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Die neue Normalisierung

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Seit 2009 haben die Zentralbanken ihre Bilanzen auf beispiellose Art aufgebläht. Angesichts des weltweit verbesserten Wirtschaftsumfelds hat die Notwendigkeit einer „Normalisierung“ – Anhebung der Zinsen und Reduzierung der Bilanzen – zu einer vierten Welle des Tapering geführt.

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Credit Risiko pur: High Yield Short Duration Fonds sind sehr beliebt

In Erwartung der Zinswende und auf der Suche nach positiven Renditen setzen Anleiheinvestoren auf kurze Laufzeiten - und nehmen verstärkt Kreditrisiken in Kauf. Zahlreiche Short Duration Fonds fokussieren sich zunehmend auf High-Yield Kurzläufer. Ob das gut geht, wird die Zukunft weisen.

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Bereits in den vergangenen Jahren haben Short Duration Fonds vom Niedrigzinsniveau und der drohenden Zinswende profitiert und üppige Mittelzuflüsse generiert, weiß Scope Ratings zu berichten. Diese Fonds investieren in Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten – in der Regel ein bis drei Jahre. Der Grund für die Beliebtheit liegt auf der Hand: Der Kurs von Anleihen mit geringen Restlaufzeiten reagiert durch die in Kürze erfolgende Rückzahlung zum Nennwert nur in geringem Umfang auf Marktvolatilität oder Zinsänderungen. Mit Kurzläufern lassen sich daher Durations-Risiken im Portfolio reduzieren. 

Geldmarktinvestoren gehen in kurzes Hig Yield, um Negativzinsen zu begegnen

Ein weiterer Grund für die Mittelzuflüsse sind renditesuchende Geldmarktinvestoren. Diese weichen auf Short Duration Fonds aus, um negativer Verzinsung zu entgehen. "Allerdings wird dies auch bei Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten zunehmend zur Herausforderung. Denn auch kurzlaufende Staatsanleihen von Emittenten hoher Bonität rentieren im negativen Bereich", sagt Alexander Geschwindner, Senior Analyst bei der Ratingagentur Scope.

Boom bei High-Yield Kurzläufern

Eine unmittelbare Folge davon ist, dass zahlreiche Short Duration Fonds in den vergangenen Jahren sowohl den Anteil von Anleihen der Euro-Peripherie-Staaten als auch den Anteil von Unternehmensbonds deutlich ausgeweitet haben. Zwar bieten Investment-Grade Unternehmensanleihen im Gegensatz zu Staatsanleihen noch eine positive Verzinsung, die Renditen befinden sich dennoch nur knapp über der Nulllinie. Zahlreiche Short Duration Fonds investieren daher verstärkt im unteren Investment-Grade- oder sogar High-Yield-Bereich. Einige Fonds fokussieren sich sogar überwiegend auf High-Yield-Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten.  

High-Yield Kurzläufer bieten Vorteile und bergen Risiken 

Die Kombination aus kurzen Restlaufzeiten und geringer Bonität bietet Investoren durchaus Vorteile, denn die Renditen liegen signifikant über denen von Investment-Grade-Anleihen. Das Ausfallrisiko wird zugleich durch die kurzen Restlaufzeiten begrenzt. Außerdem gibt es keine Liquiditätsrisiken am Sekundärmarkt, da die Bonds bis zur Fälligkeit gehalten werden. Nichtsdestotrotz besteht natürlich auch bei kurzlaufenden High-Yield Bonds das Risiko, dass die gegenwärtig historisch niedrigen Ausfallraten durch eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Rahmens künftig ansteigen werden – und somit der gewünschte Pull-to-Par-Effekt nicht voll zum Tragen kommt. (kb)

 

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