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Commerzbank: Kehrtwende des zweitgrößten Aktionärs?

Beim Anteil des Bundes an der Commerzbank könnte neue Bewegung ins Spiel kommen. Insidern zufolge wären Regierungsvertreter offen für einen Deal mit UniCredit respektive den Verkauf an die Italiener, sofern gewisse Bedingungen erfüllt würden.

© kittyfly / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Deutschlands Aktienanteil an der Commerzbank könnte doch noch veräußert werden
  • Das liegt aber an der Erfüllung gewisser Kriterien

Hochrangige Regierungsvertreter sind dem Vernehmen nach offen dafür, über einen möglichen Verkauf des 12,7-Prozent-Anteils des Bundes an der Commerzbank an UniCredit zu sprechen. Voraussetzung sei, dass sich die beiden Banken auf eine gemeinsame Strategie einigen können, erfuhr Bloomberg von darüber informierten Personen.

Eine offizielle Position der Bundesregierung sei dies allerdings nicht, hieß es. Selbst wenn die Banken einen gemeinsamen Nenner finden, sind deshalb weder Gespräche noch eine Transaktion garantiert, merkt die Nachrichtenagentur Bloomberg in ihrem Bericht an.

Einige Regierungsvertreter halten einen Verkauf zum richtigen Preis und mit ausreichenden Garantien für die Zukunft der Commerzbank dennoch für ein akzeptables Ergebnis, denn UniCredit dürfte ohnehin die Kontrolle über die Bank erlangen.

Die wichtigste Voraussetzung für Gespräche zwischen Berlin und UniCredit über einen möglichen Verkauf der Bundesanteile ist die Unterstützung des derzeitigen Commerzbank-Managements für die Pläne des italienischen Rivalen, wie die Insider sagten.

Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte, an der bisherigen Haltung habe sich nichts geändert, und lehnte weitere Kommentare ab. Auch ein Vertreter der Commerzbank wollte sich nicht äußern. Eine Sprecherin von UniCredit gab zunächst keine Stellungnahme, merkt Bloomberg an.

Deutliche Kehrtwende?
Ein Verkauf wäre eine deutliche Kehrtwende der Bundesregierung. Seit der Rettung der Commerzbank während der Finanzkrise ist der Bund ein wichtiger Anteilseigner und hat seinen Widerstand gegen eine Übernahme erst vor Kurzem gelockert.

Mit einem Verkauf des Bundesanteils erhielte UniCredit-Chef Andrea Orcel an der Commerzbank die Mehrheit. Beide Seiten könnten dann vorankommen, statt in einem konfrontativen Verhältnis gefangen zu bleiben, das den erfolgreichen Abschluss der größten europäischen Bankentransaktion seit Jahrzehnten erschweren würde.

Deutschland hat zwar die Art und Weise abgelehnt, wie UniCredit seine Beteiligung aufgebaut hat, sich ansonsten aber weitgehend herausgehalten. Die Bundesregierung argumentiert, die beiden Banken müssten selbst klären, wie es weitergeht. Zugleich ist die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz damit beschäftigt, angesichts einer Reihe von Herausforderungen den Rückhalt in der Bevölkerung zu stärken. Dazu zählen der Ausbau von Militär und Infrastruktur ebenso wie die Reform des deutschen Rentensystems. (aa)

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