Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Columbia Threadneedle: Ratings kommen unter Druck

Das durchschnittliche Investmentgrade-Rating könnte weiter sinken, warnt Columbia Threadneedle. Das liegt an der immer höheren Verschuldung.

2.jpg
© Antonioguillem / stock.adobe.com

Investoren müssen sich auf schlechtere Bonitäten bei Corporate Debt einstellen. So dürfte sich die Schuldnerqualität von Unternehmen nach Ansicht der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments zunächst tendenziell weiter verschlechtern. „Unseres Erachtens ist das Risiko für Rating-Herabstufungen größer denn je“, schreiben Portfoliomanagerin Tammie Tang und Paul Smillie, Senior Investment Analyst im Bereich Anleihen, in einem aktuellen Kommentar. Ab dem kommenden Jahr könne dann aber eine Gegenbewegung einsetzen.

Höhere Verschuldungsgrade
Columbia Threadneedle geht davon aus, dass im Investmentgrade-Segment die Nettoverschuldung der Nicht-Finanzunternehmen, in die die Experten weltweit investieren, Ende 2020 in den USA mehr als doppelt so hoch sein wird wie der nachhaltige operative Cashflow vor Steuern (EBITDA). Seit 2009, als der Nettoverschuldungsgrad noch bei rund 116 Prozent lag, sei diese Kennzahl fortlaufend gestiegen. Tang und Smillie: „Für Europa erwarten wir Ende des Jahres einen Wert von etwa 310 Prozent, gegenüber ca. 250 Prozent im Jahr 2009.“

Die höhere Verschuldung wirke sich auf die Bonität der Unternehmen aus. „Das Volumen von in US-Indizes vertretenen BBB-Anleihen belief sich 2008 auf vier Prozent des US-BIP und legte bis 2019 auf elf Prozent des BIP zu“, schreiben Tang und Smillie, ohne dabei aber den Indexnamen zu nennen. „Bis Ende des laufenden Jahres dürfte diese Zahl auf etwa 14 Prozent steigen, da die Unternehmen aufgrund sinkender Umsätze stärker auf Liquidität setzen.“

Downgrade-Risiken bleiben hoch
Betrachte man sämtliche Branchen, so dürften geringere Gewinne – aufgrund einer mehrere Jahre dauernden Erholung mit Veränderungen bei Strukturen und Verhaltensweisen – dafür sorgen, dass das Risiko für Herabstufungen hoch bleibt. „So ist es durchaus möglich, dass das durchschnittliche Rating von Investmentgrade-Unternehmensanleihen von A- auf BBB+ sinkt.“ Auch werde es weiterhin Ausfälle bei spekulativen Anleihen geben, wobei kleinere Unternehmen in den am stärksten gefährdeten Branchen am anfälligsten seien. Als Beispiele nennen die Experten Gastgewerbe, Transport und Energie.

Hoffen auf kommendes Jahr
Ab 2021 könnte es den Experten zufolge dann zu einer Gegenbewegung kommen. Denn sollten die Wachstumsaussichten dauerhaft gering bleiben, könnten hochverschuldete Unternehmen ein immer stärkeres Interesse daran haben, ihre Verschuldung zu verringern. „Unseres Erachtens dürfte dieser Prozess im kommenden Jahr in Gang kommen“, schreiben Tang und Smillie. „Um von sich verbessernden Bilanzen zu profitieren, können wir in Anleihen von Unternehmen investieren, die Schulden abbauen.“ (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren