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Commerzbank kontert UniCredit-Offerte

Die im Übernahmefokus der UniCredit stehende Deutsche Großbank will ihre Aktionäre vom eigenen Renditepotenzial überzeugen und damit den Aktienkurs hochtreiben. Denn dadurch würde die Übernahme unwahrscheinlicher.

Bettina Orlopp, Commerzbank
Bettina Orlopp, Commerzbank© Ting Shen / Bloomberg

Eckpunkte:

  • Commerzbank wehrt sich gegen Übernahme durch UniCredit
  • Primäres Ziel ist derzeit ein steigender Aktienkurs

Profitabilität ist der beste Schutz
Ein Tag nach dem Übernahmeangebot der UniCredit hat Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp bekräftigt, die Erträge steigern zu wollen, um die Eigenständigkeit der Bank zu untermauern. Darüber informiert "Bloomberg News"

“Wir denken derzeit darüber nach, den Prozess zur Steigerung der Profitabilität der Commerzbank zu beschleunigen”, sagte Orlopp am Dienstag in einem Interview mit Bloomberg TV in London. “Das liegt im Interesse aller Aktionäre.”

Am Montag hatte UniCredit-CEO Andrea Orcel ein 35 Milliarden Euro schweres Gebot für die Commerzbank vorgelegt, die bislang keinerlei Interesse zeigt, übernommen zu werden. Orlopp kann in ihrem Abwehrkampf auf die Unterstützung der Bundesregierung zählen, die am Montag ihre Haltung bekräftigte, der allerdings die Mittel fehlen, eine Übernahme zu verbieten.

Die Commerzbank setzt darauf, den eigenen Aktienkurs nach oben zu treiben und einen Deal für die UniCredit unattraktiv zu machen. Zu der Strategie gehören steigende Gewinne. Ein neues Ziel gebe es jedoch nicht, stellte ein Unternehmenssprecher nach dem Interview am Dienstag klar.

“Unsere bestehende Prognose sollte als Untergrenze betrachtet werden. Wir haben damals signalisiert, dass wir erheblich Luft nach oben sehen,” so der Sprecher.

Italiener knausern bei ihrem Angebot
Mit einer Prämie von lediglich vier Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag zielt Orcels Angebot hauptsächlich darauf ab, den Anteil von UniCredit auf über 30 Prozent zu erhöhen, um später aufstocken zu können, ohne ein Pflichtangebot machen zu müssen. “Das ist ein Angebot zu einem sehr niedrigen Preis”, sagte Orlopp am Dienstag im Interview.

Unter Orlopp, die nur wenige Wochen nach Orcels erstem öffentlichen Interesse an einer Übernahme der Commerzbank Ende 2024 die Führung übernommen hatte, hat die Bank Kosten deutlich gesenkt und Ausschüttungen an Aktionäre erhöht. Der Aktienkurs der Bank hat sich seit ihrem Amtsantritt in etwa verdoppelt, liegt jedoch seit Jahresbeginn mehr als zehn Prozent im Minus.

Orcel erklärte, sein jüngster Schritt solle einen “konstruktiven Dialog” mit der Commerzbank eröffnen.

“Um uns an den Verhandlungstisch zu bringen, ist eine Übernahme nicht notwendig”, sagte Orlopp. “Wir wären absolut bereit, uns zusammenzusetzen und einen Vorschlag von UniCredit zu erörtern.” (aa)

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