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Corona-Virus: So schätzen Asset Manager die Situation ein

Ob der Ausbruch der Corona-Virus-Erkrankung das Potenzial hat, über eine globale Pandemie mit vielen Toten die weltweiten Aktienmärkte in die Knie zu zwingen, erörtern namhafte Vermögensverwalter in aktuellen Analysen. Dabei macht man sich die Erfahrung der Vergangenheit zu nutze.

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© majorosl66 / stock.adobe.com

Optimistisch betreffend den Virus bzw. die möglichen Marktreaktionen zeigt sich Martin Stürner, Fondsmanager des PEH EMPIRE Fonds (ISIN: LU0385490817). Er sieht keinen Grund zur Panik, vielmehr gäbe es nach heutigem Stand eine große Wahrscheinlichkeit, dass die Folgen für die Weltbörsen sehr moderat ausfallen. Die globalen Virusepidemien der vergangenen Jahrzehnte haben nach Einschätzung von Stürner immer schwächere Auswirkungen auf die Finanzmärkte gehabt.

Blick auf SARS-Krankheit 2002/2003
Der Fondmanager verweist auf Statistiken, wonach die Börsen nach dem Ausbruch der Infektionskrankheit SARS 2002/2003 noch sehr sensibel und mit deutlichen Verlusten reagiert haben. Der US-Aktienmarkt verlor damals innerhalb von zwei Monaten rund zehn Prozent an Wert. Erst nach zwei Monaten stoppte der Trend.

Beim MSCI China ging es damals jedenfalls volatiler zu. Vor dem Hintergrund, dass der SARS-Virus im November 2002 ausbrach und im Juli 2003 größtenteils wieder verschwand, resümiert Soo Nam NG, Leiter asiatische Aktien bei Columbia Threadneedle, in einem aktuellen Kommentar: „Der MSCI China Index erreichte sein Tief jedoch schon am 24. April 2003, als die negativen Schlagzeilen ihren Höhepunkt erreichten. Darauf folgte eine Rally um 36,8 Prozent bis zum 9. Juli 2003, als die Weltgesundheitsorganisation WHO das Virus für gebannt erklärte.“ Der MSCI Asia Pacific hat sein Tief sogar schon am 13. März 2003 erreicht, gefolgt von einer Erholung um 25,5 Prozent bis zum 9. Juli 2003 (in Dollar gerechnet).

Vogelgrippe 2006
Beim Auftreten der ersten Vogelgrippe 2006 war der Markteffekt bereits deutlich abgeschwächt, der Kursverfall belief sich lediglich auf fünf Prozent. Damals drehten die Aktienmärkte ebenfalls nach zwei Monaten wieder in eine Aufwärtsbewegung. In Folge der Vogelgrippe von 2013 reagierten die Börsen dann praktisch gar nicht mehr.

„Die Märkte und die Marktteilnehmer haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend an Phänomene wie SARS und die Vogelgrippe gewöhnt und beobachten zunächst, wie sich solche Epidemien entwickeln. Es wäre deshalb fatal, jetzt übereilt auf die Verkäuferseite zu wechseln“, rät Stürner zur Gelassenheit.

Soo Nam NG gibt folgende Empfehlung ab: „Wir sind der Meinung, dass der derzeitige Ausbruch des Corona-Virus aus Anlegersicht eine weitere Chance sein könnte, asiatische Aktien zu kaufen – wenn wir davon ausgehen, dass die Situation sich wieder normalisieren wird.“

Technologie ebenfalls kaufenswert
Auch wenn die Märkte insgesamt laut Stürner eine gute Chance haben, mit einer kurzen Schockreaktion davon zu kommen, könnten einzelne Branchen mittelfristig durch das Coronavirus überdurchschnittliche Verluste einfahren. Stürner zählt dazu zyklische Aktien, wie der Luxus-Konsumgüterbereich, aber auch die Luftfahrt- und Touristikbranche. Weitgehend unbeeindruckt vom Coronavirus dürften hingegen nach Erwartung von Stürner Technologietitel bleiben. „In der digitalen Welt spielen medizinische Viren keine wirkliche Rolle", fasst Stürner seine Brancheneinschätzung zusammen. (aa)

 

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