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Comgest über die Zukunft des Subkontinents unter Narendra Modi

Die Wahlen in Indien werfen ihren Schatten voraus. Eine Analyse des Comgest-Fondsmanager Manish Shah zeigt, was Investoren zukünftig von Indien erwarten können und wo er trotz mittlerweile hoher Bewertungen noch Opportunitäten sieht.

Manish Shah, Analyst und Portfolio Manager der Indien-Strategie von Comgest
Manish Shah, Analyst und Portfolio Manager der Indien-Strategie von Comgest
© Comgest

Nach der Wahl in Indonesien schreiten die Bürger eines anderen, bevölkerungsreichen Landes zur Wahlurne. Für Indien, eines der Länder mit den meisten Menschen der Welt, werden die nächsten Wochen eine demokratische Bewährungsprobe der Superlative. Denn die etwas über 900 Millionen Wahlberechtigten in den 36 Staaten und Unionsterritorien des Landes sind derzeit dazu aufgerufen, bis zum 19. Mai 2019 ihre Stimme an den 1,04 Millionen Wahlstationen abzugeben. Aus diesem Anlass kommentiert Manish Shah, Analyst und Portfolio Manager der Indien-Strategie bei der internationalen Fondsgesellschaft Comgest, den Einfluss des amtierenden Premiers Narendra Modi auf die Wirtschaft des Landes.

Gutes Händchen ist immer gefragt
Er weist auf die hohe Bedeutung einer starken Regierung hin und betont gleichzeitig, dass erfolgreiches Stock Picking, gerade in Zeiten politischer Turbulenzen, eine zunehmende Konzentration auf die Bottom-up-Fundamentaldaten erfordert. Dies gelte umso mehr in Indien, einem Land, das hochwertige Wachstumstitel für Anleger bereithalte.

Weniger Bürokratie sorgt für mehr Handel
Die wohl größte Leistung des indischen Premierminister Narendra Modi war laut Shah bisher das Zurechtstutzen eines Dickichts unterschiedlicher Steuern auf staatlicher und nationaler Ebene durch die Einführung einer landesweiten Güter- und Dienstleistungssteuer. Diese Maßnahme hat die meisten Handelsbarrieren zwischen den Staaten ausgeräumt und zu einer Verringerung der Logistikkosten geführt.

Eine weitere Leistung des Premiers sind Investitionen in die Infrastruktur. Zudem hat Modi den Versuch unternommen, dem Bau- und Wohnsektor durch neue Gesetze und Subventionen für bezahlbaren Wohnraum neues Leben einzuhauchen und die Inflation zu begrenzen, um die Kreditaufnahmekosten zu senken.

Licht und Schatten
Seit 2014 liefert Modis Amtszeit Shah zufolge durchwachsene Ergebnisse. Einerseits konnte er sich einen Ruf als vertrauenswürdiger Politiker erwerben und hat sich durch die Verteilung von Fördergeldern über den so genannten ‚Unique Identity Scheme‘ um die Bekämpfung der Korruption auf nationaler Ebene bemüht. Andererseits war sein versprochener Plan zur Arbeitsplatzbeschaffung nicht von Erfolg gekrönt, da die Arbeitslosigkeit in den vergangenen fünf Jahren zugenommen hat. Die Demonetarisierung hat zeitweilige Spannungen hervorgerufen und die Konjunktur kurzfristig belastet, wirkte sich durch die Verschiebung von Ersparnissen in Bargeldform in den Finanzbereich jedoch günstig auf Banken und Investmentfonds aus.

Arbeitsplätze sind gefragt
Zwar hat Modi den Schwerpunkt seines Wahlprogramms auf die Themen Grenzsicherung, Terrorismusbekämpfung und die hinduistische Mehrheit gelegt, doch seine Botschaft wirtschaftlicher Entwicklung und seine Reformmaßnahmen sind für Indiens wachsende junge Bevölkerung, für die die Schaffung von Arbeitsplätzen ein entscheidender Faktor ist, ausschlaggebend. Der Markt will eine stabile Regierung. Ob Modi und seine Bharatiya-Janata-Partei (BJP) das leisten können, bleibt der Wählermeinung überlassen. In den aktuellen Meinungsumfragen schneidet die bisherige Regierung im Vergleich besser ab als zuvor erwartet.

Investmentgelegenheiten nutzen
Aus Sicht des an hochwertigen Wachstumsaktien interessierten Anlegers hat Indien zahlreiche exzellente Unternehmen aus verschiedenen Branchen zu bieten. Obwohl die bevorstehenden Wahlen für jede Menge Turbulenzen sorgen, versucht Shah, dieses Hintergrundrauschen einstweilen auszublenden und sich auf Unternehmen zu konzentrieren, deren Erfolg konjunkturzyklischen oder politischen Schwankungen trotzt.

Trotz der hohen Bewertung des Aktienmarktes und der zyklischen Konjunkturverlangsamung gibt es in Indien viele starke Unternehmen mit erstklassigen langfristigen Wachstumsaussichten.

Beispielsweise konnte Shah im Infrastrukturbereich positive Veränderungen beobachten, was teilweise daran liegt, dass das Land seinen Fokus vom Energie- zum Transportausbau verschoben hat. "Container Corp of India beispielsweise wird vom so genannten ‚Dedicated Freight Corridor‘ profitieren, einer separaten Zugstrecke für Containerfracht, die ab März 2020 befahrbar sein soll. Ein weiterer interessanter Titel ist HDFC, Indiens größter Hypothekengeber mit einem Wachstum von 17 Prozent p.a. und darüber hinaus einem Anteil von 22 Prozent an der HDFC Bank, der nach Marktkapitalisierung größten Bank des Landes", nennt Shah ein paar interessante Titel abschließend. (aa)

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