Kommission hat am Mittwoch einen beispiellosen Stimulus-Plan vorgestellt, der ein Gesamtvolumen von bis zu 750 Milliarden Euro haben könnte, um die schlimmste Rezession seit Menschengedenken anzugehen.

Finanz-, Versicherungs-, Energiewerte im Fokus
Strobaek sagte, dass er unter den verschiedenen Substanzwert-Sektoren besonders die Finanz-, Versicherungs- und Energiewerte im Blick habe, insbesondere nach dem Einbruch der Ölpreise. Zwar bleiben eine zweite Coronavirus-Welle und erneute Lockdowns weiterhin Risiken, Strobaek ist aber optimistisch, dass die großen Volkswirtschaften einen weiteren Shutdown vermeiden werden. Die staatlichen Konjunkturprogramme sollten sich auf Unternehmen konzentrieren, die Hilfe benötigen, damit die Menschen wieder arbeiten können und der Markt eine Kreditausfallwelle vermeiden kann, die das Finanzsystem destabilisieren könnte, sagte er.

Sich der Geldflut nicht verweigern
„Meiner Ansicht nach sollten man bei dieser Flutwelle nicht im Weg stehen. Dieser Zyklus sollte eigentlich nicht so enden, wie er endete. Aber jetzt wurde er durch Stimuli und wieder ins Leben zurückkehrende Volkswirtschaften angekurbelt“, sagte er. “All dies wird meiner Ansicht nach weiterhin die Aktienmärkte, Risikomärkte und Unternehmensanleihemärkte in einem Ausmaß stützen, das die Menschen entweder unterschätzt haben oder das sie immer noch vollständig leugnen, und daher kann dies meiner Ansicht nach weitergehen.” (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren