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Crédit Mutuel AM: Warum Gold und Rohstoffe erste Wahl bleiben

Crédit Mutuel Asset Management sieht für Gold und Rohstoffe auch zum Jahresende ein günstiges Umfeld. Geopolitische Risiken und anhaltender Druck auf die Anleihemärkte stützen die Anlageklasse. Bei Bonds und beim US-Dollar ist der Vermögensverwalter dagegen zurückhaltend.

François Rimeu, Crédit Mutuel Asset Management: "Dieses Umfeld dürfte für Gold - und Rohstoffe insgesamt - weiterhin sehr günstig bleiben."
François Rimeu, Crédit Mutuel Asset Management: "Dieses Umfeld dürfte für Gold - und Rohstoffe insgesamt - weiterhin sehr günstig bleiben."© Crédit Mutuel Asset Management

Eckpunkte:

  • Gold trotz Rally weiter mit Potenzial, hohe Margen bei Goldminen
  • Starke Unternehmensgewinne sprechen weiterhin für Aktien
  • Staatsdefizite und KI-Investitionen setzen Anleihemärkte unter Druck

Gold hat Anlegern im bisherigen Jahresverlauf bereits hohe Gewinne beschert. Dennoch bleibt Crédit Mutuel Asset Management für das Edelmetall optimistisch. "Dieses Umfeld dürfte für Gold - und Rohstoffe insgesamt - weiterhin sehr günstig bleiben", schreibt François Rimeu, Senior Strategist bei Crédit Mutuel Asset Management, im aktuellen Marktausblick des Hauses.

Zu Beginn des Sommers hatte der Vermögensverwalter eine risikofreudige Strategie verfolgt und auf steigende Kurse bei Aktien und Gold sowie auf das kurze Ende der Zinskurve gesetzt. Gold und Aktienindizes entwickelten sich über den Sommer gut, während die Anleihemärkte unter Druck gerieten.

Nach der kräftigen Rally hat sich der Goldpreis nach Angaben des Asset Managers zuletzt bei rund 4.000 US-Dollar je Unze stabilisiert. Die hohen Preise schlagen sich auch bei den Produzenten nieder: Goldminenunternehmen erzielen laut Crédit Mutuel AM operative Margen von mehr als 50 Prozent.

Politische Risiken bleiben hoch
Für die kommenden Monate sieht Rimeu mehrere politische und geopolitische Unsicherheitsfaktoren. Dazu zählt er die US-Zwischenwahlen, die anstehende Haushaltsabstimmung in Frankreich und die Spannungen in der Straße von Hormus. Der Konflikt im Nahen Osten habe den Ölpreis zuletzt wieder auf rund 90 US-Dollar je Barrel steigen lassen.

Während diese Gemengelage Gold und anderen Rohstoffen zugutekommen könnte, beurteilt Crédit Mutuel AM die Aussichten für Anleihen skeptischer. Staatsdefizite, hohe Investitionen in künstliche Intelligenz und das Wirtschaftswachstum dürften die Zinsen weiter unter Druck setzen. Auch am Credit-Markt könnten die Nervosität an den Anleihemärkten sowie steigende Emissionen von US-Technologieunternehmen für Turbulenzen sorgen.

Zentralbankkäufe stützen Gold
Unterstützung für Gold sieht Crédit Mutuel AM zudem durch die beschleunigten Käufe der chinesischen Zentralbank. In der übergeordneten Asset Allocation hält der Vermögensverwalter deshalb an einer positiven Einschätzung für Gold fest und behält gleichzeitig eine strategische Cash-Position bei, um flexibel auf Marktbewegungen reagieren zu können.

Auch für den US-Dollar ist Rimeu zurückhaltend. Sollten die USA weiterhin versuchen, den Anstieg der langfristigen Zinsen zu begrenzen, wäre dies seiner Einschätzung nach ungünstig für die US-Währung.

Gewinne stützen Aktien
Ganz auf Risiko verzichten will der Vermögensverwalter dennoch nicht. Bei Aktien bleibt Crédit Mutuel AM leicht positiv. Rückenwind kommt von der Gewinnentwicklung der Unternehmen. Im zweiten Quartal stiegen die Gewinne laut dem Asset Manager in den USA gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent und in Europa um 23 Prozent – der höchste Zuwachs seit fast fünf Jahren. Auch ohne den Energiesektor betrug das Plus noch 28 beziehungsweise elf Prozent. Vor allem Finanz- und Technologiewerte trugen zu den positiven Überraschungen bei.

Für den S&P 500 erwartet das Haus für das Gesamtjahr 2026 einen Gewinnanstieg von 31 Prozent. Das starke nominale Wachstum sei ein wichtiger Treiber für Aktien. Damit setzt Crédit Mutuel AM zum Jahresende auf eine Kombination aus Aktien, Gold und Liquidität, während insbesondere bei Duration und Credit größere Vorsicht angesagt ist. (dv)

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